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VON DER GLOCKE ZUM KIRCHTURM#

Michael Mitterauer#

Die Wiener Stephanskirche war im Spätmittelalter reich mit Glocken ausgestattet. In den Kirchenmeisterrechnungen werden folgende Glocken erwähnt: die Amtsglocke, die „Bierglocke“ im nördlichen „Heidenturm“, „Unsere Frauenglocke“, eine „Große Glocke“, eine hölzerne Glocke im „Hohen Turm“, eine Glocke zum „Salve Regina“, die „Stephanerin“ im Südturm, die Sturmglocke im „alten Turm“ – also für einen der „Heidentürme“ bestimmt, die Primglocke und eine weitere „Große Glocke“ am Friedhof. Es gab dieser Zusammenstellung entsprechend Glocken für unterschiedliche Gebetszeiten, z.B. die Prim und das „Salve Regina“. Es gab Glocken mit unterschiedlichen Funktionen, z. B. die Amtsglocke oder die Sturmglocke, die in Situationen von Brand und Feindesgefahr geläutet wurden. Und es gab Glocken für unterschiedliche Orte und Türme des Kirchenkomplexes. Neue Glocken wurden insbesondere für den „Hohen Turm“, also den Südturm, angeschafft. Das Turmgeschoß des Südturms konnte man 1415/6 fertigstellen. Hier wurde vor allem die „Stephanerin“ aufgehängt, deren Name auf den heiligen Stephan als Kirchenpatron verweist. Aber auch für die beiden Türme des romanischen Baus von St. Stephan, die „Heidentürme“, schaffte man noch zusätzliche Glocken an. Bemerkenswert erscheint, dass auch der die Kirche umgebende Friedhof als Aufstellungsort einer „großen Glocke“ genannt wird. Das verweist auf die zentrale Rolle der Kirchenglocken für das Begräbniswesen. Sterbeglocken, die speziell beim Tod von Gemeindemitgliedern geläutet wurden, lassen sich bei mittelalterlichen Pfarrkirchen häufig nachweisen. Die Rolle des Totengedenkens durch Glockenläuten wird uns im Folgenden mehrfach beschäftigen. Die Vielfalt von Glocken, die bei mittelalterlichen Kirchen geläutet wurden, stimulierte den Türmebau. So lässt sich die Geschichte der Türme in dieser Epoche als ein Weg „Von der Glocke zum Kirchturm“ begreifen.

Westwerk
Heidentürme - Foto: P. Diem
Nordturm
Adlerturm - Foto: P. Diem
.Stephansturm
Südturm - Foto: Wikipedia

„Glocken-Europa“#

Der große Wiener Kulturhistoriker Friedrich Heer hat in seiner „Europäischen Geistesgeschichte“ für den historischen Kulturraum Europa den Begriff „Glocken-Europa“ geprägt. Diese Charakteristik erscheint auch aus der Perspektive des Sozialhistorikers zutreffend – vor allem für die sozialräumliche Situation im Mittelalter. Die Glocke steht für Lateineuropa im Unterschied zum griechischsprachigen Byzantinischem Reich, das die Nachfolge von Ostrom antrat. Die Glocke steht kirchengeschichtlich für die Westkirche mit ihrem Mittelpunkt im päpstlichen Rom zum Unterschied gegenüber den orthodoxen Kirchen unter dem Primat des Patriarchen von Konstantinopel. Im Osten wird das „Semantron“, also das Klangbrett, angeschlagen - im Westen die Glocke geläutet. Am Berg Athos kann man das Klangbrett bis heute miterleben. Dieses große Mönchszentrum der Ostkirche steht für eine andere kirchliche Traditionslinie. Im Westen könnte man ihm als Zentrum der Klosterreform im Hochmittelalter typologisch gegenüberstellen. Die Klosterreform von Cluny war für die Entwicklung von Glocke und Glockenturm sehr wesentlich. So erscheint Friedrich Heers Charakteristik von Lateineuropa als „Glocken-Europa“ durchaus zutreffend.

