MARTHA-Dörfer

Die MARTHA-Dörfer bezeichnen eine Reihe von Dörfern an der alten Landstraße von Innsbruck nach Hall in Tirol.

Der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Ortschaften Mühlau, Arzl, Rum, Thaur, und Absam zusammen. Eine andere Interpretation führt das H auf den Haller Stadtteil Heiligkreuz zurück, der zwischen Thaur und Absam liegt.

Mühlau und Arzl sind inzwischen nach Innsbruck eingemeindet, und Rum, Thaur und Absam sind selbständige Gemeinden.

Zaggeler des Mullerlaufens
Spiegeltuxer des Mullerlaufens

Die Straße heißt in ihrem Verlauf Anton-Rauch-Straße, Arzler Straße, Rumer Straße und Dörferstraße. Mit dem Bau der neuen Landstraße durch die Au (im Talboden gelegen) 1585–1589 (heute Haller Straße bzw. Bundesstraße und Innsbrucker Straße) verlor diese Straße an Bedeutung.

Die Martha-Dörfer gelten als der Ursprung des Fastnachtsbrauchs Mullerlaufen, wobei das bedeutendste in Absam (Matschgerer genannt), Rum und Thaur (Muller genannt) stattfindet. Seit einigen Jahren findet das Mullerlaufen immer abwechselnd in Rum, Thaur, Absam statt. Dieses Dorf organisiert den Lauf, die übrigen Dörfer nehmen daran teil. Ein weiteres Brauchtum, das gepflegt wird, ist die Herstellung und das Ausstellen von Weihnachtskrippen in der Weihnachtszeit.

Die Landwirtschaft (besonders Gemüseanbau) an den Hängen entlang der Dörferstraße spielt eine große Rolle, Industrie- und Gewerbegebiete gibt es hauptsächlich entlang der Bundesstraße am Talboden.

In der expandierenden Agglomeration Innsbruck gelegen, haben diese Gemeinden speziell in den letzten zwei Jahrzehnten ihren Dorfcharakter weitgehend verloren und sind zu typischen Vororten geworden.