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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Seite - 238 -
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238 vereinigt wurde. Der vielgeprüfte Kaiserstaat, der aufs ueue seine unverwüstliche Lebens- kraft bewiesen hatte, ging verjüngt aus allen Stürmen hervor und der Kaiser nahm wieder den ihm gebührenden Platz im Rathe der europäischen Fürsten ein. Nur die römisch-deutsche Kaiserwürde lebte nicht wieder auf. Wohl war Metternich für die einstige Weltstellung der Habsburger als Träger der römischen Kaiserkrone nicht unempfänglich; auch wurde auf dem Cougresse die Idee der Wiederherstellung des Kaiser- thums von den deutschen Kleinstaaten angeregt. Aber der Wiederannahme der Kaiserwürde durch Österreich und dem weitverbreiteten Wunsche nach einem geeinten und mächtigen Reiche standen der scharf ausgeprägte Dualismus der beiden deutschen und die Eifersucht der fremden Großmächte entgegen. Durch seine neue Abgrenzung war überdies der Schwer- punkt Österreichs außerhalb Deutschlands gegen Osten und Süden gerückt, ja es tauchte schon damals das seither oft wiederholte Schlagwort auf, daß derselbe nach Ofen zu verlegen sei, während Preußen infolge seiner neuen Ausbreitung im Westen in das einst stiftische Deutschland, jenes feste Bollwerk der alten Kaisermacht, hineinwuchs. Die Machtsphäre Deutschlands aber etwa nach den Plänen des Freiherrn von Stein durch die Mainlinie zwischen Österreich und Preußen zu theilen, kam Metternich nicht in den Sinn. Wie hoch er auch die Erhaltung Preußens für das Gleichgewicht Europas und für das Interesse des eigenen Staates anschlug und wie entschieden er auch deßhalb den auf die Zertrümmerung jener Macht gerichteten Antrag Napoleons abgelehnt hatte, so war er doch bei Zeiten darauf bedacht, im Einverständnisse mit Rußland seinem Kaiser auch fernerhin die Vor- herrschaft in Deutschland zu sichern, wobei er sich zuletzt, da man den Rheinbundskönigen von Baiern und Württemberg, um dieselben von Frankreich abzuziehen, die von Napoleon verliehene Souveräuetät hatte zusichern müssen, in der Bundesacte mit der Errichtung eines Staatenbundes begnügte, der den einzelnen Giedern ihre Sonveränetät beließ, dem mit einem Theile seines Gebietes in den Rahmen der Bundesverfassung eingefügten Österreich den Vorsitz in der Bundesversammlung und damit einen großen Einfluß gewährte, zugleich aber die Ausbildung eines selbständigen größeren Staatswesens in Deutschland hintanhielt nnd die definitive Lösung der deutschen Frage in eine fernere Zukunft hinausschob. So wie in Deutschland war auch in Italien Metternichs Streben darauf gerichtet, die Erbschaft der ins Grab gesunkenen römischen Kaisermacht für Österreich in Anspruch zu nehmen, und so wie dort suchte er dies Ziel auch hier aus föderativem Wege, durch die Errichtung eines Bundes der wiederhergestellten Kleinstaaten zu erreichen, dessen führende Macht Österreich und dessen Basis jener unmittelbare' österreichische Besitz im Norden der Halbinsel bilden sollte, den er auf dem Wiener Congresse, freilich vergeblich, durch die Legationen auf Kosten des Kirchenstaates nnd jenseits des Ticino auf Kosten Sardiniens zu erweitern bemüht gewesen war.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Band
3
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1887
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.64 x 22.39 cm
Seiten
278
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild