Gerichtsbezirk Kimpolung

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Ehemaliger Gerichtsbezirk Kimpolung
(rumänisch: Câmpulung)
(ruthenisch: Kimpolung)
Basisdaten
Kronland Herzogtum Bukowina
Bezirk Kimpolung
Sitz des Gerichts Kimpolung (Câmpulung)
zuständiges Landesgericht  Czernowitz
Fläche 1696.64 km2 (1900)
Einwohner 41.282 (1900)
Aufgelöst 1919
Abgetreten an Rumänien

Der Gerichtsbezirk Kimpolung (rumänisch: Câmpulung; ruthenisch: Kimpolung) war ein dem Bezirksgericht Kimpolung unterstehender Gerichtsbezirk im Herzogtum Bukowina. Der Gerichtsbezirk umfasste Gebiete im Südwesten der Bukowina bzw. im heutigen Rumänien. Nach dem Ersten Weltkrieg musste Österreich den gesamten Gerichtsbezirk an Rumänien abtreten, nach dem Zweiten Weltkrieg verblieb das Gebiet bei Rumänien. Er ist heute Teil des Kreises Suceava.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Um 1850 wurde im Kaisertum Österreich die ursprüngliche Patrimonialgerichtsbarkeit aufgelöst. In der Folge wurden in der Bukowina durch eine kaiserliche Verordnung vom 6. November 1850 die neuen Gerichtsbezirke geschaffen und dem Landesgericht Czernowitz bzw. dem Oberlandesgericht Lemberg unterstellt.[1] Der Gerichtsbezirk Kimpolung bestand 1854 aus den Gemeinden Kimpolung mit Briza, Gropanam Formosa, Fundul moldowi mit Luisenthal, Poschorita, Russ pe boul mit Freudenthal und Watra moldawitza, Russ moldawitza mit Czamora und Ardziel, Sadowa (Ulma), Waleputna sowie Wama mit Eisenau und war dem Untersuchungsgericht für Verbrechen und Vergehen in Suczawa unterstellt.[2] Im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen Verwaltung[3] bildete der Gerichtsbezirk Kimpolung ab 1868 gemeinsam mit dem Gerichtsbezirk Dorna Watra den Bezirk Kimpolung.[4] Per 28. März 1870 kam es im Zuge einer Reform der Gerichtsbezirke zu weitreichenden Gebietsänderungen zwischen den Gerichtsbezirken der Bukowina, wobei der Gerichtsbezirk Kimpolung durch die Reform um die Gemeinden Bukschoja, Dorothea mit Plotnitza, Dzemine, Frasin, Negrilasa, Ostra, Schwarzthal, Slatiora und Skulpikani sowie deren zugehörige Gutsgebiete aus dem Gerichtsbezirk Gurahumora erweitert wurde.[5][6]

1903 wurde auf dem Gebiet des Bezirks Kimpolung zusätzlich die Schaffung des Gerichtsbezirk Stulpikany verordnet, der aus den Gemeinden Bukschoja, Dorothea-Plotonitza, Dzemine, Frassin, Negrilasa, Ostra, Schwarzthal, Slavtiora und Skulpikany aus dem Gerichtsbezirk Kimpolung gebildet wurde.[7] Bis diese Schaffung amtswirksam wurde, dauerte es jedoch bis zum 1. September 1910.[8] Der Gerichtsbezirk Kimpolung wies 1854 eine Bevölkerung von 15.180 Einwohnern auf einer Fläche von 24,0 Quadratmeilen auf.[2] 1869 beherbergte der Gerichtsbezirk eine Bevölkerung von 26.147 Personen, bis 1900 stieg die Einwohnerzahl auf 41.282 Personen an. Von der Bevölkerung hatten 1900 20.725 Rumänisch (51,9 %) als Umgangssprache angegeben, 11.623 Personen sprachen Deutsch (36,2 %), 6.896 Ruthenisch (3,1 %) und 1.144 eine andere Sprache (2,2 %). Der Gerichtsbezirk umfasste 1900 eine Fläche von 1696,64 km² und 23 Gemeinden sowie vier Gutsgebiete.

Jahr Ein-
wohner
Deutsch-
sprachige
Ruthenisch-
sprachige
Rumänisch-
sprachige
Anders-
sprachige
1854 15.180
1869 26.147
1880 27.975 6.452 5.554 15.944 152
1890 33.669 8.358 5.384 18.988 465
1900 41.282 11.623 6.896 20.725 1.144

Gerichtssprengel

Der Gerichtssprengel Kimpolung umfasste im Jahr 1900 die 23 Gemeinden Argel, Breaza, Bucșoaia, Ciumârna, Dea, Dorotea Plotonița, Gemine, Frasin, Frumosu, Fundul Moldovei, Câmpulung, Negrileasa, Ostra, Pojorîta, Rusii Moldovitci, Rusii pe Boul, Sadova, Șvarzental, Slatioara, Stulpicani, Valea Putnei, Vama und Vatra Moldoviței .

Einzelnachweise

  1. Allgemeines Reichs-Gesetz- und Regierungsblatt für das Kaiserthum Österreich 1850, CLXV. Stück, Nr 497: „Kaiserliche Verordnung, wodurch die Gerichts-Organisation in den Kronländern Galizien und Lodomerien mit Krakau, Auschwitz und Zator und in der Bukowina festgesetzt wird“
  2. a b Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Österreich 1854, XXXIX. Stück, Nr. 110 „Verordnung der Minister des Innern, der Justiz und der Finanzen, betreffend die politische und gerichtliche Organisirung des Herzogthumes Bukowina“
  3. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. „Gesetz vom 19. Mai 1886 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen ...“
  4. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XLI. Stück, Nr. 101: Verordnung vom 10. Juli 1868
  5. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Österreich „Verordnung des Justizministeriums, betreffend die Wiedererrichtung des Bezirksgerichtes Putilla und Äenderungen in dem Gebietsumfange mehrerer Bezirksgerichte der Bukowina“
  6. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Österreich 1870, Nr. 28: „Verordnung des Justizministeriums, betreffend den Beginn der Wirksamkeit des Bezirksgerichtes Putilla (Storonetz) und der Aenderungen in dem Gebietsumfange mehrerer Bezirksgerichte im Herzogthume Bukowina“
  7. Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder 1903, CVIII. Stück, Nr. 242: „Verordnung des Justizministeriums, betreffend die Errichtung des Bezirksgerichtes Stulpikany in der Bukowina“
  8. Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder 1910, XLIX. Stück, Nr.123: „Verordnung des Justizministeriums, betreffend die Aktivierung des Bezirksgerichtes Stulpikany in der Bukowina“

Literatur