Pfarrkirche Gnigl

Die Pfarrkirche Gnigl mit dem Friedhof

Die Pfarrkirche Gnigl Mariä Himmelfahrt und Hl. Michael ist eine römisch-katholische Kirche in Gnigl, einem Stadtteil von Salzburg. Die Pfarre Salzburg-Gnigl gehört zum Stadtdekanat Salzburg des Erzbistums Salzburg.

Kirche und Friedhof mit Friedhofskapelle stehen unter Denkmalschutz.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Kirche vor dem Heuberg, vom Kapuzinerberg aus

Kirche und Friedhof befinden sich am Rand des historischen Ortskernes von Obergnigl, unterhalb von Schloss Neuhaus (Salzburg) am Kühbergfuß.

Der heutige Gnigler Friedhof hat in einem römerzeitlichen und einer bajuwarischen Reihengrabstätte Vorläufer.
Erstmals erwähnt ist eine Kapelle St. Michael in Gnigl erst 1585. Diese Messkapelle, benannt nach dem im Mittelalter sehr beliebten Heiligen Erzengel dürfte aber mittelalterlichen Ursprungs sein.

Madonna von Pötsch (Pócser Kopie)

1697/98 wurde eine Kopie des ursprünglich aus Ungarn (Máriapócs) stammenden Gnadenbildes von Maria Pötsch (Original im Wiener Stephansdom) aufgestellt, eine Schutzmantelmadonna (hier Maria Schutz genannt), womit eine lokale Wallfahrtstradition begann.

Der heutige Gnigler Friedhof wurde 1699 unter Fürsterzbischof Johann Ernst von Thun angelegt. Seinerzeit wurde vermutlich nur ein Anbau an die bestehende Kapelle errichtet. In diesem Jahr wurde Gnigl zusammen mit Aigen zur Pfarrkuratie des Domkapitels, weltlich unterstand sie als Hofmark dem Pfleg- und Landgericht Neuhaus. Im Jahr 1700 wurde unweit der Kirche in Obergnigl die Luggaukapelle Unsere liebe Frau am Schnoderbach errichtet.

Die Pläne für die neue Kirche stammten von Tobias Kendler. Dieser heute stehende Kirchbau wurde unter Fürsterzbischof Firmian 1731 begonnen, dann aber 1732 vorübergehend eingestellt. Ob die damals für den Weiterbau fehlenden Geldmittel mit hohen Ausgaben des Erzbischofs im Zusammenhang mit der Protestantenvertreibung standen, bleibt ungeklärt. Die Weihe der Kirche erfolgt 1738 durch Erzbischof Firmian, gleichzeitig wurde die Gottesmutter Maria Hauptpatronin der Kirche, zu Ehren der Himmelfahrt (15.8.) das alte Patrozinium (Michaeli, 29.9.) aber beibehalten.

1857 wurde Gnigl zur Pfarrei erhoben, und war für das ganze seinerzeitige Gemeindegebiet, einschließlich Itzling, Schallmoos-Ost, Guggenthal, Heuberg und Teilen des Gaisberg zuständig.

Vom Ende des Fürsterzbistums 1803 bis 1979 gehörte die Pfarrei zum Stadtdekanat Salzburg, bis 2011 zum Dekanat Salzburg-Ost, dann wurde das umfassende Stadtdekanat wieder errichtet, und Gnigl dem Pfarrverband Elsbethen – Salzburg-Aigen – Salzburg-Gnigl – Salzburg-Parsch (PV 3, Südosten der Stadt, Gem. Elsbethen, Aigen, Parsch, Gnigl ohne Gnigl-Nord) zugeteilt.[1] Die Pfarre betreut heute die Filialkirche Hl. Kreuz in Guggenthal, und die Messkapellen Luggaukapelle, Lanzingkapelle, Gswandtbauernkapelle, Hütteikapelle und die Hl. Kreuz-Kapelle. Teile von Gnigl-Nord werden aber von der Stadtpfarre St. Severin in Sam betreut.

1953 wurden vier neue Glocken von Erzbischof Andreas Rohracher eingeweiht, 2007 die Kirche renoviert.

Die Pfarre umfasst heute etwas unter 2.500 Gläubigen. Pfarrprovisor ist derzeit Domkaplan Walchhofer Martin, vor Ort praktiziert eine Pfarrassistentin.

Baubeschreibung

Die Kirche ist seit Firmian ein Saalbau im Stil des Rokoko. Der dominante Turm mit Zwiebelhaube über dem Haupteingang ist als markante Fassade vorgestellt, die Risspläne für die Kirche stammen von Sebastian Stumpfegger (1670−1749) und wurden vermutlich um 1710 erstellt. Zwiebelturm und die Orgelempore wurden zwischen 1732 und 1738 ebenfalls unter Erzbischof Firmian errichtet.

Der Hochaltar wurde ebenfalls von Stumpfegger gefertigt, und datiert 1738. Die Heiligenstatuen stammen im Wesentlichen vom Bildhauer Josef Anton Pfaffinger (1684– 1758).

Der Gnigler Friedhof

Die Friedhofskapelle

Der Friedhof besteht hier seit 1696. 1963 wurde dieser Friedhof neben der Kirche zum dritten Mal erweitert.

Eine Seltenheit im Stadtgebiet ist die erhaltene Totenkapelle im Friedhof, mit seinem Allerseelen-Kulissenaltar und mit fein beschrifteten Totenschädeln, die in Holzkästchen aufbewahrt sind.

An der der Kirche abgewandten Seite befindet sich an der alten Kirchhofmauer eine Gruftreihe, in denen sich unter anderem die Grabstätten von Carl Freiherr von Schwarz (1817-1898), Hofrat Dr. Emanuel Czuber, Univ. Prof. der Technischen Universität in Wien (1851-1925) und seiner Frau Berta, sowie das Familiengrab der Familien Toncic-Sorinj von Schmielerloew und de Plason de la Woerstyne befinden. An der südlichen Friedshofmauer findet sich das Grab mit Gedenkstein von Baronin Emilie Victorine Wolfsberg, der „Hundsgräfin“, die Napoleon auf seinen Reisen begleitete.

Weblinks

 Commons: Pfarrkirche Gnigl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise

  1. VO 31/2011 Auflösung der Dekanate in der Stadt Salzburg – Errichtung des Stadtdekanates.
    VO 32/2011 Stadt Salzburg: Dekret zur Einteilung in Pfarrverbände.
    Vorlage:§§/Wartung/alt-URL

    beide Verordnungsblatt der Erzdiözese Salzburg (VOBL) Nr. 4, April 2011, S. 40 ff (pdf, kirchen.net)

47.812057313.0741801450Koordinaten: 47° 48′ 43,4″ N, 13° 4′ 27″ O