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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II
Seite - 167 -
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16713. September 1848 hat. heckscher, schmerling und leiningen aber werden wahrscheinlich als opfer fallen. Banks ist das Portefeuille des Äußern angetragen, und er geht morgen ab. daß dadurch das Ansehen der centralgewalt nach Außen und daher meine hiesige stellung nicht gewonnen hat, ist natürlich, ebensowenig wird es mit dem Ansehen der nationalversammlung in deutschland der fall seyn, hier ist die entrüstung allgemein. die verweigerung der geneh- migung des Waffenstillstandes wäre ein offener Bruch mit england und frankreich, und was noch weit wichtiger ist, mit Preußen, da liegt der kno- ten, daß Preußen seine vollmacht überschritten hat, leidet keinen Zwei- fel, aus Bedürfniß nach frieden und aus gegründeter scheu vor den 600 staatsmännern in der Paulskirche. Auch war es wohl hauptsächlich dieser formfehler, d.i. in anderen Worten die ewige frage der unterordnung der einzelgewalten unter die centralgewalt, welche die nationalversammlung bey ihrer Abstimmung im Auge hatte. Aber ist sie stark genug, um Preußen zu provociren? ich glaube es nicht, ein désavouiren des Waffenstillstands wäre der todesstoß für deutschlands einheit. raumer schreibt mir aus Paris, daß seine stellung daselbst seitdem noch schwieriger geworden, und er gar keine Aussicht hat, zu einer Audienz bey cavaignac zu gelangen! und er hat (was ich sehr mißbillige und es ihm auch schrieb) in folge der Abstimmung vom 5. seine stelle niedergelegt, also unverrichteter dinge, seine mission wird dadurch zu einem completen fiasco, womit sich schon die Zeitungen zu beschäftigen anfangen, dieß ist auch für mich sehr un- angenehm, überhaupt bin ich mir nicht recht behaglich, die vielen deut- schen gesandten, qui rient jaune, wenn sie mich sehen, und meine regie- rung, die mich sitzen lässt und am ende selbst im drecke sitzen bleibt. Was mich hier festhält, ist die hoffnung, oesterreich in der italienischen sache nützen zu können. dann aber möchte ich so bald wie möglich wieder nach oesterreich oder doch in eine eigentlich österreichische stellung zu- rückkehren, denn dort scheinen sich die dinge endlich besser zu gestalten, und der Augenblick scheint gekommen, wo man die idee der lostrennung einleitung von friedensverhandlungen das erforderliche wahrzunehmen.“ der Waffen- stillstand war Andrian mit datum v. 4.9.1849 von Josef v. Würth, unterstaatssekretär im reichsinnenministerium, übersandt worden (k. 114, umschlag 663). Würth, der zur minderheit im kabinett gehörte, die eine Annahme des vertrags ablehnte, aber trotz der kabinettsfrage mit einer niederlage des ministeriums im Parlament rechnete, begründete seine haltung so: eine Ablehnung sei zwar „beinahe eine kriegserklärung gegen Preußen und vielleicht gegen halb europa. Wir sind uns der größe der gefahr vollkommen bewußt, aber wir meinen, daß ohne ein so energisches Auftreten die centralgewalt und mit ihr die einheit deutschlands vernichtet wäre. […] mit Preußen stehen wir so schlimm, daß ein Bruch, wie er jetzt kommt, ohnehin unvermeidlich ist.“
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„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
II
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
716
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Tagebücher 1848–1853 7
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