unbekannter Gast

Doppelbauer, Franz (von Sales) Maria#


* 21. 1. 1845, Waizenkirchen (Oberösterreich) Waizenkirchen

† 2. 12. 1908, Linz/Donau


Priester, Bischof von Linz

Franz Maria Doppelbauer. Stahlstich., © Bildarchiv der ÖNB, Wien, für AEIOU
Franz Maria Doppelbauer. Stahlstich.
© Bildarchiv der ÖNB, Wien, für AEIOU


Franz Maria Doppelbauer wurde am 21. Jänner 1845 in Waizenkirchen (Bezirk Grieskirchen) als Sohn eines Fleischhauers geboren. Er besuchte das von Jesuiten geleitete Knabenseminar auf dem Freinberg in Linz, trat nach der Matura in das Linzer Priesterseminar ein und studierte Theologie; 1868 wurde er in Linz zum Priester geweiht.

Er wirkte zunächst als Generalpräfekt im Priesterseminar und von 1869 bis 1876 als Kooperator in der Vorstadtpfarre Steyr, wo er sich durch die Förderung der katholischen Vereine und des katholischen Pressewesens, aber auch durch die Seelsorge an den tschechischen Industriearbeitern auszeichnete.

Ab 1876 absolvierte er in Rom ein Studium der Rechtswissenschaften und Theologie, das er 1878 mit der Promotion zum Doktor der Theologie bzw. 1879 zum Doktor der Rechtswissenschaften abschloss. Von 1878 bis 1879 war er auch als Vizerektor des "Collegio Teutonico di Santa Maria dell’Anima" tätig.

Nach seiner Rückkehr nach Linz war Franz Maria Doppelbauer von 1879 bis 1887 in der Diözesanverwaltung Linz tätig – zunächst als Sekretär von Diözesanbischof Rudigier, später von Ernest Maria Müller, ab 1881 als Leiter der Konsitorialkanzlei der Diözese Linz.

Von 1887 bis 1888 war er Rektor des "Collegio Teutonico di Santa Maria dell’Anima" (Deutsches Nationalinstitut "Anima“) in Rom, wo er eine katechetische Schule für Kinder deutscher Katholiken gründete.

1888 ernannte ihn Kaiser Franz Joseph I. zum Bischof von Linz, die päpstliche Bestätigung und die Bischofweihe in Rom folgten 1889.


Bischof Franz von Sales Maria Doppelbauer gründete zur Förderung der Priesterberufe in Linz das Knabenkonvikt "Salesius-Verein", errichtete Studentenkonvikte, ein bischöfliches Knabensminar "Kollegium Petrinum" in Linz-Urfahr (1896) und erweiterte das Priesterseminar (1898 bis 1900).

In Doppelbauers Amtszeit wurde der neue Linzer Dom, den sein Vorgänger Bischof Rudigier begonnen hatte, fast vollendet, und er förderte das katholische Vereins- und Pressewesen und war sozial aufgeschlossen. von Rudigier begonnenen Mariä-Empfängnis-Domes

Als Bischof von Linz war er auf Grund der Virilstimme von 1888 bis 1908 Abgeordneter zum Oberösterreichischen Landtag. (Solche Virilstimmen erhielten in den Ländern der österreichisch-ungarischen Monarchie die Bischöfe sämtlicher Konfessionen sowie die Rektoren der Universitäten, um "die höheren ideellen Interessen" zu vertreten.) Im Landtag vertrat er vehement die katholischen Interessen, hielt sich aber in tagespolitischen Fragen zurück.

1895 leitete er ein Seligsprechungsverfahren für Bischof Franz Rudigier ein, dessen Schriften er auch herausgab.

Am 2. Dezember 1908 starb Bischof Franz Maria Doppelbauer an einer Blutvergiftung.

Nach seinem Tod fand er seine letzte Ruhe zunächst im Alten Dom zu Linz; nach Fertigstellung des Neuen Doms wurden seine sterblichen Überreste (ebenso wie die der übrigen im Alten Dom bestatteten Bischöfe von Linz) 1924 in die neue Kathedrale verlegt.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Geistlicher Rat, 1881
  • Konsistorialrat, 1884
  • Päpstlicher Hausprälat, 1887
  • Päpstliches Ehrenkreuz "Pro ecclesia et pontifice", 1887
  • Ritterkreuz der Eisernen Krone III. Klasse, 1887
  • Päpstlicher Thronassistent, 1893
  • Komtur des Österreichisch-kaiserlichen Leopold-Ordens, 1894
  • Großkreuz des Ordens vom heiligen Grabe, 1900
  • Großkreuz des großherzoglich-toskanischen Zivilverdienstordens, 1902
  • Geheimer Rat, 1903
  • Ehrenbürger zahlreicher oberösterreicher Gemeinden

Werke (Auswahl) #

  • Übungstafel für die katholischen Schulkinder, 1872
  • Das heilige Haus zu Loreto, 1875
  • Herausgeber der Schriften von Franz Rudigier

Literatur#

  • Zinnhobler, Rudolf: Franz (von Sales) Maria Doppelbauer, in: Die Bischöfe der deutschsprachigen Länder 1785/1803 bis 1945. Ein biographisches Lexikon. Hg. von Erwin Gatz. Berlin 1983, S. 139f
  • Slapnicka, Harry: Oberösterreich. Die politische Führungsschicht 1861 bis 1918 (= Beiträge zur Zeitgeschichte Oberösterreichs 9). Linz 1983, S. 55–57.

Quellen#

Redaktion: I. Schinnerl