Gegendtal

Gegendtal um Treffen und Töbring mit Mirnock im Hintergrund
Gegendtal rund um Afritz am See
Afritzer See im Gegendtal
Gegendtal in Feld am See mit dem Brennsee
Westliches Gegendtal zwischen Radenthein und Millstätter See

Das Gegendtal früher auch Seetal, ist ein Tal in Oberkärnten in Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Das Tal erstreckt sich vom Westufer des Ossiacher Sees nach Nordwesten bis nach Radenthein, wo es nach Südwesten zum Ostufer des Millstätter Sees hin abknickt. Im Westen wird es vom Mirnock und im Osten vom Wöllaner Nock und der Gerlitze begrenzt.

Das Gegendtal wird landschaftlich durch die umgebenden Nockberge und zwei Badeseen geprägt. Zwischen den beiden Seen befindet sich eine lokale Wasserscheide. Der Afritzer See entwässert über den Afritzer Bach, der gemeinsam mit dem Ausfluss des Ossiacher Sees, dem Seebach, in Villach in die Drau mündet, nach Südosten. Der Brennsee, auch Feldsee genannt, entwässert über den Feldbach nach Westen in den Millstätter See.

Geschichte

Hinweise zur Besiedlung des Gegendtals finden sich aus der Zeit um das Jahr 1000, Teile der heute noch waldreichen Region wurden bis 1300 durch Rodung zur Bewirtschaftung und Besiedlung erschlossen. Die Bezeichnung „Gegend“ ist für das Jahr 1308 urkundlich nachweisbar.

Ab dem 13. Jahrhundert erwarben die Grafen von Ortenburg zwischen Millstätter und Ossiacher See nach und nach Herrschaftsrechte, woraus sich ein Landgericht entwickelte, das vier Ämter umfasste. Diese gingen im Verlauf der Jahrhunderte von den Ortenburgern an die Familie Widmann und schließlich an die Fürsten Porica über. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Gegendtal dem Gerichtsbezirk Villach angeschlossen. Im Jahr 1850 konstituierten sich aus den bisherigen Steuer- und Katastralgemeinden die heutigen Ortsgemeinden.

Gemeinden und Infrastruktur

Im Gegendtal liegen fünf Gemeinden. Vom Ossiacher See ausgehend sind dies Treffen am Ossiacher See, Arriach, Afritz am See, Feld am See und Radenthein. Das Gegendtal wird vorwiegend touristisch und landwirtschaftlich genutzt. Kleingewerbe und Handel dominieren. Nur in Radenthein ist durch den Magnesitabbau eine stärkere Industrialisierung vorhanden.

Im Sommer bieten die beiden Seen vielen Wassersportarten die richtige Bühne und angenehme Wassertemperaturen. Die umliegenden Nockberge sind bei Wanderern und Mountainbikern sehr beliebt. Die Thermen in Villach und in Bad Kleinkirchheim liegen in unmittelbarer Nähe. Im Winter bieten die Seen hervorragende Bedingungen zum Eislaufen. Die Schigebiete am Verditz, auf der Gerlitze und in Bad Kleinkirchheim locken Schifahrer aus näheren und ferneren Regionen.

Verkehr

Durch die Talsohle des Gegendtals verläuft die Millstätter Straße (B 98).

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Bau einer Bahnstrecke durch das Gegendtal (Gegendtalbahn) in Erwägung gezogen, die von St. Ruprecht (bei Villach) nach Radenthein führen sollte. Im September 1908 fand eine Trassierung der Gegendtalbahn statt. Da auch Millstatt Interesse an einem Anschluss bekundete, beschloss man, die Strecke über Millstatt bis nach Spittal an der Drau fortzusetzen. Im Mai 1914 sollte mit dem Bau begonnen werden, auf Grund von Streitigkeiten über die Streckenführung wurde der Baubeginn aber verschoben. Der Erste Weltkrieg und die sich daran anschließende Geldentwertung, sowie schließlich das Einsetzen des Automobilverkehrs in den 1920er Jahren sorgten dafür, dass die Bahn schließlich nie gebaut wurde.

Sagen

Der Mirnockriese

Er hauste am Mirnock über dem großen See. Eines Tages raubte er die blonde Fischerstochter. Ihr Vater konnte sie mit einem Schlaftrunk des Waldweibchens befreien. Voller Zorn schleuderte der Riese Felstrümmer der Mirnockgruppe in den See, so dass dieser sich teilte und zwei neue Seen entstanden. Der Brennsee und der Afritzsee.

Das Gegendtal in der Literatur

Der Wiener Alpinist und Hofkammerbeamter Josef Kyselak (1799-1831) durchschritt 1825 auch das Gegendtal.[1] Dabei stellt er fest, dass es hier viele Behinderte gab. "Dieser Bezirk bis Lieseregg aufwärts, ist der unglückseligste an Hervorbringung von Fexen (Trotteln oder Cretins); selten daß man einige Häuser vorbei wandert, ohne diesen Stiefkindern der Natur zu begegnen, die Herz und Augen zum Mitleid stimmen." Zur Gegend um Feld am See und Radenthein vermerkt er: "Ein Talkessel mit aufsteigenden Ackergründen zieht sich ringsherum zur Höhe, auf ihnen schweben bis zu Hochgebirgen hölzerne Bauernhäuschen, und unansehnliches Horn- und Rindvieh klettert dawischen von Busche zu Busche. Radenthein liegt ebenfalls in einem breiten Tale mit steilen Berghängen. Viele Obstbäume, in der Umgebung eine Seltentheit, beschatten allenthalben die Häuser. Hier durchaus muß der Winter bei vielem Schnee gräßlich wüten. Von Einöd angefangen, möge mäßiger Wind schon Lawinen über die Berge herabsenden, ein Sturm aber Häuser und Bäume zudecken; der gedämmte Bergbach und die überfüllten Seen ihre Ufer überschreitend, dann vollends vernichten, was Winde uns Schneelehne verschonten. Dasselbe gilt von den in noch wilderer Gegend sich bergenden Dörfchen Dellach und Döbriach an dem rauschenden Radebache, welcher rechts vom Berge in die Talschlucht einen schönen Wasserfall bildet."

Einzelnachweise

  1. Einödertal und Mühlstädtersee In: Goffriller, Gabriele (Hg.): Kyselak. Skizzen einer Fußreise durch Österreich. Salzburg, 2009. S. 125.

Weblinks

 Commons: Gegendtal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

46.75861111111113.757777777778Koordinaten: 46° 45′ 31″ N, 13° 45′ 28″ O