Raneburg

Raneburg von Norden

Raneburg ist eine Fraktion der Gemeinde Matrei in Osttirol. Die Ortschaft liegt im Tauerntal und wurde 2001 von 18 Menschen bewohnt.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Raneburg liegt rund acht Kilometer nördlich des Ortszentrums des Markts Matrei . Die Fraktion befindet sich am linken Ufer des Tauernbaches zwischen dem Bach und der Felbertauernstraße, durch die sie über eine Abzweigung mit dem übrigen Gemeindegebiet verbunden ist. Darüber hinaus besteht am rechtsseitigen Ufer des Tauernbaches eine Verbindung zu den südlich gelegenen Fraktionen Berg und Gruben, die rund zwei bzw. zweieinhalb Kilometer entfernt liegen. Abseits der Kernsiedlung in 1268 Metern Höhe zählen auch der rund eineinhalb Kilometer südlich gelegene Bauernhof Unterrainer sowie der auf einem Abhang des Nussigkogels gelegene Bauernhof Asslaber (1395 Meter Höhe) zur Fraktion Raneburg. Raneburg ist Teil der Katastralgemeinde Matrei in Osttirol Land.

Geschichte

Widerstand gegen das geplante Pumpspeicherkraftwerk

Raneburg wurde 1448 erstmals urkundlich als Schwaighof Rannburg erwähnt. Raneburg gehörte dabei immer zu den kleinsten Fraktionen von Matrei in Osttirol und wurde 1869 von 16 Personen bewohnt.[2] Bei der Volkszählung 1890 wurden für Raneburg und das nördlich gelegene Tauer 21 Personen gezählt.[3] 2001 wurde Raneburg von 18 Personen bewohnt. Ab 2004 geriet Raneburg in das Visir der medialen Berichterstattung, nachdem der Energiekonzern TIWAG Pläne zur Errichtung des Pumpspeicherkraftwerks Matrei-Raneburg veröffentlicht hatte. In der Folge wurde das Pumpspeicherkraftwerk zu einem Ausleitungskraftwerk umgeplant, die Genehmigung zu Verwirklichung des Projektes wurde jedoch noch nicht erteilt.

Bauwerke

In Raneburg besteht eine denkmalgeschützte Hofgruppe, wobei die drei zugehörigen Bauernhöfe teilweise nur mehr temporär bewohnt werden. Zu der Hofgruppe gehören der Bauernhof Lagner (Raneburg Nr. 4), der Bauernhof Unter-Taunterer (Nr. 5) und der Bauernhof Wirtler (Nr. 6). Alle drei Bauernhöfe waren Freistifet des Pfarrwidums von Matrei und sind seit der Mitte des 18. Jahrhunderts belegt, der Bauernhof Wirtler sogar seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts.

Bauernhof Lagner (Raneburg Nr. 4)

Der Bauernhof Lagner entstand durch die Teilung der Tauntererhube. Bei dem Gebäude selbst handelt es sich um einen im Kern barocken Paarhof mit einem freistehenden Kleintierstall, wobei das zweigeschoßige Wohnhaus mit Mittelflurgrundriß aus dem 18. Jahrhundert stammt. Das Wohngebäude mit ebenerdigem Anbau wurde im 20. Jahrhundert teilweise erneuert und verfügt über ein legschindelgedecktes Blcokpfettendach, Obergeschoßsöller und barocke Fassadendetails. Das Wirtschaftsgebäude wurde vermutlich im 19. Jahrhundert geschaffen, der Ziegenstall im 18. Jahrhundert.

Der Bauernhof Unter-Taunterer ist ein typischer Osttiroler Paarhof in der Form der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Beim Wohngebäude handelt es sich um einen zweigeschoßigen Bau mit Seitenflurgrundriss unter einem schindelgedeckten Blockpfettendach. Parallel dazu wurde das Wirtschaftsgebäude mit einem schindelgedeckten Pfettendach errichtet. Er stammt mit seinem Bruchsteinfundament und seiner kombinierten Holzbauweise vermutlich aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Beim Bauernhof Wirtler handelt es sich im Gegensatz zu den beiden übrigen Höfen um einen quergeteilten Einhof aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Der dreigeschossige Kantblockbau wurde über einem rechteckigem Grundriss errichtet und mit einem schindelgedeckten Pfettendach ausgestattet.

Literatur

  • Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Lienz. Teil III. Iseltal, Defereggental, Kalsertal, Virgental. Verlag Berger, Horn 2007 ISBN 978-3-85028-448-6 (Österreichische Kunsttopographie, Band LVII)
  • Michael Forcher (Red.): Matrei in Osttirol. Ein Gemeindebuch zum 700-Jahr-Jubiläum der ersten Erwähnung als Markt 1280-1980. Matrei 1996

Weblinks

 Commons: Raneburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria Gemeindedaten Matrei, Volkszählung 2001
  2. Orts-Repetorium der Gefürsteten Grafschaft Tirol und Vorarlberg. Auf Grundlage der Volkszählung vom 31. Dezember 1869 bearbeitet von der k. k. statistischen Central-Commission in Wien. Innsbruck 1873
  3. k. k. statistische Central-Commission (Hrsg.): Special-Orts-Repertorium von Tirol. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1890. Wien 1893

47.06805555555612.528888888889Koordinaten: 47° 4′ N, 12° 32′ O