Eva Lind

Eva Lind (* 14. Juni 1966 in Innsbruck) ist eine österreichische Sopranistin.

Eva Lind in New York anlässlich ihres Konzertes in der Carnegie Hall 2007

Inhaltsverzeichnis

Biografie und künstlerisches Wirken

Bereits im Alter von 13 Jahren begann Eva Lind ihre Gesangsausbildung in ihrer Geburtsstadt Innsbruck. Nach dem Abitur studierte sie an der Wiener Universität Philosophie, Publizistik und Theaterwissenschaften und beendete gleichzeitig ihre professionelle Ausbildung zur Opernsängerin. Ihre Lehrerinnen waren Marta Lantieri, Ruthilde Boesch und Wilma Lipp. 1983 gewann die junge Sopranistin den österreichischen Jugend musiziert-Wettbewerb.

Im Alter von 19 Jahren feierte die junge Sängerin ihr Debüt an der Wiener Staatsoper, an die sie für fünf Jahre verpflichtet wurde, als Königin der Nacht in Mozarts Die Zauberflöte. Mit der Partie der Lucia di Lammermoor am Stadttheater Basel setzte Eva Lind den Grundstein für ihre internationale Karriere, die sie an die großen Opern- und Konzerthäuser führte: Mailand (Teatro alla Scala), München (Bayerische Staatsoper, Cuvilliestheater, Philharmonie am Gasteig, Herkulessaal), Berlin (Staatsoper Unter den Linden, Deutsche Oper, Philharmonie, Tempodrom), Paris (Théâtre des Champs-Élysées), London (Royal Albert Hall, Royal Festival Hall), Stockholm (Royal Opera House), Buenos Aires (Teatro Colon), Tokyo (Suntory Hall, Tokyo Opera City), Ōsaka (Festival Hall), Shanghai (Opera House), Mexico City, Mumbai, Pretoria, Rio de Janeiro u. a. Ebenso war sie zu Gast bei den bedeutendsten Festivals: Salzburger Festspiele, Arena di Verona, Glyndebourne Festival, Schubertiade Feldkirch, Festwochen der Alten Musik Innsbruck, Schleswig-Holstein Musik Festival, Wittenberge (Elblandfestspiele).

Sie feierte ihr Debüt in der New Yorker Carnegie Hall im September 2007, ihr Debüt in Washington in der National Gallery of Arts im Dezember 2008. Sie stand mit bekannten Opernsängern auf der Bühne, darunter Plácido Domingo, Alfredo Kraus und José Carreras. Mehrere Duette und Musikvideos nahm sie zudem mit Udo Jürgens auf. [1]

Im Oktober 2009 sang sie bei einer Charity-Gala für Prinzessin Caroline von Monaco sowie bei einer Gala im Burj al Arab in Dubai. Eine große Konzerttournée mit Mitgliedern der Wiener Philharmoniker führte sie im Januar 2010 nach Japan (Tokyo, Ōsaka, Yokohama u. a.) Von Januar bis März 2010 trat sie deutschlandweit mit Flames of Classic auf (Berlin, Düsseldorf, Stuttgart, Leipzig u. a.) Im Rahmen eines großen Mahler-Symposiums gab sie im Mai 2010 einen Liederabend im Teatro Dal Verme in Mailand. Im Juli 2010 sang sie die Rolle der Gilda in Verdis Rigoletto an der Seite von Leo Nucci beim Opernfestival in Solothurn.

Das Opernrepertoire der Künstlerin umfasst italienische Belcanto-Partien wie Lucia (Lucia di Lammermoor), Amina (La Sonnambula), Elvira (I Puritani), Violetta (La Traviata) oder Gilda (Rigoletto), Partien von Mozart (wie z. B. Konstanze in Die Entführung aus dem Serail) und Richard Strauss (wie z. B. Sophie in Der Rosenkavalier), aber auch Rollen aus dem französischen Fach wie Juliette (Roméo et Juliette), Manon (Manon) und Ophélie in Hamlet von Ambroise Thomas. Ihr Liedrepertoire reicht von Mozart, Haydn, Orff, Schubert, Brahms, Mahler, Wolf, Strauss, Schumann, Liszt, Berg, Debussy bis Zemlinsky usw. Die Vielseitigkeit der Künstlerin ist auch in zahlreichen Tondokumenten festgehalten mit so renommierten Dirigenten wie Sir Georg Solti, Sir Neville Marriner, Kurt Masur, Sir André Previn, Jeffrey Tate und Sir Colin Davis.

