Kernfusion aus der Sicht Anfang 2026
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Autro: ANONYM
Die Kernfusion hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Dynamik entwickelt. Während das Thema lange als „ewige Hoffnung für in 50 Jahren“ galt, ist die Forschung heute an einem Wendepunkt: Wir bewegen uns von der rein wissenschaftlichen Grundlagenforschung hin zur technologischen Erprobung und industriellen Planung.
Aktueller Stand der Entwicklung (Stand 2026)
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In den letzten zwei bis drei Jahren gab es mehrere Durchbrüche, die das Feld befeuert haben:Netto-Energiegewinn: Ende 2022 gelang es der National Ignition Facility (USA) erstmals, mittels Laserfusion mehr Energie aus einer Fusionsreaktion zu gewinnen, als direkt durch die Laser eingestrahlt wurde.
Magnet-Technologie: Neue Hochtemperatur-Supraleiter ermöglichen heute deutlich stärkere Magnetfelder. Das erlaubt den Bau von viel kleineren und effizienteren Reaktoren (sogenannte „Compact Tokamaks“), was die Entwicklung massiv beschleunigt.
Privatkapital: Neben staatlichen Großprojekten wie ITER (Inbetriebnahme nun für ca. 2033/34 geplant) sind über 40 Privatunternehmen (z. B. Commonwealth Fusion Systems, Helion oder das deutsche Start-up Proxima Fusion) mit Milliarden-Investitionen in das Rennen eingestiegen.
Wirtschaftliche Lösung in diesem Jahrhundert?
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Ja, es ist sehr wahrscheinlich, dass wir in diesem Jahrhundert wirtschaftliche Fusionslösungen sehen werden, allerdings erst in der zweiten Hälfte.
Die Expertenprognosen lassen sich in drei Phasen unterteilen:#
Demonstration:
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2028-2035: Erste Prototypen speisen kleine Mengen Strom testweise ins Netz ein (z. B. Helion oder SPARC).2035-2050: Bau der ersten „First-of-a-Kind“-Kraftwerke, die kontinuierlich Strom für die Industrie liefern.
Nach 2050: Skalierung und Optimierung. Kernfusion wird zu einer wettbewerbsfähigen Grundlast- Alternative.
Wirtschaftliche Hürde:
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Wirtschaftlichkeit bedeutet nicht nur, dass Energie erzeugt wird, sondern dass die Stromgestehungskosten (LCOE) mit Solar-, Wind- und Speichertechnologien konkurrieren können.Schätzungen gehen davon aus, dass Fusion ab ca. 2050 Kosten von unter 80–100 USD/MWh erreichen könnte. Damit wäre sie teurer als Windkraft, aber eine wertvolle, wetterunabhängige Ergänzung für energieintensive Industrien und Megastädte.
Wichtig:
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Kernfusion wird die heutige Klimakrise nicht lösen, da die Anlagen für die 2030er Jahre zu spät kommen. Sie ist jedoch die Lösung für den massiv steigenden Energiebedarf der Menschheit nach 2050 (KI-Rechenzentren, Entsalzungsanlagen, globale Industrialisierung).
Aktuelles regelmäßig unter Fusion Industry Association <FIA@fusionindustryassociation.org> #