Lukas von Graben zum Stein

Wappen(variante) der Von Graben in Krain, Kärnten, Osttirol sowie eines Zweiges in der Steiermark, Scheiblersches Wappenbuch

Lukas von Graben zum Stein war ein kärntnerischer Edelmann und hoher Militär, der an der Schwelle vom 15. zum 16. Jahrhunderts gelebt hatte.

Lukas entstammte dem Geschlecht der Von Graben und wurde auf deren Familiensitz, der Burg Sommeregg geboren. Als Sohn des Edelmanns Virgil von Graben, Reichsverweser der Grafschaft Görz, konnte er dessen bedeutendes Erbe antreten; unter anderem als Burggraf und Pfandherr von Heinfels sowie die Herrschaft und das Schloss Stein im Drautal, welche ihm im Jahre 1500 durch Kaiser Maximilian I. zugesprochen wurde. [1] Sein Sohn Hans von Graben zum Stein erbte Stein, welches noch bis in das Jahr 1668 in den Händen des kärntnerischen Familienzweiges blieb. Von Graben von Steins Cousine Rosina von Graben von Rain bekam die Herrschaft Sommeregg mit dem Grabenschen Familiensitz Burg Sommeregg zugesprochen.

Von seinem Vater Virgil übernahm Lukas von Graben von Stein noch zu dessen Lebzeiten im Jahre 1498 die Befehlsgewalt über die Görzer Burghut, der Verteidigung der Stadt Görz und deren Umland. Zuerst schwenkte der Zehnerrat der Republik Venedig noch Lukas von Graben von Stein zu ihrem Oberkommandierenden im Friaul zu ernennen. Da jedoch Virgil von Graben den Vertrag mit Venedig über die Nachfolge in der Grafschaft Görz beendigte und mit Kaiser Maximilian verhandelte kam es zu dieser Ernennung nicht zustande. [2] Mit genauen Instruktionen des Vaters ausgestattet griff er als Befehlshaber der görzischen Truppen in das Kriegsgeschehen mit der Republik Venedig ein. Doch auch Von Graben von Steins Versuche scheiterten. Der Friaul und die Stadt Görz wurden den feindlichen Truppen übergeben. [3] Doch mit kaiserlichen Truppen konnte Görz schlussendlich für Maximilian von Österreich gewonnen werden.

Kaiser Maximilian wollte seinem getreuen, lieben Lukas von Graben aus sondern gnaden vnd vmb sein, auch seines vatters getrewen verdienen willen vnns lanng zeit heer vnd besonnder yecz in eroberung der Lanndtschafft, so vns von weylend Lienharten Grauen zu Görcz zuegestanden, bewysen, das Sloss Stain samt Zugehör, das der Herrscher von newen dingen zu lehen gemacht hat. [4] Unter ihm wurde Stein geräumiger gestaltet. Neben Stein wurde Von Graben von Stein durch Kaiser Maximilian auch mit Burg Weidenburg belehnt. Im Jahre 1545 verkaufte sie sein Sohn Hans von Graben zum Stein als landesfürstliches Lehen an Sigmund Khevenhüller zu Aichelberg. [5]

Im Jahre 1507, nach dem Tod seines Vaters, erbte er die von Graf Leonhard von Görz an diesen verpfändete Herrschaft Heinfels. Aber schon am 24. Februar 1508 wurde Von Graben von Stein aufgefordert, Schloss, Gericht und Amt Heinfels mit allen Zugehörungen dem Brixner Fürstbischof Melchior von Meckau abzutreten, gleichzeitig wurden alle Untertanen zum Gehorsam gegenüber dem Fürstbischof aufgefordert. [6]

Von Graben von Stein stand zeitlebens in des Kaiser Gunst, so verlangte Maximilian I. am 25. Oktober 1514 verlangte in seiner Instruktion an die Krainer Räte und die Kommissäre der Landstände Krains, dass unter anderem Unser getreuer lieber Lucas von Grabn zum Stain bei Traberg mit 500 Knechten aus Unser Grafschaft Tirol zur Verstärkung der Abwehr gegen die Republik Venedig zu entsenden sei.

Lukas von Graben zum Stein ist auf seinem Schloss Stein verstorben. Seine Grabstätte befindet sich wahrscheinlicherweise in der Lienzer Sankt Michaelskirche, welche als Begräbnisstätte des osttirolerischen-kärntnerischen Zweig des Geschlechts der Herren Von Graben diente. [7]

Trivia

Der mit Innsbruck, 12. Januar 1507 von Kaiser Maximilian I. ausgestellte Lehenbrief auf Pergament für Lukas von Graben, beinhaltet die Verleihung von vier Almen in den Kärntner Herrschaften Goldenstein und Weidenburg, beiderseits der Gail zwischen Kötschach und Hermagor gelegen. Der Lehensbrief befindet sich in gutem Zustand, seine Faltung ist teilweise geglättet, mit fachmännisch hinterlegten kleinen Faltbruchstellen. Die Plica ist beschnitten. Das kleine Handzeichen ("per regem per se") und Kontrasignaturen wurden durch Blasius Höltzl und Jakob Villinger geschaffen. [8]

Literatur

  • Rudolf Granichstaedten-Czerva (1948): Brixen - Reichsfürstentum und Hofstaat.
  • Johann Weichard Freiherr von Valvasor (1689): Die Ehre dess Hertzogthums Crain: das ist, Wahre, gründliche, und recht eigendliche Belegen- und Beschaffenheit dieses Römisch-Keyserlichen herrlichen Erblandes; Laybach (Ljubljana)

Einzelnachweise

  1. Schloss Stein
  2. Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Band 56
  3. Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Bände 78-79
  4. Carinthia I., Bände 163-165
  5. Google: Geschichtsverein für Kärnten. Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie, Band 78 (1997)
  6. Geschichte der Burg Heinfels
  7. Stadt Lienz. Ein kulturhistorischer Stadtrundgang
  8. Lehensbrief. Lateinische Urkunde auf Pergament. Maximilian I.,, Römisch-deutscher Kaiser (1459-1519).