Sellraintal

Das Sellraintal, ortsüblich Sellrain, ist ein Seitental des Inntals im Bezirk Innsbruck-Land im Bundesland Tirol, Österreich. Es wird von der Melach und dem in sie mündenden Zirmbach durchflossen.

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Topographie

Das schmale Kerbtal erstreckt sich in den Stubaier Alpen vom Kühtai-Sattel auf 2017 m ü. A. bis nach Kematen in Tirol, wo es nach der Melachschlucht gegenüber der Martinswand in das Inntal mündet. Es verläuft großteils parallel zum Inntal.

Westlich von Kühtai schließt das Nedertal an, das bei Oetz in das Ötztal führt, eine Passstrecke zweigt von Ochsengarten in das Inntal nach Haiming ab.

Das Sellraintal besitzt einige südliche Seitentäler, deren längstes das Lüsenstal südlich von Gries im Sellrain ist. Darüber hinaus sind noch das Fotschertal (von Sellrain ausgehend), das Gleirschtal (von St. Sigmund ausgehend), das Kraspestal (von Haggen ausgehend), und das Finstertal mit dem Finstertaler Stausee (von Kühtai ausgehend) Seitentäler des Sellraintals.

Tourismus/Erschließung

Das Tal ist bis auf den Ort Kühtai touristisch nur mäßig erschlossen. Deshalb bewahrt es sich bis heute im Gegensatz zu den benachbarten Tälern (Ötztal, Pitztal, Stubaital) ein von der bergbäuerlichen Kultur geprägtes Natur- und Kulturlandschaftsbild. Landwirtschaft wird auch auf den steilen Hängen vorwiegend in Handarbeit betrieben.

Verkehr

Die Sellraintal-Landesstraße ist immer wieder durch Lawinen, Muren und Steinschläge gefährdet, dem versucht man mit aufwändigen Schutzbauten zu begegnen.

Die Erschließung des Tales im öffentlichen Verkehr erfolgt durch die Buslinie 4166 der ÖBB von Gries via Völs nach Innsbruck. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es ein Projekt der Stubaitalbahn für eine Bahn über Hall in Tirol und Axams nach Gries, das jedoch nicht realisiert wurde.

Die Sellraintalbahn war eine zu Beginn des 20. Jahrhunderts geplante, aber nicht verwirklichte Eisenbahnstrecke in Tirol. Sie sollte das äußere Sellraintal auf der Seehöhe des westlichen Mittelgebirges von Innsbruck aus erschließen. Die Streckenführung war ausgehend von der Stammstrecke der Stubaitalbahn über Götzens, Birgitz, Axams, Grinzens und Tanneben oberhalb von Sellrain an der orografisch rechten Talseite bis Gries im Sellrain geplant. Gries war zu Beginn des Jahrhunderts ein aufstrebender Fremdenverkehrsort. Die Strecke wäre ähnlich wie die Stubaitalbahn trassiert worden, d.h. massetransportsparend möglichst im Geländeverlauf und damit sehr kurvenreich. Bei der Eisbrücke südlich von Tanneben im Fotschertal hätte sich das auffallendste Kunstbauwerk der Bahn befunden - ein großer Kehrviadukt.

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