Einer breiten Öffentlichkeit wurde Eva Lind durch ihre TV-Auftritte bekannt. Ihr erster Auftritt war 1983 bei der ORF – Talenteshow „Die große Chance“, wo sie für das Fernsehen entdeckt wurde. [2]. Es folgten Einladungen in die „Peter Alexander Show“ (ORF), zu „Licht ins Dunkel“ (ORF), „Melodien für Millionen“ (ZDF), „Sonntagskonzert“ (ZDF) sowie zur „Heimatmelodie“ (RTL). 1984 spielte sie die Hauptrolle in der Fernsehproduktion „Alles Walzer“ des japanischen TV-Senders NHK. 1986 trat sie als Gesangssolistin in der weltweiten Übertragung der „Nacht der Musik“ auf, einer Filmproduktion des italienischen Produzenten Andrea Andermann. 1994 sang sie mit Udo Jürgens im Duett bei der TV-Gala zu seinem sechzigsten Geburtstag (ORF/ZDF) und auch im Jahr 2000 in der Eurovisionssendung „Mit 66 Jahren – Die große Geburtstagsgala“. [3]. Im Jahr 2002 moderierte sie auf ARTE vier Folgen der Sendereihe „Stars von morgen“. [4]. 2003 und 2004 moderierte und sang sie für das ZDF in der Sendung „Adventliche Klänge aus Dresden“ in der Dresdner Frauenkirche. Von 2003 bis 2007 moderierte sie in der ARD die Samstagabendsendung „Strasse der Lieder“ und war dort auch jeweils mit drei Musiktiteln vertreten. 2007 moderierte sie im ZDF die Musiksendung „Zauber der Operette“ und trat in den Sendungen „Eine große Nachtmusik“ [5] , „Sternstunden-Gala“ (BR) sowie „Mein allerschönstes Weihnachtslied“ (ZDF) auf. Gemeinsam mit Gunther Emmerlich moderierte sie 2009 für den MDR den Semperopernball in Dresden; es folgten „Die Top Ten des Himmels“ (ZDF) sowie „Weihnachten in Europa“ (BR). 2010 war sie in der ZDF-Sendung „Musik aus dem Weihnachtsland“ zu sehen [6] und präsentierte im NDR ihr Buch „Meine schönsten Hundegeschichten“, ein Auftritt, der von Tierschützern intensiv diskutiert wurde. [7] Gemeinsam mit Marc Marshall moderierte sie 2011 für den HR das „Chorfest der Volkslieder“ [8] , [9] sowie 2012 das „Chorfest der Evergreens“ und das „Chorfest der Weihnachtslieder“. 2012 trat sie bei „Immer wieder sonntags“ (ARD) auf sowie in den ZDF- Sendungen „Die schönsten Weihnachtshits“ und „Heiligabend mit Carmen Nebel“ . [10] Auf Einladung von Bundespräsident Joachim Gauck sang sie im Dezember 2012 in der ZDF-Sendung „Alle Jahre wieder - Weihnachten mit dem Bundespräsidenten“.


Am 30. Oktober 2010 trat Eva Lind gemeinsam mit Udo Lindenberg bei der 5.HOPE Gala im Schauspielhaus in Dresden auf, wo an diesem Abend zum ersten Mal eine Spendensumme von 100.000 Euro erreicht wurde. Dieses Geld kommt der Deutschen AIDS-Stiftung für Südafrika zugute.


Eva Lind ist seit Juli 2011 Botschafterin der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung und unterstützt diese Organisation mit Benefizkonzerten und karitativem Engagement. [11] [12] [13] [14] [15]


Gemeinsam mit den Berliner Symphonikern absolvierte Eva Lind von 27. Dezember 2010 bis 6. Januar 2011 eine große Tournee mit Neujahrskonzerten in den chinesischen Metropolen Peking (National Grand Theatre), Shanghai (Shanghai City Theatre), Qingdao (Grand Theatre), Dalian (Dalian Culture Club), Hangzhou (People's Hall) u.v.a.

