Theater an der Gumpendorfer Straße

Das Theater an der Gumpendorfer Straße (TAG) ist eine der sogenannten „Mittelbühnen“ Wiens und wurde am 13. Januar 2006 eröffnet.

Das TAG steht für selbstentwickelte Theaterabende, die sich an Vorlagen oder dramatischen Stoffen orientieren und für deren Entwicklung das TAG langfristig mit TheatermacherInnen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zusammenarbeitet (Ausschreibungs-Projekt „Werktage“). Das TAG hat ein eigenes Schauspielensemble, einen variablen Bühnen-/Zuschauerraum für 47 bis 190 Personen und zeigt pro Saison (Anfang Oktober bis Ende Juni) vier bis sechs Sprechtheater-Eigenproduktionen im Repertoirebetrieb, ergänzt um drei bis fünf Gastproduktionen („OFFene Fenster“) und seine Improvisationstheater-Schiene (z.b. „Sport vor Ort“).

Das TAG wird seit der Saison 2009/10 von einer seiner GründerInnen, Margit Mezgolich, künstlerisch geleitet; u.a. wurde "Richard 2 - Jetzt schaun wir mal, wer gleich noch steht" unter die Top 5 der besten Aufführungen Österreichs 2010 vom KURIER gewählt.

Geschichte des TAG

Im November 2004 wurde im Rahmen der Wiener Theaterreform unter anderem das Konzept der Gruppen-Kooperative HIGHTHEA (urtheater, Theater KINETIS, L.U.S.Theater) aus 117 Einreichungen von einer Theaterjury bestehend aus TheoretikerInnen, IntendantInnen, DramaturgInnen und FachjournalistInnen unter der Leitung von Dietmar N. Schmidt für eine 4-jährige Förderung empfohlen.

Die Stadt Wien reagierte auf die Empfehlung mit dem Vorschlag, die Leitung des Hauses vom Theater Gruppe 80, die von Helga Illich und Helmut Wiesner nach 23-jähriger Arbeit mit Ende der Saison 2004/05 zurückgelegt wurde, der Kooperative HIGHTHEA zu übertragen. Diese hat unter dem neuen Namen TAG am 1. Juli 2005 die Leitung des Theaters und seines Trägervereins mit dem Anspruch übernommen, das heterogene ästhetische und inhaltliche Angebot der drei Gründungsgruppen unter einem Dach zu vereinen. Das TAG wird seither vom Kulturamt der Stadt Wien gefördert. Das Staatssekretariat für Kunst und Medien im Bundeskanzleramt hat mit Mitte 2005 seine langjährige Förderung des Standorts beendet. Der umfassende Umbau, der u.a. die Fassade, das obere Foyer und die Künstlergarderoben und sanitären Anlagen betrifft, wurde von der Stadt Wien mit einer zweckgewidmeten Förderung finanziert.

Am Freitag, den 13. Januar 2006 öffnete das TAG seine Türen, womit ein wesentliches Kapitel der Wiener Theaterreform geschrieben wurde. Die Finanzierung des TAG wurde seitens der Stadt Wien inzwischen bis Ende 2013 sichergestellt und die Gruppengrenzen nach und nach durchlässiger. So präsentiert sich die Leitung des TAG – nach dem Schrittweisen Rückzug des Theater KINETIS – als eine Gruppe bestehend aus den Gründungsmitgliedern Margit Mezgolich, Gernot Plass, Georg Schubert, Isabelle Uhl und Ferdinand Urbach.

Mit der Saison 2009/10 zeichnete Margit Mezgolich erstmals alleinig künstlerisch verantwortlich und lud das Wiener Publikum, sowie TheatermacherInnen aus dem gesamten deutschen Sprachraum (Projekt „Werktage“) zu einem Spiel mit Perspektiven: Zukunftsperspektiven, neue Perspektiven auf alte Stoffe, Geschichten aus wechselnder Perspektive erzählt. Das Projekt „Werktage“ wurde als zentrales Element des Spielplans auch in den folgenden Saisonen fortgesetzt (10/11: „Lüge / Scheinwelten“, 11/12: „Sei mein Held!“).

Ensemble

  • Julian Loidl
  • Horst Heiss
  • Gernot Plass
  • Georg Schubert
  • Maya Henselek
  • Petra Strasser
  • Gottfried Neuner
  • Agnieszka Wellenger

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