Ost-West Schisma
Das große Schisma 1054 (Wikipedia)

Eine Sonderentwicklung zwischen Ost- und Westkirche verdient Erwähnung. In Russland hat sich in der Neuzeit eine eigenständige Glockentradition ausgebildet. Sie greift westliche Vorbilder auf. Zar Iwan III. ließ 1505 im Moskauer Kreml den Glockenturm „Iwan der Große“ errichten. Dazu wurde ein italienischer Baumeister berufen. Vorangegangen war die Einrichtung einer Bronzegießerei für Kanonen. Die Übernahme des Baus von Glockentürmen steht also im Zarenreich insgesamt in einem Kontext von Modernisierungsbestrebungen nach westlichen Vorbildern. 1731 wurde für den Glockenturm im Moskauer Kreml die „Zarenglocke“ gegossen. Sie sollte die größte Glocke der Welt werden. Als sie erstmals aus der Gießgrube an die Erdoberfläche gehoben wurde, brach ein großes Stück heraus. In diesem Zustand steht sie bis heute neben dem Glockenturm. Für die russische Kirche war die Einführung von Kirchenglocken eine Neuerung. In theologischer Deutung wurden Glocken nun als „klingende Ikonen“ verstanden.

Kreml-Glocke
Glockenturm „Iwan der Große“ im Moskauer Kreml, 1505 von Iwan III. errichtet - Foto: Wikipedia
„Zarenglocke“ von 1731, für den Glockenturm im Kreml von Moskau bestimmt
„Zarenglocke“ von 1731, für den Glockenturm im Kreml von Moskau bestimmt - Foto: Wikipedia

Die Kulturgeschichte der Glocke wird häufig von China ausgehend erzählt. Und es ist zweifellos richtig, dass die Glocke als ein aus Metall gegossenes oder geschmiedetes Musikinstrument in einer spezifischen Form im chinesischen Kulturraum seit Jahrtausenden belegt ist. Die Kontinuitätslinie, die in Europa zu Glocke und Glockenturm geführt hat, lässt sich allerdings mit der chinesischen Glockenproduktion in keinerlei historisch-genetischen Zusammenhang bringen. Es handelte sich bei der europäischen Glocke keinesfalls um eine Erfindung, die von China aus in den Westen weitergegeben worden wäre – auch nicht um ein Gewerbeprodukt, das von China aus auf den großen Verbindungswegen zwischen Ostasien und Europa von Kaufleuten gehandelt worden wäre. Ein kulturvergleichender Zugang zur Geschichte der Glocke lässt sicher eine Beschäftigung mit diesem Musikinstrument in europäischen Religionen einerseits, in asiatischen andererseits zu. Aber der Weg, der in Europa von der Glocke zum Glockenturm und damit zur Errichtung besonders hoher Kirchtürme geführt hat, bedarf nicht einer Untersuchung vermeintlich chinesischer Wurzeln. Es handelt sich bei diesem Weg um einen spezifisch europäischen Sonderweg.

Glocken und Glockentürme im Frühmittelalter#

Die entscheidender Phase einer sich beschleunigenden Entwicklung des Glockenwesens - und in Verbindung damit von Glockentürmen – setzt in Europa im 9. Jahrhundert ein. Jedenfalls wurden damals hier die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen. Von 802 an brachte Kaiser Karl der Große mehrere Kapitularien heraus, die zur Einhaltung der kanonischen Gebetszeiten durch Ordensleute und Priester verpflichteten. Über Klöster und Kirchen hinaus sollten diese Gebetszeiten durch „signa“, also durch „Zeichen“, verkündet werden. Solche „Zeichen“ für Gebetszeiten sollten das Läuten von Glocken sein. Auf dem großen Reichskonzil von Aachen 816 wurden diese Anweisungen über Gebetspflichten nochmals zusammengefasst und ihre Einhaltung eingeschärft. Die karolingische Gesetzgebung zur Liturgiereform machte so das Glockenläuten zur Pflicht und gab damit dem Bau von Glockentürmen starke Impulse.

Der Initiative des Kaisers, die kanonischen Gebetszeiten öffentlich anzukündigen, waren in Rom schon einschlägige Bemühungen der Päpste vorangegangen. Amalarius von Metz berichtet in einem an den Abt Hilduin von St. Denis gerichteten Schreiben, dass Papst Stephan II. (752-757) den Brauch eingeführt habe, Glocken zu läuten, um der Bevölkerung der Stadt den Beginn der Gottesdienste mitzuteilen. Auch in Rom ging es also damals darum, durch Glockengeläut die Gottesdienstzeiten über die Klöster- und Klerikergemeinden hinaus publik zu machen. Früher war es hier üblich, „heilige Zeiten“ durch das Schlagen von Holzbrettern kundzumachen. Rom gehörte zu den byzantinischen Territorien in Italien. Das Semantron scheint hier durch die mit den karolingischen Königen kooperierenden Päpste erst sekundär von der fränkischen Glocke verdrängt worden zu sein. Für die karolingischen Kerngebiete des Frankenreichs lassen sich hingegen schon für das 8. Jahrhundert mehrfach gegossene Glocken nachweisen, die auf „turricula“, also kleinen Türmchen, angebracht waren. Im Zusammenwirken von Kaiser und Papst kam es offenbar im Zuge der karolingischen Liturgiereform zu einer Ausbreitung des Glockenwesens und damit vermehrt zur Errichtung von kleineren und größeren Glockentürmen, in denen diese aufgehängt wurden.

Gebetszeiten und Glocken#

Die Wurzel jener „heiligen Zeiten“ des Gebets, die die karolingische Liturgiereform so sehr betonte, lag in der „Regula Bendedicti“, der Ordnung des Klosterlebens, die der heilige Benedikt von Nursia um 540 für das von ihm gegründete Kloster Montecassino schuf – das erste Gemeinschaftskloster des Abendlands . Wenn auch vielfach überformt, reformiert und erneuert wurde diese Regel für das ganze Klosterwesen der Westkirche zum entscheidenden Maßstab – zum Unterschied von der Ostkirche mit ihren vielfach differierenden Regeln der Klosterverfassung. Die universalen Ordensgemeinschaften des Westens entwickelten in Anschluss an die Benediktusregel eine sehr spezifische Eigendynamik. In diesen sozialhistorischen Kontext ist die Entwicklung des Glockenwesens und der Glockentürme eingeordnet zu sehen.

Die Regel Benedikts von Nursia schreibt acht Gebetszeiten vor – die Vigil, die Laudes, die Prim, die Terz, die Sext, die Non, die Vesper und die Matutin. Diese Gebetszeiten wurden durch Glockenzeichen zunächst innerhalb der Klostergemeinschaft angekündigt. Wie am Beispiel von St. Stephan gezeigt wurde, konnten die die kanonischen Gebetstermine noch lange im Glockenwesen nachwirken. Mit der häuslichen Klostergemeinschaft als Bezugsgruppe war zunächst noch keine Errichtung von Glockentürmen notwendig. Erst als es darum ging, über das Kloster hinaus zum Gebet aufzurufen, gewannen Türmchen und Türme für einen immer größeren Personenkreis an Bedeutung. Spezifische Entwicklungen der benediktinischen Klöster und der von ihnen ausgehenden Reformkongregationen spielten dabei als sozialer Kontext eine zunehmende Rolle.

