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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Seite - 226 -
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226 die Einwendungen des berühmten Pnblicisten Beachtung verdiente», so ließ dvch die Wirklichkeit kanin eine andere Wahl, als dem Empire Napoleons I. ein gleichwertiges Kaiserthum Österreich entgegenzusetzen, und weit entfernt, in den Spott Gentz's über diesen „politischen Solöcismns" einzustimmen, wird man es vielmehr als bemerkenswerth bezeichnen dürfen, daß nach dem Vorbilde seines Ahnherrn Friedrich III., dem er anch iu manchen anderen Dingen glich, Franz II. mitten in trüber Gegenwart den Glauben an eine bessere Zukunft festhielt und durch die Annahme des Titels eines Kaisers von Österreich den festen Willen zu erkennen gab, auch über den zu gewärtigenden Untergang des deutsche» Kaiserthums hinaus die alte Hoheit und Würde seines Hauses zu wahren. Anch sonst war dieser prunklose Act (10. August 1804) von hoher Bedeutung: der längst vorhandene Staat erhielt hier seine erste offieielle Benennung. Durch ein Patent vom folgenden Tage wurde dieser Staatsact, der in einer Versammlung von Ministern und hohen Würden- träger« stattgefunden hatte, deu Unterthanen bekannt gegeben mit Hinznfügnng der aus- drücklichen Erklärung, daß dadurch an den bisherigen Titeln, Verfassungen, Vorrechte» nnd Verhältnissen der einzelnen Königreiche und Länder nichts geändert werden solle. Namentlich wurde dies bezüglich Ungarns nachdrücklich betont, wo denn auch iufolge deffeu die neue Titulatur keinem Widerspruche begegnete. So standen sich nun zwei neue Kaiserreiche gegenüber, das an der Seine und das an der Donau, zwischen denen es trotz der erfolgten wechselseitigen Anerkennung der ganzen Natur der Dinge nach bald zum Bruche kommen mnßte. Denn die Berechnung, durch volle Nachgiebigkeit Napoleons Vertrauen zu erwecken, erwies sich als gründlich falsch. Napoleon sah vielmehr in Österreich einen Gegner, der nur auf der Lauer lag, und mit Bestimmtheit nahm er an, daß sich der Donaustaat in die Reihe seiner Feinde stellen würde, wenn von irgend einer Seite das Losungswort zum Kampfe gegeben werden sollte. Und das war auch wirklich der Fall. Wohl rangen in Wien die entgegenstehende» Ansichten lange miteinander. Allein nnr zu bald mußte man sich überzeugen, daß man nicht mehr Herr der eigene» freien Entschließung sei, und die angelegentlich angestrebte Freundschaft des russischen Kaisers Alexander I. nur durch ein Heraustreten aus jener Neutralität, die man bei dem Ausbruche des russisch-französischen Conflictes ängstlich festzuhalten gesucht hatte, werde erkaufeu köunen. Die geheime „Declaration" vom 6. November 1804, ein Schutz- und Trntzbündniß, welches Österreich und Rußland gegen einen directen Angriff Napoleons sichern sollte, war der erste Schritt zum Eintritte Österreichs in die große Eoalition des Jahres 1805, deren Abschluß die Vorgänge in Italien, wo sich Napoleon selbst zum König krönte, und das Drängen Rußlands beschleunigten. Am 9. August 1805 wurden iu St. Petersburg die Urkunden zwischen den russischen, englischen und österreichischen Gesandten ausgewechselt, welche den Beitritt Österreichs zu dem englisch-russischen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Band
3
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1887
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.64 x 22.39 cm
Seiten
278
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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