unbekannter Gast

Marienfeiertage#

Lourdes

Die (früher noch zahlreicheren und teilweise nur im Regionalkalender vermerkten) Hochfeste, Feste und Gedenktage der Gottesmutter Maria sind von unterschiedlichem liturgischem Rang. Zu den Hochfesten zählen Mariae Erwählung (Mariae Empfängnis, 8. Dezember), Mariae Heimsuchung (31. Mai bzw. 2. Juli), Mariae Aufnahme in den Himmel (Maria Himmelfahrtstag, 15. August). Das Hochfest der Gottesmutter Maria am Neujahrstag (1. Jänner) ist zugleich Oktavtag von Weihnachten und erinnert an die Namengebung des Herrn. Mariae Geburt (8. September) ist ein Fest. 

Dazu kommen gebotene (G) und nicht gebotene (g) Gedenktage

• Gedenktag (G) Maria Königin aller Heiligen (22. August) - Seit 1954 für den 31. Mai vorgeschrieben, im neuen Römischen Kalender auf den Oktavtag des Maria Himmelfahrtstages verlegt. 

• Gedächtnis (G) der Schmerzen Mariae (15. September) - 1423 in Köln am 3. Freitag nach Ostern begangen, 1721 als "Fest der sieben Schmerzen der seligen Jungfrau Maria " auf die ganze Kirche ausgedehnt und auf Freitag vor dem Palmsonntag (Schmerzhafter Freitag) verlegt, seit 1913 am 15. September, dem Oktavtag von Mariae Geburt und Tag nach Kreuzerhöhung begangen. Als Sieben Schmerzen Mariae gelten: die Weissagung Simeons, die Flucht nach Ägypten, der Verlust des zwölfjährigen Jesus, die Begegnung auf dem Kreuzweg, das Stehen unter dem Kreuz, der tote Jesus auf dem Schoß seiner Mutter und seine Grablegung.

• Gedenktag (G) Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz (7. Oktober) - 1547 ist in Spanien ein Rosenkranzfest am dritten Aprilsonntag bezeugt. Nach Siegen über die Türken (Seeschlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571, bei der man dem Rosenkranzgebet den Sieg zuschrieb) und unter Prinz Eugen bei Peterwardein feierte die ganze Kirche im Oktober "Maria vom Siege". 1960 wurde der Name geändert und der 7. Oktober festgelegt. 

• Gedenktag (G) Unserer Lieben Frau von Jerusalem (21. November) - Anlass zu diesem Fest war wohl die Weihe der Kirche S. Maria Nova in Jerusalem am 21. November 543. Es wurde auch mit der legendären Überlieferung von Maria als Tempeljungfrau in Zusammenhang gebracht und 1585 für die ganze Kirche vorgeschrieben. 

• Gedenktag (g) Unserer Lieben Frau in Lourdes (11. Februar) - Grundlage sind die 18 Erscheinungen (11. Februar bis 16. Juli 1858) in Lourdes. Das Fest entstand zum 50-Jahr-Jubiläum, 1908. 

• Gedenktag (g) Unbeflecktes Herz Mariae (Samstag nach dem Herz-Jesu-Fest) - Pius XII. schrieb das Fest 1944 für die ganze Kirche vor. Im 2. Weltkrieg weihte der Papst "das Menschengeschlecht dem gütigsten Herzen der Gottesmutter." Die Erscheinungen von Fatima (Mai bis Oktober 1917), die 1930 von der Kirche anerkannt wurden, förderten die Aufnahme in den römischen Festkalender. 

• Gedenktag (g) Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel (16. Juli) - Das ursprüngliche Ordensfest der Karmeliter beruht auf einer Marienvision (1251) ihres damaligen Generals. Seit 1726 gilt es für die ganze Kirche. 

• Gedenktag (g) Mariae Namen (12. September) - Das "Namenstagsfest" entstand im 16. Jahrhundert in Spanien. Nach der Befreiung Wiens am 12. September 1683 dehnte es der Papst auf die ganze Kirche aus. Jetzt findet es sich wegen des historischen Bezuges nur noch im deutschen Regionalkalender.

Die früheren Marienfeiertage Mariae Lichtmess (2. Februar) und Mariae Verkündigung (25. März) sind jetzt Herrenfeste (Fest Darstellung des Herrn und Hochfest Verkündigung des Herrn). Zwei Marienfeste wurden nicht mehr in den Kalender aufgenommen: Das Fest der Gottesmutterschaft Mariens (11. Oktober) und das Ordensfest Maria de Mercede (Fest der allerseligsten Jungfrau vom Loskauf der Gefangenen, 24. September).


Quelle: Adolf Adam: Das Kirchenjahr mitfeiern. Freiburg/Br. 1979. S.172 f.

Bild: "Maria von Lourdes". Kleines Andachtsbild, 19. Jahrhundert. Gemeinfrei