Tatort: Vergeltung

Folge der Reihe Tatort
Originaltitel Vergeltung
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
ORF
Länge 89 Minuten
Einordnung Folge 793
Erstausstrahlung 6. März 2011 auf ORF
Stab
Regie Wolfgang Murnberger
Drehbuch Uli Brée
Besetzung
Episodenliste

Vergeltung ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der Film mit Harald Krassnitzer als österreichischer Ermittler Moritz Eisner wurde am 6. März 2011 erstgesendet.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Zum dritten Mal wurde ein rechtskräftig verurteilter, jugendlicher Gewalttäter auf die gleiche Art und Weise getötet.

Chefinspektor Moritz Eisner erfährt am Tatort, dass Bibi Fellner, seine alkoholabhängige Kollegin von der Sittenpolizei, in diesem Fall seine Assistentin sein wird, und beschwert sich daraufhin erfolglos bei seinem Vorgesetzten Ernst Rauter.

Erste Hinweise führen die Ermittler in die von Dr. Jochen Schmitz geleitete Einrichtung Pro Youth, in der alle drei Opfer resozialisiert werden sollten. Straffällig gewordene Jugendliche können dort therapeutische Hilfe wahrnehmen, statt eine Haftstrafe zu verbüßen.

In der Einrichtung wird auch Celine Stein betreut, die Tochter der Schlagersängerin Jaqueline Stein. Nachdem Celine überfallen und zusammengeschlagen wird, schwebt sie in Lebensgefahr. Bibi vermutet, dass dies weiteren Jugendlichen passieren kann, die bei Dr. Schmitz in Behandlung waren, und warnt die Jugendliche Kira, die ihr bereits aus ihrer Zeit bei der Sittenpolizei bekannt war.

Die beiden Ermittler erfahren aus Polizeiakten, dass Celine zusammen mit Freunden eine frühere Erzieherin genauso gefoltert und geschlagen hatten, wie es nun auch Celine selbst erging. Beim Besuch der Erzieherin, die immer noch stationär betreut wird, erfahren Eisner und Fellner, dass Jochen Schmitz, der Leiter der Jugendeinrichtung, der Freund der Erzieherin ist und dass die Frau bei dem damaligen Überfall auch das gemeinsame Kind verlor.

Als Bibi abends nach Hause kommt sitzt Kira vor Ihrer Türe. Auch sie ist zusammengeschlagen worden. Sie nimmt Kira zuhause auf. Später findet sie im Abfall ein Medikament, das unter Jugendlichen sehr verbreitet ist, Hemmungen ab- und Aggressionen aufbaut.

Eisner und Fellner sehen auf CDs, die der Freund von Kiras Mutter heimlich in der Wohnung aufgenommen hat, dass Kira offensichtlich mit Jan Scheidl, einem der Mordopfer befreundet war. Fast zugleich entdecken sie auf anderen Bändern aus der U-Bahn, auf denen der Mord an Scheidl zu sehen ist, dass es sich bei dem Mörder wegen lackierter Fingernägel wohl um eine Frau handelt. Damit ist Kira nun schwer verdächtig. Unterdessen verstirbt Celine Stein in der Klinik an den Folgen ihrer Verletzungen.

Um Kira aus der Reserve zu locken, erzählt ihr Bibi aber, dass es Celine besser ginge und dass man nun wohl bald erfahren werde, wer diese Taten verübt habe. Sie haben Erfolg, denn Kira fährt sofort ins Krankenhaus um Celine zu töten. Dort trifft sie aber nur auf Eisner und Fellner. Im Laufe des folgenden Gesprächs kommt heraus, dass Kira von Dr. Schmitz mit Psychologie und Medikamenten manipuliert und quasi als Mordwerkzeug missbraucht wurde. Eisner und Fellner möchten, dass Kira ihnen hilft, Dr. Schmitz zu entlarven, doch Kira kann fliehen und fährt mit einem Messer bewaffnet sofort zu Dr. Schmitz. Eisner und Fellner nehmen die Verfolgung auf. Im Haus der Einrichtung angekommen, hören sie im Treppenhaus bereits Schüsse. Als sie in die Wohnung kommen, liegt Kira schon erschossen auf dem Boden. Sie hat Dr. Schmitz zwar mit Ihrem Messer verletzt, musste dies aber mit dem Leben bezahlen.

Hintergrund

Der Tatort spielt in Wien und ist eine Gemeinschaftsproduktion von ARD und ORF, hergestellt von Allegro Film in Wien.

Rezeption

Einschaltquoten

Die Erstausstrahlung in Deutschland wurde in Das Erste von 8,33 Millionen Zuschauern gesehen, was die höchste Quote für einen vom ORF produzierten Tatort seit 2001 darstellte. Auf ORF 2 verfolgten durchschnittlich 990.000 Zuschauer die Premiere, was den besten Wert für eine österreichische Tatort-Ausstrahlung seit 2004 und einen Marktanteil von 31 Prozent bedeutete.[1]

Kritik

Die Kritiken fielen meist positiv aus, insbesondere wird die schauspielerische Leistung gelobt. Freddy Langer sagte in der FAZ: „Adele Neuhauser ist großartig.“ Ihre Figur spiele sie haarscharf neben der Spur. Sie sei nicht „die erste Kollegin, die Harald Krassnitzer im Tatort des ORF zur Seite gestellt wird, aber sie ist die erste gestandene Frau. Und es ist wunderbar, wie die beiden zwischen Lakonie und Fatalismus balancieren - zumal ihnen das Drehbuch inmitten einer schier unüberschaubaren Zahl von Handlungssträngen überraschend wenig Beachtung schenkt.“ Erstaunlich sei, „mit welcher Hingebung Regisseur Wolfgang Murnberger in seinen Film „Vergeltung“ allerhand groteske Details unterbringt. Da fallen Wiener Schmäh und Wiener Aktionismus übereinander her, wenn ein Schlagersternchen aus der Klatschpresse von der neuen Liebe ihres Freunds erfährt, während sich ein Raum weiter die therapierten Kinder die Wut aus dem Bauch urschreien und nebenan Harald Krassnitzer - als reichten all die Hämatome der Beteiligten nicht aus - ausgerechnet vor einem Gemälde wie von Hermann Nitsch mit Blut hingeschleudert auf eine Gesprächsgelegenheit wartet.“[2]

Die Rheinische Post resümierte: „Der österreichische Tatort mit dem eigentümlichen Ermittler-Duo wartet mit einem Fall auf, dessen Handlungsstrang und Auflösung zwar grotesk, aber spannend sind.“[3]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Topquoten bei Neuhauser-Premiere Der Standard.at vom 7. März 2011
  2. Ich brauche eine Assistentin, kein Wrack FAZ vom 6. März 2011
  3. Moritz Eisner jagt einen Serienkiller RP Online vom 6. März 2011