Andreas Wenzel (Abt)

Andreas Wenzel OSB (* 4. März 1759 in Wien; † 17. November 1831 ebenda; eigentlich Joseph Wenzel) war ein österreichischer Benediktiner sowie Abt des Wiener Schottenstiftes.

Leben

Wenzel, der Sohn eines gemeinen Soldaten, lebte nach dem frühen Tod seines Vaters als Halbwaise im Wiener Großarmenhaus und besuchte Schulen der Piaristen und der Jesuiten. 1776 trat er in die Schottenabtei ein. Er absolvierte ein Studium der Theologie, promovierte 1881 an der Universität Wien zum Doktor der Theologie und wurde 1783 zum Priester geweiht. Ab 1786 war er zunächst Kooperator in der neu errichteten Pfarre Schottenfeld, dann in der Stiftspfarre. In dieser Zeit geriet er aufgrund seiner Predigten, in denen er Gedanken der Katholischen Aufklärung aufgriff, wiederholt in Konflikt mit den kirchlichen Autoritäten. 1806 wurde er Pfarrer in St. Ulrich.

Nach dem Tod Benno Pointners wurde Wenzel 1807 zum Abt des Schottenstiftes gewählt. Noch im selben Jahr eröffnete er das Schottengymnasium, dessen Errichtung Kaiser Franz I. befohlen hatte. Doch auch darüber hinaus setzte sich Wenzel für Wissenschaft und Bildung ein. 1807 und 1809 war er Vizedirektor, ab 1814 Direktor der theologischen Studien. An der Universität Wien war er 1807/1808 Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät, 1809/1810 und 1818/1819 bekleidete er das Amt des Rektors der Universität. 1814 wurde er zum wirklichen niederösterreichischen Regierungsrat, 1819 zum wirklichen Hofrat ernannt.

Gegen Ende seiner Regentschaft betätigte sich Wenzel auch als Bauherr: Ab 1826 ließ er die Schottenhöfe, den ausgedehnten Gebäudekomplex um das Stift, von Joseph Kornhäusel umgestalten und das schon stark baufällige Konventgebäude abreißen und neu errichten. Die Fertigstellung im Jahr 1832 erlebte er jedoch nicht mehr.

Literatur

  • Scriptores Ordinis S. Benedicti, qui 1750–1880 fuerunt in Imperio Austriaco-Hungarico. Wien 1881, S. 508 f.
  • Georg Zeman: Abt Andreas Wenzel, oder: die josephinische Erfindung des Wiener Schottenstifts. Univ. Diplomarbeit, Salzburg 2012.

Weblinks