Die Bedeutung Clunys für Glocken und Glockentürme#

787 ließ Karl der Große eine Abschrift der Benediktusregel in Montecassino anfertigen. Auf dieser Grundlage sollte das Mönchtum des fränkischen Großreichs vereinheitlicht werden. Karls Sohn Ludwig der Fromme setzte das Reformwerk mit der Unterstützung des Abts Benedikt von Aniane fort. Die starke Integration der karolingischen Großklöster führte allerdings zu einem Zuwachs dieser Klöster an Reichtum und Macht. Kritik daran setzte in der Klosterrreform von Cluny ein. Das 910 von Herzog Wilhelm I. von Aquitanien in Burgund gegründete Reformkloster wurde unmittelbar dem Papst unterstellt. Die Liturgie als Hauptaufgabe der Mönche trat in diesem Klosterverband von Cluny in den Vordergrund – und zwar in Formen, die das Glockenwesen sehr stark beeinflussten. In Cluny erfuhr das mittelalterliche Totengebet seine höchste Steigerung. Zwischen den Klostergemeinschaften dieser Reformkongregation wurden „confraternitates“, also „Gebetsverbrüderungen“, abgeschlossen. Solche Gebetsbündnisse umfassten oft zahlreiche Einzelklöster mit insgesamt über Zehntausenden an verbrüderten Mönchen und Laien. Überlieferte Verbrüderungsbücher lassen solche Zahlen erschließen. Detailliert wurde geregelt, was beim Tod eines Mitbruders im Kloster zu geschehen habe. Alles kreiste darum, im Moment des Sterbens zur Stelle zu sein, um der Seele des Mitbruders mit Gebet und Glockengeläute beizustehen. Noch am Beerdigungstag hatte jeder Priestermönch für den Verstorbenen eine Seelenmesse zu zelebrieren. Am Jahrestag des Todes wurde erneut des Verstorbenen gedacht. Aus der Praxis von Cluny wurde das Allerseelenfest am 2. November zum Gedenken aller verstorbenen Christen von der römischen Kirche übernommen – verbunden mit der Erlaubnis für Priester, an diesem Feiertag mehrere Seelenmessen zu zelebrieren. Gebete und Gottesdienste verbunden mit Glockengeläut wurzeln in der abendländischen Liturgie in der Tradition von Cluny. So ist es kein Zufall, dass die Abteien, die sich Cluny anschlossen, reich mit Glocken und mit Glockentürmen ausgestattet waren. Die zweite Klosterkirche von Cluny, die 955 unter Abt Majolus begonnen wurde, illustriert diese Konstellation. Unter Abt Hugo folgte 1049 -1104 die Abteikirche Cluny III – die weltgrößte romanische Kirche ihrer Zeit und bis zum Bau des heutigen Petersdoms die größte Kirche der Christenheit überhaupt.

Cluny geriet seinerseits in die Kritik mönchischer Reformer. Große Glockentürme demonstrierten für sie nicht nur liturgisches Engagement, sondern auch Macht und Reichtum. Die Zisterzienser als Reformorden des 12. Jahrhunderts wandten sich gegen baulichen Prunk. Steinerne Türme wurden vom Generalkapitel des Ordens verboten. Ähnliches gilt in Nachfolge der Zisterzienser für die Bettelorden der Franziskaner und Dominikaner im 13. Jahrhundert. Durch die seit karolingischer Zeit bestehenden Großklöster und die cluniazensischen Abteien waren jedoch Glockentürme bereits so etabliert, dass der Bau von hohen Kirchtürmen ungebrochen weiterging. Er konzentrierte sich zunehmend auf Kathedralkirchen, die seit der Zeit der Hochgotik zum Vorbild wurden. St. Stephan in Wien gehört in diese Traditionslinie.

Modell Cluny
Abtei Cluny, Modell des Zustandes vor 1780 - Foto: Wikipedia

Lullusglocke
: Die Lullusglocke in der Stiftsruine Hersfeld, durch die Glockeninschrift auf 1038 zu datieren. Die älteste datierbare Glocke Deutschlands - Foto: Wikipedia
Cluny
Abtei Cluny. Zeichnung von 1781. Von der vieltürmigen Klosteranlage überlebten nur Reste die Französische Revolution - Foto: Wikipedia
Wikingerglocke
Die Glocke von Haithabu aus der Zeit um 950 ist die älteste erhaltene Läuteglocke des nordalpinen Europa. Sie wurde 1979 aus einem im Moor erhalten gebliebenen Wikingerschiff geborgen - Foto: Wikipedia

Die hohe Zeit der hohen Türme#

Im 11. und 12. Jahrhundert hatte sich im ganzen Raum der Westkirche der Bau von hohen Glockentürmen mit einer Mehrzahl von größeren und kleineren Glocken für unterschiedliche Funktionen schon allgemein durchgesetzt. Dabei sind nach europäischen Großregionen verschiedene Entwicklungsstränge zu unterscheiden. Der von der Glockenbezeichnung „campana“ abgeleitete Begriff „Campanile“ charakterisiert im heutigen Verständnis des Wortes den freistehenden, vom Kirchenbau unabhängigen Glockenturm. Er dominiert überall dort, wo im Hochmittelalter bereits bestehende bedeutende Kirchen um einen Glockenturm ergänzt wurden. Das war sehr häufig in Italien der Fall. Solche frei stehenden Türme gab es vielfach auch in anderen europäischen Regionen. Umgekehrt kam es auch in Italien zur Errichtung von Glockentürmen, die von vornherein in einen neu gebauten Kirchenkomplex integriert waren. Typologisch ist zwischen diesen beiden Formen des „Campanile“ zu unterscheiden. Bei den sieben großen Hauptkirchen der Stadt Rom dominieren – der baulichen Genese entsprechend – die sekundär hinzugefügten freistehenden „campanili“. Der älteste von ihnen entstand neben der aus konstantinischer Zeit stammenden Basilika Alt-St. Peter. Unter Papst Stephan II. (752-757) wurde er zunächst nur für drei Glocken errichtet. Erhalten blieb von diesem Turm bloß seine Turmspitze - ein vergoldeter Hahn. Über das Aussehen dieses Turmes im 16. Jahrhundert – also der Zeit vor seinem Abriss zugunsten des heutigen Petersdoms - sind wir aus Plänen und Graphiken unterrichtet. Er umfasste damals in vielen Geschoßen Klangarkaden, wie sie in für die stadtrömischen „campanili“ typisch wurden. Bei der Lateranbasilika entstand unter Papst Sergius III. (904-911) ein Campanile, der zwei Zwillingstürme umfasste. Als der schönste und höchste Glockenturm Roms gilt der romanische Campanile von Santa Maria Maggiore, der im 11. und 12. Jahrhundert auf quadratischer Grundlage errichtet wurde und eine Höhe von 75 Metern erreichte. Bemerkenswert erscheint der Campanile der alten Hauptkirche San Lorenzo fuori le mura, der aus einem Mauerturm der von den Päpsten im Frühmittelalter befestigten Vorstadt Laurentiopolis entstand. Über die Verwendung solcher älterer Befestigungsanlagen als Glockentürme wird noch zu sprechen sein.

Der älteste Campanile der Lombardei ist wohl der von San Ambrogio in Mailand. Seit frühchristlicher Zeit lösten an dieser Stelle verschiedene Kirchenbauten mit bedeutenden Reliquien einander ab. 784 kam eine Benediktinerabtei hinzu, die Karl der Große bald darauf um eine Kanonikergemeinschaft erweiterte. Noch im 9. Jahrhundert wurde hier der „campanile dei monachi“, der „Turm der Mönche“ angebaut – angeregt wohl durch den zuvor entstandenen Glockenturm von Alt-St. Peter. Mit seinem quadratischen Grundriss ist er einer der ältesten, wenn nicht überhaupt der älteste lombardische Kirchturm. Er wurde zum Vorbild für viele „campanili“ der Region.

Die Lombardei ist eine sehr alte Region der Glockengießerei in Oberitalien. Archäologisch gut belegt sind hier Glockengießereien in Kirchengebäuden. Glocken mussten in dieser frühen Zeit an heiligen Orten gegossen werden, um die diabolischen Kräfte des verwendeten Metalls auszutreiben. Sie wurden auch an Ort und Stelle geweiht, getauft und mit einem Namen versehen. Die liturgische Bedeutsamkeit der Glocken setzte solche Riten der Heiligung voraus.

In eklatantem Gegensatz zur uralten Glockengießereitradition der Lombardei und dem frühen Glockenturm der Benediktinerabtei San Ambrogio steht das Fehlen eines Campanile beim heutigen Dom. Die Kathedrale von Mailand wurde 1386 durch den Stadtherren Giangaleazzo Visconti begonnen – also nur relativ kurz nach der gotischen Stephanskirche der Habsburger. Rudolf IV. hatte 1365 seinen jüngeren Bruder Leopold mit Viridis Visconti verehelicht. Zwischen den Visconti und den Habsburgern bestand also Verschwägerung. Giangaleazzo nahm einen Kirchenbau von immensen Dimensionen in Angriff. Ein entsprechender Glockenturm wurde immer wieder von Neuem geplant, aber nie realisiert. Die unterschiedlichsten Planungskonzepte für diesen Turmbau sind erhalten. Sie stellen einen interessanten Überblick dar, wie sich die Vorstellungen eines idealen Kirchturms wandelten, der zu diesem Großprojekt des Spätmittelalters passen sollte.

