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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Seite - 222 -
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222 von den Gesinnungen Bonapartes absah, der sich rühmte, daß er Venedig dem Kaiser nur geliehen habe und daß dieser es nicht lange behalten werde. Vor Allem aber wurde der Friede von Campo Formio dadurch auch für Österreich zum Verhängnisse, daß er den Untergang des deutschen Reiches besiegelte. Zwar ist es an sich nicht wunderbar, daß das heilige römische Reich deutscher Nation, das zu einer, wenn auch durch das Alter ehr- würdigen Tradition herabgesunken war, eine Zeit, welche allen historischen Überlieferungen den Krieg erklärte, uicht zu überdauern vermochte; aber den letzten Impuls zum Untergange des alten deutschen Reiches gab doch die Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich. Lange genug hatte sich der Kaiser wider diese Zumuthuug gesträubt. Noch zu Leoben hatte man die Abtretung als unvereinbar mit dem Kröuuugseide des Kaisers abgelehnt und sich blos zur Anerkennung der „constitntionellen Grenzen" Frankreichs, das ist zum Verzicht auf jene Gebiete bereit gefunden, welche die Constitution vom 22. August 1795 als iutegrireude Bestandtheile der Republik bezeichnete. Aber bei den Verhandlungen zu Udiue tauchte die Frage nach der „natürlichen Grenze Frankreichs" von neuem, und zwar in einer Weise auf, bei der man nicht etwa zwischen Venedig uud dem Rheni, sondern zwischen diesem und dem Kriege zu wählen hatte, und wenn jetzt der Kaiser seine Über- zeugung dem Frieden zum Opfer brachte, so kann ihn dafür zum mindesten kein schwererer Vorwurf treffen als Preußen, das schon zuvor das gleiche Zugestäuduiß den Franzosen gemacht. Verhäuguißvoll für die Zukunft des Reiches aber wurde das Zugeständniß erst dadurch, daß sich in Verbindung damit die Frage uach Entschädigung der am linken Rhein- ufer angesessenen Fürsten erhob und daß, da diese nur in Säkularisationen zu finden war, mit dem Zusammenbruche der geistlichen Stifte, anf denen zuletzt die alte Coustitutiou des Reiches vornehmlich beruhte, auch dieses selbst in Trümmer sauk. Die verfassungsmäßige Einwilligung des Reiches zur Abtretung des linken Rhein- ufers an Frankreich zu erlangen war die Aufgabe, welche der Rastatter Congreß zu lösen hatte. Der Congreß vermochte indeß nur den ersten Theil seiner Aufgabe, die Frage des linken Rheinufers, zu Ende zu führen. Der zweite Theil, die Ausmittelung uud Feststellung der zugesagten Gebietsentschädigungen blieb ungelöst, da die neuen gewaltsamen Eingriffe des französischen Direktoriums in die Verhältnisse der Nachbarstaaten, die Gefangennehmung des Papstes, die Umwandlung des Kirchenstaates in eine römische und der Schweiz in eine helvetische Republik die Bildung einer neuen Coalition zwischen Österreich, England, Rußland, Schweden, der Pforte, Portugal und Neapel zur Folge hatte, so daß der Krieg bereits wieder in vollem Gange war, als die von dem Kongresse zu Rastatt abreisenden französischen Gesandten ermordet wurden. Während Bonaparte in Egypten und Syrien weilte, erstritten die Verbündeten ihre ersten Erfolge. Zwar die voreilige Besetzung Roms büßten die Bourbons von Neapel
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Band
3
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1887
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.64 x 22.39 cm
Seiten
278
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild