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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Seite - 254 -
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254 von Gastein in das Geflecht ererbter Gegensätze und unausgeglichener Ansprüche den gordischen Kuoteu schlang, den nur noch das Schwert zu durchhauen im Stande war. Der Krieg des Jahres 1866 sah noch einmal die deutschen Mittelstaaten im Bunde mit Österreich, während die Verwandtschaft der Interessen Preußen die Buudesgeuosseuschast des jungen Königreichs Italien eintrug. „Der Krieg von 1866 bildet den Abschluß eines hundertjährigen Kampfes. Benedek stand in Wahrheit gegen Friedrich den Großen zn Felde." Der Sieg Preußens bei Königgrätz besiegelte den Untergang des aus den Trümmern des alten Reiches neugebildeten Bundesstaates. Österreich schied nun auch formell aus dem Verbände eines Staatswesens aus, aus dem es selbst hervorgegangen war, als dessen vornehmstes Glied es einst gegolten, mit dessen Hilfe es beharrlich an seiner selbständigen Größe und Macht gebaut hatte. Aber auch für die Machtverhältnisse Italiens wurde der Tag von Königgrätz entscheidend. Wohl hatten bei Custozza der Sohn des Helden von Aspern und dessen wackere Krieger der Welt den Beweis geliefert, daß in der österreichischen Armee jener Geist noch nicht erstorben sei, der einst Radetzky und dessen Heer an derselben Stelle zu gleich glänzendem Siege geleitet hatte, und auch die österreichische Flotte, diese jugendliche Schöpfung des Erzherzogs Max, hatte sich bei Lissa unsterblichen Ruhm unter der Führung Tegetthoffs, jenes Seehelden erstritten, der sich gleich seinem beherzten Geschwader an Faraguts Wahlspruch: „Hölzerne Schiffe, eiserne Herzen" hielt. Aber die Wendung, welche der Kamps auf dem nördlichen Kriegsschauplätze nahm, hatte die eigenthümliche Folge, daß, obgleich der italienische Krieg mit einem Siege der Österreicher begann und mit einem Siege derselben endigte, zuletzt der Preis des Kampfes, Veuetieu, durch Napoleons III. Vermittlung an das Königreich Italien überging. So hatte ein Krieg über die Doppelstellung Österreichs in Deutschland uud Italien entschieden; hier wie dort sah es sich aus jenen Außenwerken verdrängt, die es dereinst zur Sicherung seiner Macht geschaffen und von denen aus es lange Zeit hindurch einen imponirenden Einfluß auf die Geschicke Europas geübt. Aus bereits halbverlorenen Stellungen wich es schweren Herzens zurück; denn das Scheiden aus tausendjähriger Verbindung einerseits, der Verzicht auf liebgewordene Traditionen anderseits konnten für die davon Betroffenen nicht schmerzlos sein. Aber was unter den betäubenden Eindrücken des ersten Augenblickes von Manchen als ein schweres Unglück und als ein kanm zn ersetzender Verlust empfunden wurde, erscheint den Epigonen in milderem Lichte. Wenn auch zunächst im eigenen Interesse, hatte bisher Österreich in Deutschland wie in Italien einen Zustand des Gleichgewichtes geschaffen und denselben vor französischer Überflutung so lange bewahrt, bis für beide Länder die Stunde nationaler Wiedergeburt schlug und damit zugleich die Kraft der Selbsterhaltung erstand. Österreich hatte der Erfüllung dieser Aufgabe schwere Opfer
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil, Band 3
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Übersichtsband, 1. Abteilung: Geschichtlicher Teil
Band
3
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1887
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.64 x 22.39 cm
Seiten
278
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschichtliche Übersicht der österreichisch-ungarischen Monarchie 1
    1. Ethnographische Einleitung 1
    2. Geschichtliche Übersicht 33
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild