Tauernbach (Isel)

Tauernbach (Isel)
Tauernbach bei Proßegg unterhalb der Proßeggklamm

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DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Osttirol
Flusssystem Donau
Abfluss über Isel → Drau → Donau → Schwarzes Meer
Quelle Zwischen Alter und Felber Tauern
47° 9′ 2″ N, 12° 29′ 56″ O47.15055555555612.4988888888892270
Quellhöhe 2270 m ü. A.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Bei Matrei in Osttirol in die Isel46.99361111111112.5325930Koordinaten: 46° 59′ 37″ N, 12° 31′ 57″ O
46° 59′ 37″ N, 12° 31′ 57″ O46.99361111111112.5325930
Mündungshöhe 930 m ü. A.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 1340 m
Länge 18 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlenVorlage:Infobox Fluss/EINZUGSGEBIET_fehlt
Rechte Nebenflüsse Gschlößbach, Froßnitzbach
Linke Nebenflüsse Landeggbach, Bretterwandbach
Gemeinden Matrei in Osttirol

Der Tauernbach ist ein Bach in Osttirol und gehört neben dem Kalserbach und der Schwarzach zu den wichtigsten Zuflüssen der Isel. Der Tauernbach entspringt am Ende des Tauerntals unterhalb des Alter Tauerns (nahe Felber Tauern) in 2.270 m Höhe und fließt steil bergab. In einer Höhe von etwa 1.580 Metern mündet der Tauernbach zwischen dem Außergschlöß und der Wohlgemuthalm in den weit größeren Gschlößbach. Dennoch wird der aus dem Zusammenfluss der beiden Bäche entstandene Fluss in der Folge als Tauernbach bezeichnet. Bei Matrei in Osttirol mündet der Tauernbach schließlich nach 18,02 km und der Überwindung von 1.340 Höhenmetern in die Isel.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geologie

Der Tauernbach durchfließt vor allem Schichten kristallinen Schiefers des Tauernfensters. Abschnittsweise durchquert er dabei auch Granit- und Gneisschichten. Im Bereich der Mündung in die Isel verläuft der Tauernbach hingegen Schotter- und Sandschichten, die die geologische Formation der Matreier Schichten bereits überlagert haben.

Verlauf

Der Tauernbach entspringt am Beginn des Tauerntals am südlichen Abhang des Alter und Felber Tauerns in 2.270 Metern Höhe. Anschließend verläuft er steil bergab und nimmt im sogenannten Holzbodenwald den Dichtenbach auf. Nach etwas mehr als drei Kilometern mündet der Tauernbach am Beginn des Gschlößtals in den weit mächtigeren Gschlößbach. Dieser hat seinen Ursprung im Zusammenfluss des Viltragenbachs (Quellgebiet: Viltragenkees) und des Schlatenbachs (Quellgebiet: Karleskees). Vermutlich auf Grund der Tälerbezeichnungen erhält ab dem Zusammenfluss des Tauernbaches und des Gschlößbaches (Beginn des Tauerntals) der entstandene Fluss den Namen Tauerbach. Der Tauernbach bildet in der Folge eine starke Verebnung, die bis zur Moaralm reicht. Hier liegen auch der Weiler Tauer (1.511 m) und das Matreier Tauernhaus. Danach verengt sich das Tauerntal klammartig und der Tauernbach fließt nahe der Felbertauernstraße bis zur Kalser Alm. Kurz danach nimmt der Tauernbach den Landeggbach auf und fließt in etwas größerer Distanz weiter parallel der Felbertauernstraße zur Unterwaldalm, wo sich das Tal bis zum Weiler Raneburg (1.268 m) aufweitet. Ab hier nähert sich der Straßenverlauf wieder stark an den Tauernbach an, was auf die Verengung des Tauerntals bis zu den Weilern Berg (1.272 m), der etwas oberhalb des Baches liegt, und Gruben (1.150 m) zurückzuführen ist. Bei Gruben erweitert sich das Tal bis zur Pumpstation Gruben (Transalpine-Ölleitung TAL). Danach verengt sich das Tauerntal erneut und der Tauernbach fließt unterhalb des Weilers Lublaß (1.148 m), nach der Aufnahme des Steiner Baches mit den bekannten Steiner Wasserfällen, in die Prosseggklamm. Bei der gleichnamigen Ortschaft Prossegg (945 m) hat der Tauernbach bereits den Großteil seines Gefälles zurückgelegt und fließt nun begradigt durch stark landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Er passiert nun Matrei am westlichen Ende des Ortes und mündet nach der Aufnahme des Bretterwandbaches in die Isel.

Umwelt

Fauna und Flora

Im Ursprungsgebiet des Tauernbaches finden sich insbesondere Zwergstrauchheiden und alpine Rasengesellschaften. Oberhalb von Außergschlöß (entlang des Gschlößbachs) und flussabwärts bis zur Moaralm bestehen vor allem weiträumige Almgebiete. Die Schluchtenstrecken des Tauernbaches sind an den westseitigen Taleinhängen vor allem von Nadelbäumen bewachsen, an der Obergrenze der Steilstufe bestehen auch Laubgehölze. Die gegenüberliegende Talseite ist hingegen meist etwas flacher und großteils von Laubgehölzen bewachsen. Bis Prossegg werden in den Verebnungen insbesondere die westlichen Talhänge bewirtschaftet, während an den Osthängen monataner Fichtenwald dominiert und nur selten in den Talräumen durch Grünflächen unterbrochen wird. Das weitläufige Verbreiterungsgebiet des Tauernbaches unterhalb von Prossegg bis zur Mündung wird hingegen an beiden Ufern weitgehend von der Landwirtschaft in Anspruch genommen.

Die Fischpassierbarkeit des Flusses ist vor allem durch die Prosseggklamm (Wasserfälle, Wehranlage) und die Schluchtenstrecke oberhalb der Wohlgemutalm unterbrochen. Fischvorkommen im Gschlößbach und im Bereich des "Matreier Tauernhaus" sind deshalb vermutlich auf Besetzungen zurückzuführen. Vorkommende Fischarten sind vor allem Bachforellen, Saiblinge und vereinzelt Regenbogenforellen sowie Äschen (Unterlauf).

Naturschutz

Ab der Einmündung des Keespölachbach flussaufwärts ist der Gschlößbach Teil des Nationalparks Hohe Tauern (Außenzone bzw. Kernzone). Aus naturschutzfachlicher Sichte ist auch die Prosseggklamm von Bedeutung. Als schützenswert werden darüber hinaus einige der Zuflüsse bewertet, wie der Mittellauf des Froßnitzbaches und die Hochgebirgsstrecken des Landeggbaches, Steiner Baches und Gschlößbaches (im Hochtal verzweigte Fließgewässerstrecken).

Uferzustand und Verbauungsmaßnahmen

Ufersicherung (Buhne) im Ortsgebiet Matreis

Der Oberlauf des Tauerbaches (Viltragenbach) ist bis zur Schlatenbachmündung noch naturbelassen. Ab dem Innergschlöß wurde der Fluss (hier noch Gschlößbach) zur Gewinnung und Sicherung landwirtschaftlicher Nutzflächen (extensiv bewirtschaftete Feuchtwiesen) jedoch hart verbaut, begradigt und die Laufentwicklung durch Längsverbauungen eingeschränkt. Zusätzlich wurden zwei Geschiebeauffangbecken (Mündung Schlatenbach und Wohlgemutalm) errichtet. Neben dem Oberlauf, haben sich natürliche Flussabschnitte insbesondere in den Schluchtenstrecken erhalten, beginnend bei der Mündung des Tauernbaches in den Gschlößbach (bis Wohlgemutalm) und in der Prosseggklamm, wo kurze Verebnungsstrecken nur punktuell verbaut sind. Im Ortsgebiet von Matrei ist der Tauernbach schließlich durchgehend mit Holz/Blocksteinbuhnen bzw. Steinschlichtungen verbaut.

Gewässergüte

Der Tauernbach weist über die gesamte Länge die Gewässergüteklasse I-II auf. Verschmutzungen im Oberlauf werden vor allem durch Abwasserleitungen im Almbereich des Innergschlöß verursacht, im Unterlauf ist die hohe Zahl an Abwassereinleitungen im Bereich von Matrei auffallend. Da die Ortskanalleitung sich zurzeit im Bau befindet und die gesammelten Abwässer künftig in die Kläranlage bei Kienburg (Huben) transportiert werden, ist mit einer Verbesserung der Gewässergüte im Unterlauf zu rechnen.

Wirtschaft

Energiewirtschaftliche Nutzung

Derzeit findet eine energiewirtschaftliche Nutzung des Tauernbaches lediglich am Unterlauf im Bereich der Prosseggklamm statt. Dort wird das Wasser mit Hilfe einer Wehranlage 360 Meter oberhalb des privat betriebenen Kraftwerkes entnommen, wobei die Restwasserdotation etwa 70-80 Prozent beträgt. Derzeit werden somit nur 1,2 % der Gesamtlänge des Tauernbaches energiewirtschaftlich genutzt. Pläne der TIWAG zum Ausbau der Wasserkraftnutzung am Tauernbach gehen jedoch wesentlich weiter. Die TIWAG plant derzeit ein Pumpspeicherkraftwerk Matrei-Raneburg, dass den Tauernbach oberhalb des Weilers Raneburg durch eine 90 Meter hohe Staumauer aufstauen soll und einen Stausee vorsieht, der bei Vollstau 20 Millionen Tonnen Wasser fassen soll. Dieses Projekt, im Vorhof des Nationalparks Hohe Tauern, stößt jedoch nicht nur bei Umweltschützern auf massiven Widerstand, auch die lokale Bevölkerung hat sich bereits in einer Bürgerinitiative gegen den Kraftwerksbau organisiert. Unterstützt wird das Projekt derzeit lediglich von der ÖVP, SPÖ, Grüne und FPÖ haben sich bereits dagegen ausgesprochen.

Weblinks