Edition Das fröhliche Wohnzimmer

Die Edition Das fröhliche Wohnzimmer ist ein österreichischer Literaturverlag.

Er wurde 1986 in Wien von Ilse Kilic und Fritz Widhalm gegründet. Der Schwerpunkt der Edition war von Anfang an die so genannte Experimentelle Literatur, also Nicht-Erzählung, visuelle und konkrete Poesie, Texte, bei denen ein deutlicher Schwerpunkt im formalen Bereich gesetzt ist. Die erste Publikation mit dem Titel Buch brachte Texte von 40 Autoren, setzte jedoch den Autorennamen nicht an den Beginn des Textes. Über ein Nummernsystem konnten Leser herausfinden, wer welchen Text verfasst hatte. So sollte die Problematik des Namens als Markenzeichen und als die Wahrnehmung prägender Bestandteil des Textes problematisiert werden. Kurz danach erschien mit Wichtig - Kunst von Frauen eine Dokumentation eines gleichnamigen Symposions der Grazer Autorenversammlung mit Beiträgen von u.a. Friederike Mayröcker, Elfriede Gerstl und Heidi Pataki.

Bis 2006 sind 86 Bücher vor allem österreichischer Autoren erschienen, Franzobel, Christine Huber, Lisa Spalt, Peter Pessl und Petra Ganglbauer, aber auch visuelle Arbeiten der russischen Autoren Rea Nikonova und Serge Segay. Nach wie vor bemüht sich der Verlag, verschiedene Konzepte experimenteller Literatur auszuloten.

Der Verlag versteht sich als Teil eines kulturellen Netzwerks. Dementsprechend wird auf freundschaftliche Zusammenarbeit, gemeinsame Projekte mit anderen Kleinverlagen und gegenseitige Unterstützung großer Wert gelegt. Jährlich organisiert der Verlag die Bücherschau xxx-small gemeinsam mit 6 anderen Wiener Kleinverlagen wie Freibord, Herbstpresse, Edition Exil, Edition zzoo, Edition ch und Edition Die Donau hinunter.

Die Edition Das fröhliche Wohnzimmer gibt ein- bis zweimal jährlich die Künstlerzeitschrift Wohnzimmer. Zeitschrift für unbrauchbare Texte und Bilder heraus. Die Anspielung auf die Formulierung Zeitschrift für brauchbare Texte und Bilder, welche die seit vielen Jahren anerkannte Literaturzeitschrift Wespennest für sich wählte, scheint offensichtlich.

Seit 2006 betreibt der Verlag in Wien Josefstadt eine Wohnzimmergalerie mit Glückschweinmuseum in einem alten Frisiersalon.

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