Peter Pilz

Peter Pilz (2006)

Peter Pilz (* 22. Jänner 1954 in Kapfenberg, Steiermark) ist ein österreichischer Politiker (Die Grünen) und Autor.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Beruf

Peter Pilz studierte von 1973 bis 1979 Volkswirtschaft und Politikwissenschaft an der Universität Wien. 1979 wurde er zum Dr. rer. soc. oec. promoviert.[1] Nach Ableisten des Zivildiensts[2] war er als freier Autor und Sozialwissenschaftler tätig. Nach ersten Tätigkeiten in der akademischen Lehre entschied er sich für die politische Laufbahn.[3]

2011 erhob der österreichische Medienwissenschaftler Stefan Weber den Vorwurf, die Dissertation von Peter Pilz sei ein Selbstplagiat und beruhe womöglich auf unethischer Autorschaft. Pilz soll eine gemeinsam mit einem Kollegen verfasste Studie als Dissertation eingereicht haben, ohne das korrekt ausgewiesen zu haben. Der Vorwurf wird von Peter Pilz zurückgewiesen.[4]

Peter Pilz ist verheiratet.

Er ist außerdem in der Band „Prinz Pezi und die Staatssekretäre“ aktiv[5] und gründete mit Titus Vadon, derzeit Schlagzeuger von Russkaja, unter den Namen „Old Pezihand“ und „Trapper Gert“ die Band „Lasso-Brüder“.[6]

Politische Tätigkeit

Peter Pilz war während seiner Studentenzeit Mitglied der trotzkistischen Gruppe Revolutionäre Marxisten und ist Gründungsmitglied der österreichischen Grünen. Nach der Nationalratswahl 1986 zog Pilz über die Liste Freda Meissner-Blau ins österreichische Parlament ein. Von 1986 bis 1991 war er u.a. Mitglied des österreichischen Landesverteidigungsrates.

1988 erlangte Pilz große öffentliche Aufmerksamkeit als „Aufdecker“ im parlamentarischen Untersuchungsausschuss von „Lucona“ und „Noricum“.

1991 legte er sein Nationalratsmandat zurück und zog als Spitzenkandidat der Grünen in den Wiener Landtag ein, wo er bis 1997 Klubobmann der Grünen Fraktion im Wiener Rathaus war.

Von 1992 bis 1994 war er auch Bundessprecher der Grünen Partei.

1997 kritisierte Pilz Regierung und Justiz, weil diese 1989, nach der Ermordung vierer kurdisch-iranischer Oppositioneller, Tatverdächtige unter Polizeischutz ausreisen habe lassen, um politische Spannungen zu vermeiden[7]. Verwickelt in den Mordanschlag soll auch der seit 2005 amtierende Präsident des Iran, Mahmud Ahmadinedschad, gewesen sein.[8]

Im Wahlkampf 1999 startete Pilz eine Vorzugsstimmen-Initiative, die ihm rund zehntausend Stimmen einbrachte. Aufgrund des guten Ergebnisses der Grünen bei der Nationalratswahl 1999 - 7,1 % - zog Pilz wieder ins Parlament ein.

Seit April 1998 war er an der Aufdeckung und Aufarbeitung des österreichischen „Baukartells“ beteiligt. Im Zusammenhang mit dieser Affäre wurde Peter Pilz von der Baufirma Teerag Asdag auf hundert Millionen Schilling geklagt. Pilz hat das Verfahren gewonnen. Die Manager der Firmen sind rechtskräftig verurteilt.

November 2006 bis Juli 2007 war Pilz Vorsitzender des parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur „Beschaffung von Kampfflugzeugen“, umgangssprachlich auch Eurofighter-Untersuchungsausschuss genannt.[9]

Im Dezember 2010 kündigte Pilz an einen Verein "Freiheit" sowie eine "Freiheit GmbH" gründen zu wollen, um damit Initiativen wie WikiLeaks zu unterstützen.[10]

Schriften

  • „Die Panzermacher. Die österreichische Rüstungsindustrie und ihre Exporte“, 1982, ISBN 3900351104
  • „Land über Bord“, Verlag für Gesellschaftskritik 1989, ISBN 3851151143
  • „Eskorte nach Teheran“, Ibera-und-Molden 1997, ISBN 3900436576
  • „Das Kartell“, Czernin Verlag 1999, ISBN 3707600041
  • „Die Vierte Republik. Der Weg zur Reformmehrheit.“, Czernin Verlag 2000, ISBN 3707600211
  • „Mit Gott gegen alle. Amerikas Kampf um die Weltherrschaft“, DVA 2003, ISBN 3421057583
  • „Die Republik der Kavaliere“, Czernin Verlag 2006, ISBN 3707602206

Weblinks

 Commons: Peter Pilz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Katalogzettel Österreichische Nationalbibliothek
  2. Biographie auf der Seite des österreichischen Parlaments
  3. ZurPolitik.com-Interview: “Österreichisches System ist korruptionsfördernd”
  4. http://orf.at/#/stories/2062623/
  5. peterpilz.at: Tagebuch, 16. November 2002
  6. peterpilz.at: Tagebuch, 23. Dezember 2003
  7. mar: Kein Untersuchungsausschuß zu Kurdenmorden. In: Oberösterreichische Nachrichten, 17. April 1997, S. 2 (http://www.nachrichten.at/).
  8. N.N.: Wiener Kurdenmorde geben weiter Rätsel auf. In: Salzburg Nachrichten, 17. August 2005 (http://www.salzburg.com/).
  9. Österreichisches Parlament
  10. PeterPilz.at