Lawies

Lawies (Hauptort einer Marktgemeinde)
Ortschaft Tullnerbach-Lawies
Lawies (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Wien-Umgebung (WU), Niederösterreich
Gerichtsbezirk Purkersdorf
Pol. Gemeinde Tullnerbachf0
Koordinaten 48° 11′ 17″ N, 16° 5′ 34″ O48.18805555555616.092777777778354Koordinaten: 48° 11′ 17″ N, 16° 5′ 34″ O
Höhe 354 m ü. A.
Einwohner d. Ortsch. 1425 (2001)
Gebäudestand 480 (2001)
Postleitzahl A-3013 Tullnerbach-Lawies
Vorwahl +43/02233 (Preßbaum)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 06732
Zählbezirk/Zählsprengel Tullnerbach-Neuwirtshaus (32421 000)
Ortsteile von Tullnerbach
Ortsteile von Tullnerbach
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM

Lawies im Wienerwald in Niederösterreich ist der Hauptort – und als Tullnerbach-Lawies Ortschaft – der Marktgemeinde Tullnerbach im Bezirk Wien-Umgebung.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Ort Lawies liegt im Wiental, 24 Kilometer westlich von Wien (Zentrum, 8 km von der Stadtgrenze), auf um die 350 m ü. A. am linken Hang des Wientals.

Die Ortschaft Tullnerbach-Lawies umfasst knapp 100 Gebäude mit etwa 230 Einwohnern. Zum Ortschaftsgebiet gehören neben Lawies auch der Bahnhof Tullnerbach, die Schubertsiedlung und die Häusergruppe Norbertinum im Osten, und die Häuser Weidlingbach nordwestlich (der Ort gehört teils auch zu Pressbaum).

Nachbarortschaften und -orte
Weidlingbach (Gem. Pressbaum u. Tullnerbach) Irenental
Nachbargemeinden
Schubertsiedlung  Untertullnerbach
Pressbaum (Gem.) Bartberg (Gem. Pressbaum)

Geschichte, Infrastruktur und Sehenswürdigkeiten

Ortsname und frühere Neuzeit

Der Name wurde erstmals im Jahre 1635 als Labiwießen in einem Berg- und Wälderverzeichnis des kaiserlichen Forstamtes Auhof (heute ein Ortsteil an der westlichen Stadtgrenze Wiens) erwähnt. 1661 scheint es als ‚Laabwiß‘ auf. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts befand sich außer einigen Landwirtschaften, einem Gasthaus mit Hotel und Bühne und einem Forsthaus keine nennenswerte Besiedlung.

Bahnhof Tullnerbach und Entwicklung des Orts

Mit dem Bau der k.k. privilegierten Kaiserin-Elisabeth-Bahn 1858,der heutigen Westbahn, wurde hier der Bahnhof Tullnerbach errichtet. Daraufhin siedelten sich entlang der Hauptstraße einige Gewerbebetriebe an und Sommervillen wurden errichtet. Die Knabstraße am bahnhof ist bis heute der eigentliche Ortskern von Lawies-Tulllnerbach, hier steht das Gemeindeamt, dieses, das ehemalige Forsthaus und die Villa Bader mit Portierhaus stehen unter Denkmalschutz. Das originale Bahnhofsgebäude ist nicht erhalten.

1870 wurden auf der der oberen Lawies (oberhalb der Bahn) Parzellierungen vorgenommen, Straßen angelegt und zwischen 1870 und 1900 45 Villen, ein Hotel und 2 Geschäftshäuser errichtet. Dort steht beispielsweise in der Bahnhofsalle die ebenfalls denkmalgeschütze Villa Kastner.

Norbertinum

1881-1890 errichtete der katholische Waisen-Hilfsverein aus Wien nach den Plänen von Architekt Richard Jordan das Norbertinum als Knaben-Waisen-Asyl.[1] Bis 1938 stand es unter der Leitung der Schulbrüder. Seit 1947 befindet sich darin die Landwirtschaftliche Fachschule. Seit 2000 war dort das Bioerlebnis Norbertinum[2] in Betrieb, ein Schaubetrieb für das Projekt Schule am Bauernhof, mit etwa 6000 besuchenden Schülern jährlich.[3] Seit 2009 wird es in ein Schulzentrum und das Biosphärenparkzentrum Wienerwald umgebaut, und 2013 wiedereröffnet.[4]

Die Volksschule Tullnerbach II am unteren Ende des Weges zum Norbertinum (Norbertinumstraße 8) bestand von 1884 bis 1967.

1895-1897 wurde unter Bürgermeister Josef Knab das Gemeindeamt gegenüber dem Bahnhof errichtet. Die Straße davor trägt deshalb heute seinen Namen.

1897 wurde der bisherige Bahnhof Preßbaum in Tullnerbach-Preßbaum umbenannt.

Die Freiwillige Feuerwehr Tullnerbach wurde 1900 gegründet und schloss sich 1999 mit der Freiwilligen Feuerwehr Untertullnerbach zusammen. 2004 zogen sie in das neue, gemeinsame Mehrzweckhaus am See.

1922 wurde die erste öffentliche Beleuchtung installiert, für die sich Friedrich Schmidl, Direktor einer orthopädischen Fabrik in Wien VIII, einsetzte.

Einzelnachweise

  1. Die Einweihung des Knabenasyles Norbertinum. In: Das Vaterland, 7. Juni 1882, S. 5 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/vtl
  2. bioerlebnis.at, bio erlebnis norbertinum
  3. Stand: September 2003 bis September 2004. Erhebungsergebnisse seitens der Landwirtschaftskammer (keine vollständige Erhebung).  Lebensministerium II/2 (Hrsg.): Bauernhoftage – Bauernhofwochen für SchülerInnen. 9. Juni 2008 (Angebot Schule am Bauernhof. In: LANDnet > Schule am Bauernhof. Abgerufen am 24. Juli 2009 (DOC 38,5 kB).).
  4.  Christian Milota,, Amt der NÖ Landesregierung, Landesamtsdirektion Pressedienst (Hrsg.): Neues Schul- und Biosphärenparkzentrum Tullnerbach. (Presseaussendung NLK 22. Februar 2008 13:43h, pdf, noel.gv.at).