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Klosterarbeit#

Klosterarbeit

Klosterarbeiten oder "schöne Arbeiten" wurden zumeist von Nonnen mit großer Kunstfertigkeit hergestellt. Sie fertigten Paramente, Reliquienfassungen, verzierte Andachtsbilder, Christkindfiguren und andere Devotionalien an, die für den kirchlichen Gebrauch oder zum Verkauf bestimmt waren. Alle Techniken der klassischen weiblichen Handarbeiten kamen zur Anwendung: Stickerei, Nadelmalerei, Weberei aber auch Kalligraphie, Miniaturmalerei oder Wachsbossierungen. 

Manche Künstler im Habit sind namentlich bekannt, unter den Schwestern des Benediktiner-Frauenstiftes Nonnberg (Salzburg) waren es im 18. Jahrhundert die Wachsbossiererin Maria Anna Vierholz, die Miniaturmalerin Maria Walburga Ramböck, die Zeichnerin und Goldstickerin Maria Gertrud Ossinger. In Admont (Steiermark) war ein Laienbruder als Nadelmaler tätig. Der Kunststicker Frater Benno Haan widmete sich von 1656 bis 1720 dem Sticken sakraler Bildwerke. Aus seiner Hand stammen Kelch- und Altarparamente und Ornate aus Seide, Gold- und Silberfäden.

  Reliquien wurden in Rahmenkästchen angeordnet, mit Golddraht, Glassteinen, Perlen und Pailetten umsponnen. Sie umgaben ein Heiligenbild oder "Agnus Dei" aus Wachs. Beliebte Devotionalien waren Wachs-Nachbildungen von Kultfiguren des Jesuskindes, wie des Loretokindls in Salzburg oder des Prager Jesuleins mit Brokatgewändern, Kronen und Zeptern. "Fatschenkindl" lagen in Glasschreinen, mit Stoff- und Papierblumen und Glassteinen geziert. Klöppelspitzen, Gold-, Silber- und Seidenstickerei kamen bei der Herstellung von Messkleidern zur Anwendung.


Quellen:
Christl Eger: Zum Lobe und zur Ehre Gottes. Admont 1998
Bruno Wimmer: Vom Zauber der schönen Arbeiten, in: Sammler-Journal, Schwäbisch Hall 1981, S. 802 f.

Bild: Klosterarbeit 20. Jh., Foto: Helga Maria Wolf