Am 15. Juni 2012 sang Eva Lind die Partie der "Nedda" in R.Leoncavallos Oper "I Pagliacci" in der Premiere der aufsehenerregenden Koproduktion des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin mit dem Circus Roncalli bei den Schweriner Schlossfestspielen.

Auszeichnungen

Die Sopranistin erhielt den Europäischen Förderpreis für hervorragende Leistungen auf musikalischem Gebiet.

Am 5. Juli 2011 wurde Eva Lind zur Botschafterin der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung ernannt.[16]

Diskografie (Auswahl)

Solorecitals:

  • Frühlingsstimmen
  • Coloratura Arias
  • Operatic duets (mit Francisco Araiza)
  • Ich bin verliebt
  • My romance (mit José Carreras)
  • Lieder, die zu Herzen geh'n
  • Sentimento
  • Wunder gescheh'n
  • Ich will leben
  • Mozart rennt
  • Die große Operettengala (mit Placido Domingo, José Carreras, Thomas Hampson)
  • Stille Nacht
  • Magic moments
  • Eva Lind – Ihre grossen Erfolge aus Strasse der Lieder

Operngesamtaufnahmen:

  • Les Contes d'Hoffmann (Olympia) Staatskapelle Dresden, Jeffrey Tate
  • La Sonnambula (Amina) Orchestra of Eastern Netherlands, Gabriele Bellini
  • Der Freischütz (Ännchen) Staatskapelle Dresden, Sir Colin Davis
  • La Finta Semplice (Ninetta) Kammerorchester Ch.P.E.Bach, Peter Schreier
  • Die Fledermaus (Adele) Münchner Rundfunkorchester, Placido Domingo
  • Hänsel und Gretel (Taumännchen) Bayerisches Rundfunk-Sinfonieorchester, Jeffrey Tate
  • Die Zauberflöte (Papagena) Academy of St.Martin in the Fields, Sir Neville Marriner
  • Die Frau ohne Schatten (Hüter der Schwelle) Wiener Philharmoniker, Sir Georg Solti
  • Ariadne auf Naxos (Najade) Gewandhausorchester Leipzig, Kurt Masur

Symphonische Werke / Oratorien:

  • Ein Sommernachtstraum (Mendelssohn Bartholdy) Wiener Philharmoniker, Sir André Previn
  • Nelsonmesse (Haydn) SWR Sinfonieorchester, Michael Gielen
  • L'Apocalypse selon Saint Jean (Jean Francaix) Göttinger Symphonieorchester, Christian Simonis
  • La Cetra Appesa (Azio Corghi) Orchestra Sinfonica „Arturo Toscanini“, Will Humburg
  • Missa est (Helmut Eder) Radio Symphonie Orchester Wien, Leopold Hager

DVDs:

  • Salute to Vienna (1999) mit Gregory Peck, The Boys Choir of Harlem, Wiener Sängerknaben u.a.
  • Die große Operettengala (2007) mit Placido Domingo, José Carreras, Thomas Hampson und Andrea Rost
  • Eva Lind – Ihre grossen Erfolge aus Strasse der Lieder (2008)

Schriften

  • Eva Lind: Meine schönsten Hundegeschichten. 1. Aufl. Baden-Baden 2010, Aquensis Verlag, ISBN 978-3-937978-65-9.

Literatur

  • Karl J. Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Bern, München: Saur, ISBN 3-598-11419-2., 3. erw. Aufl., 1999, Band 3, S. 2075f. (Eva Lind)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. [1]
  2. [2]
  3. [3]
  4. http://www.ave.de/musik/details/article/stars-von-morgen-folge-4-1.html]
  5. [4]
  6. [5]
  7. [6]
  8. [7]
  9. [8]
  10. [9]
  11. [10]
  12. [11]
  13. [12]
  14. [13]
  15. [14]
  16. Pressemitteilungen: Eva Lind, Botschafterin der ZNS - Hannelore Kohl Stiftung