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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Seite - 241 -
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241 zerstörenden Kräfte ersahen. Er sah Throne und Reiche in den Abgrund der Revolution versinken; er selbst hatte deu Becher ihrer Leiden bis auf die Neige geleert. Hatte die Erfahrung Mäuuer wie Geich, den späteren vertrauten Gehilfen Metternichs, aus begeisterte« Bewunderern der französischen Revolution zuletzt zu deu erbittertsten Wider- sachern ihrer Grundsätze gemacht, so kann man deu Eindruck ermessen, den der Gang der Ereignisse iu einem Monarchen zurückließ, der infolge eines wenig lebhaften Temperamentes an sich allen Neuerungen abhold sein gutes wohlerworbenes Recht immer wieder auf die Spitze des Schwertes gestellt sah. Je bleibender diese Eindrücke waren, desto ängstlicher suchte er die geistige Strömung der Zeit, die er uur von ihrer verderblichen Kehrseite, uicht in ihren wohlthätigen Wirkungen kennen gelernt hatte, von den schwarzgelben Grenz- pfählen ferne zu halten, desto mehr war auch er auf die polizeiliche Bevormundung des geistigen und politischen Lebens und auf die Erhaltung des Bestehenden bedacht, destomehr mußte ihm das System Metternichs zusagen, der uach außen jene Grundsätze vertrat, deren Befestigung nach innen sein kaiserlicher Gebieter als einen Cardinalpunkt, als eine unfehlbar wirkende Pauacee ansah. Dem in harten Stürmen früh gealterten, zugleich nüchtern-praktisch angelegten uud vou strengem Bewußtsein absoluter Herrschermacht erfüllten Kaiser mußte naturgemäß jedes Wort von Freiheitsbedürfniß und Volksrechten entweder als hohles Pathos schwärmerischer Überspanntheit oder als böswillige Unbotmäßigkeit erscheinen, die zu bekämpfen und zn bestrafen seine Pflicht sei. Darum bezeichnen die zwanzig Friedens- jahre des „franeisceischeu" Österreich (1816 bis 1835), welche den zwanzig Kriegsjahren folgten, eine Periode des Stillstandes, der, an der Fortentwickelung der übrigen Staaten bemessen, allerdings einem verhängnißvollen Rückschritte gleichkam. Wenn trotzdem und trotz eines Staatsbankerottes (1811), der freilich unvermeidlich war, aber nun einmal doch so viele Existenzen für immer vernichtete, das Volk an seinem „guten Kaiser Franz" mit seltener Liebe hing und ihm in den Tagen schwerster Bedrängniß unerschütterliche Treue bewahrte, wenn insbesondere Wien den von den Franzosen Vertriebenen bei seiner Rückkehr immer wieder mit Jubel empfing und seine Wiedergenesung nach schwerer Krankheit mit überschwenglicher Freude begrüßte, so wurde diese Stimmung nicht blos dnrch jene tiefe Friedeussehnsncht, die nach so vielen Kriegsjahren auch die Bewohner des Reiches erfüllte, und durch das Bewußtsein gemeinsam erduldeter Leiden, welches Herrscher uud Volk mit einander innig verband, sondern anch dnrch die Persönlichkeit des Monarchen selbst erzeugt, der in seinem musterhaften Familienleben und in der patriarchalischen Einfachheit seines Gebarens mehr den Hausvater als den Herrscher hervortreten ließ und gar oft in dem herzgewinnenden Dialecte des Wieners das rechte Wort zur rechten Zeit zu sprechen verstand. Bei aller Jdeenarmuth mit scharfem Hausverftaude bedacht, verband er mit der Achtung wohlerworbener Rechte und altehrwürdiger Gewohuheiteu Übersicktsband. 16
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Band
3
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1887
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.64 x 22.39 cm
Seiten
278
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild