Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographien
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II
Seite - 535 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 535 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II

Bild der Seite - 535 -

Bild der Seite - 535 - in „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II

Text der Seite - 535 -

53525. Februar 1852 winnt, sondern verliert, daß er von den mittleren und höheren klassen fast niemanden für sich hat, sondern diese ihn nur aus furcht vor dem kopfab- schneiden durch die rothen toleriren, daß er auf diese Art entweder zum socialismus oder zum kriege fortgetrieben werden wird, und dann kommt die catastrophe. Brüssel 25. februar Abends gestern war mardi gras, den ganzen tag ein gewühl von menschen auf den Boulevards (es war zugleich der Jahrestag des 24. februar 18481), je- doch nur wenig masken und keine spur von lärmen oder frohsinn, son- dern ein ganz ruhiges langweiliges spatzierengehen. Jene, welche Paris in früheren Zeiten an diesen tagen gesehen hatten, fanden den unterschied unbeschreiblich. ebenso war die Promenade des Bœuf gras, welche ich auf der Place vendôme begegnete und von da aus ansah. Alles so kalt, nüchtern, mit abgeblaßtem theaterflitter, es macht einen traurigen eindruck, wenn man etwas, was eine tolle lustbarkeit bedeuten soll, so ledern herunterge- leyert sieht. dagegen sah ich während des Zusehens, wie ein mann neben mir einem sergeant de ville denunciirt und von diesem arretirt wurde, weil er gesagt haben sollte, der eigentliche Bœuf gras wäre der Präsident. in den champs elysées traf ich Palochay, der sich schon halb zum trottel gehurt hat, und ging mit ihm spatzieren. Wie einem das bey so kurzem Aufenthalte in Paris gewöhnlich geschieht, kam ich gerade in den letzten tagen immer mehr in das getreibe des dor- tigen lebens hinein. Briefe, rendezvous, einladungen etc. häuften sich, so daß man bey der Abreise immer an den dragonerwachtmeister erinnert wird, welcher Jahre lang an einem orte stationirt war und beym Abmarsche nur noch einen tag gebraucht hätte, um glücklich zu werden. Auch zu ma- dame Bury, die das mittelmäßige Buch über Wien und oesterreich (1850) geschrieben,2 und deren mann ich neulich begegnete, wollte ich gestern Abends gehen, kam aber nicht dazu. da ich heute um 8 uhr früh fortwollte, so hatte ich mir vorgenommen de passer une nuit blanche. der Bal de l’opéra war so wie die früheren, und ich hatte dieses vergnügen nach und nach satt, ich hatte übrigens eine kleine Aventure mit einer allerliebsten kleinen Pierrette, welche überhaupt der herzigste genre der Pariserinnen sind, sprach mit einer unzahl bekannter und unbekannter, amusanter und langweiliger masken, ennuyirte mich aber 1 der tag der Abdankung und flucht von könig louis Philippe und damit des siegs der revolution. 2 rose Baronne Blaze de Bury, voyage en Autriche, en hongrie et en Allemagne pendant les événements de 1848 et 1849 (Paris 1851).
zurück zum  Buch „Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ - Tagebücher 1839–1858, Band II"
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“ Tagebücher 1839–1858, Band II
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“
Untertitel
Tagebücher 1839–1858
Band
II
Autor
Viktor Franz Freiherr von Andrian-Werburg
Herausgeber
Franz Adlgasser
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2011
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-205-78612-2
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
716
Schlagwörter
Viktor Andrian-Werburg (1813 - 1858), Revolution 1848, Austrian Neoabsolutism, Austria future (1842), Late Vormärz, Reform and Repression
Kategorie
Biographien

Inhaltsverzeichnis

  1. Tagebücher 1848–1853 7
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
„Österreich wird meine Stimme erkennen lernen wie die Stimme Gottes in der Wüste“