Struden

Ehemalige Marienkirche in Struden

Struden ist eine Katastralgemeinde von St. Nikola an der Donau im oberösterreichischen Strudengau.

Von der Erhebung zum Markt 1591 bis zur Eingemeindung nach St. Nikola am 1. März 1875 war Struden freier Markt. Bei der Volkszählung im Jahr 2001 hatte der Ort 267 Einwohner.[1] Die Ortschaft liegt auf 225 m ü. A.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Struden grenzt im Westen an die beiden Katastralgemeinden Panholz und Grein der Stadtgemeinde Grein, im Nordwesten an die Katastralgemeinde Wetzelstein der Marktgemeinde Bad Kreuzen, im Norden an die Markt- und Katastralgemeinde Waldhausen und im Osten an die Katastralgemeinde St. Nikola an der Donau. Im Süden reicht Struden bis ans die Donau, die gleichzeitig auch die Grenze zum Bundesland Niederösterreich bildet.

In Struden mündet am westlichen Rand der durch die Stillensteinklamm fließende Gießenbach in die Donau.

Geschichte

Marktbrunnen in Struden

Das u.a. Freigericht bzw. die Hofmark Struden, eine Ansiedlung freier Leute auf königlichem Boden, gehörte neben den Pfarren Grein und St. Nikola und der Ortschaft Hößgang am südlichen Ufer der Donau zur landesfürstlichen Burg Werfenstein, die 1498 in der Herrschaft Greinburg aufging.

Bereits 1391 wurde in Struden eine Maut eingehoben. Von den stromaufwärts fahrenden Schiffszügen musste für die Waren, die Zugpferde und die Durchfuhr eine Gebühr bezahlt werden. 1399 war in Struden ein Pfleger bestellt, der den Greiner Bürgern beim Be- und Entladen der Schiffe beschützen musste. 1572 wurde das Pfleggericht nach Grein verlegt.

Der Marktrichter am Freigericht Struden war sowohl für Struden als auch Hößgang zuständig. Die höhere Gerichtsbarkeit oblag dem Landgericht Machland, dessen Wirkungsbereich hier über die Donau nach Niederösterreich reichte.

Die Ende des 15. Jahrhunderts eingeführte Wassermaut in Struden wurde bis zum 1. Juli 1852 eingehoben.[3]

Struden wurde 1591 oder 1592 zum Markt erhoben und erhielt ein eigenes Wappen, das an die Lage des Ortes an der Donau und an die Burg Werfenstein erinnert.

Politik

Als Bürgermeister wirkten ab 27. Juli 1850 bis zu seinem Tod 1858 Joseph Langthaler und danach bis zur Eingemeindung am 1. März 1875 Johann Mühlberger. Zuvor waren Marktrichter im Freien Marktgericht Struden tätig.[4]

Kommunalarchiv

Der 1906 vom oberösterreichischen Landesarchiv in Verwahrung genommene Archivbestand der ehemaligen Marktgemeinde Struden beginnt 1491 und reicht herauf bis ins 19. Jahrhundert. Bemerkenswert sind die Schifferordnungen im Struden 1628 bis 1636.

Historische Objekte

Burg Werfenstein im Strudengau
  • Burg Werfenstein
  • Mauthaus (Neues Zollamt)
  • Ehemalige Marienkirche in Struden
  • Marktbrunnen (1728)
  • Pranger (bestehend aus Sockel, Säule, Pyramidenstumpf und abschließender Kugel, insgesamt 3,2 Meter hoch, Sockel mit quadratischer Grundfläche mit einer Seitenlänge von 48 Zentimeter, Sockelhöhe 40 Zentimeter, Säule mit quadratischer Säule mit einer Seitenlänge von 40 Zentimeter und einer Höhe von 1,9 Meter, 75 Zentimeter hoher, quadratischer Pyramidenstumpf mit einer Seitenlänge von 39 Zentimeter an der Unter- und 30 Zentimeter an der Oberkante, Durchmesser der Kugel 15 Zentimeter).
  • Siebenbögiges Viadukt der Donauuferbahn über den Gießenbach

Verkehr

Siebenbögiges Viadukt der Donauuferbahn über den Gießenbach

Die Donau Straße führt am südlichen Rand entlang der Donau an Struden vorbei. Die Donauuferbahn durchquert das Gebiet der Katastralgemeinde. Die nächste Bahnhaltestelle heißt St. Nikola-Struden und befindet sich auf dem Gebiet der Katastralgemeinde St. Nikola.

Wirtschaft und Tourismus

Neben lokalen Wanderwegen, beispielsweise durch die Stillensteinklamm wird Struden auch vom überregionalen Donauradweg berührt. Die Gießenbachmühle an der Mündung des Gießenbachs in die Donau ist die Endstation des 2010 neu eröffneten Donausteigs.

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten, die in Verbindung mit Struden stehen:

  • Jörg Lanz von Liebenfels, erwarb für den von ihm gegründeten Neutempler-Orden die Burg Werfenstein als Ordensburg im Jahr 1907. Mehrere Jahre nach seinem Tod wurde die Burg 1963 wieder verkauft. Er entdeckte den Strudener Pranger und stellte ihn auf dem Burggelände auf.

Quellen

  • Wolfgang Schachenhofer: Die Ortsgeschichte von St. Nikola an der Donau, in: Oberösterreichische Heimatblätter, herausgegeben vom Landesinstitut für Volksbildung und Heimatpflege in Oberösterreich, 35. Jahrgang, Heft 3/4, Linz 1981, S 286 (mit zahlreichen Literaturverweisen) PDF

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Wohnbevölkerung nach Ortschaften
  2. Handbuch für Donaureisen abgefragt am 19. August 2011
  3. Archiv abgefragt am 19. August 2011
  4. Bürgermeister von Struden abgefragt am 19. August 2011

48.22956514.894767Koordinaten: 48° 13′ 46″ N, 14° 53′ 41″ O