Bronzeglocken im historischen Längsschnitt#

Neben Mailand war in Oberitalien Verona ein zweites sehr altes und sehr wichtiges Zentrum des Glockengusses und der Errichtung von „campanili“. Verona liegt am Ausgang des Etschtals in die Po-Ebene. Durch das Etschtal kam schon seit frühgeschichtlicher Zeit Kupfer aus den Abbaustätten im heutigen Tirol in den Süden. Solche Lagefaktoren sind für die Entstehung früher Zentren des Glockenwesens sicher zu berücksichtigen. Bronzeguss war in Verona seit alters heimisch. So eignet sich diese Stadt besonders für einen historischen Längsschnitt mit Zusammenhängen zwischen Glockenguss und Türmebau. Von einem namentlich nicht bekannten Meister aus dem 8. Jahrhundert hergestellt wurde eine relativ große Glocke gefunden, die in der vor den Toren der Stadt gelegenen Benediktinerabtei San Zeno Maggiore aufbewahrt wurde. Drei Jahrhunderte später entstanden dort die berühmten Bronzetüren dieser Abteikirche. Unter König Pippin, dem Sohn Karls des Großen, war Verona die Residenzstadt des ehemaligen Langobardenreiches. Auf Befehl Pippins wurde die große Abtei San Zeno wieder aufgebaut, und zwar vom Architekten Pacificus von Verona. Pacificus war ein Universalgenie seiner Zeit. Unter anderem erfand er ein „horologium nocturnum“, das man durch lange Zeit für die älteste mechanische Uhr hielt. Es sollte den Mönchen die exakte Beobachtung der kanonischen Gebetszeiten ermöglichen. In den Zeiten von Kaiser Karls Glocken-Kapitularien war das durchaus eine aktuelle Erfindung. Unter Bischof Ratheri von Verona entstand im 10. Jahrhundert die sogenannte „iconografia rateriana“ – eine in dieser frühen Zeit völlig einzigartige Darstellung einer Stadtansicht, und zwar eine von Verona. Sie zeigt etwa zehn Türme der Stadt. Nur ein einziger von ihnen könnte als Kirchturm in Frage kommen, der zur Aufhängung von Glocken diente. Mehrere zylindrische Türme, die der Plan abbildet, gehörten zur antiken Stadtmauer von Verona. Wie einige andere Monumente der römischen Stadt, hatten sich solche antiken Denkmäler in Verona bis weit ins Mittelalter herauf erhalten. Gut erkennbar sind auf diesem Stadtplan Bischof Ratheris die beiden Rundtürme des Palasts von König Theoderich. Der spätere Sagenheld „Dietrich von Bern“ hatte ja hier residiert. Wahrscheinlich handelt es sich bei diesen beiden Türmen des „palatium“ um Treppentürme, die künstlerisch ausgestaltet waren. Wahrscheinlich sollten sie im Stadtplan als Zeichen der Macht den Königspalast erkennbar machen. Eine analoge Anlage ist für Gioptto, die zweite Residenzstadt des Ostgotenkönigs Theoderich anzunehmen – dort aber nicht durch eine bildhafte Darstellung überliefert. Das Stadtbild von Verona ist nach der „iconographia rateriana“ im 10. Jahrhundert noch nicht durch „campanili“ bestimmt wie dann im Spätmittelalter. Als Vorbild für spätere Turmbauten kommen hier Türme der Stadtmauer und des Königspalasts sicher in Frage. Das verheerende Erdbeben von 1117 hat aber wohl das Stadtbild grundsätzlich verändert.

1045 wurde in der Abtei San Zeno Maggiore in Verona mit dem Bau des 1173 vollendeten gewaltigen Campanile begonnen, der eine Höhe von fast 64 Metern erreichte. Der Glockenturm der Kathedrale von Verona wurde fast 75 Meter hoch. Der „Torre dei Lamberti“ überragte dann allerdings in Verona mit 84 Metern alle Kirchtürme. Mit seinem Bau begann man 1172. Er hatte als Gemeindeturm der Stadt zwei große Glocken. Die kleinere - „Marangone“ genannt - wurde jeweils zur vollen Stunde angeschlagen. Die größere - „Rengo“ genannt - diente dazu, die Stadträte zusammenzurufen bzw. in Zeiten militärischer Konflikte die Bevölkerung zu den Waffen zu holen. Ursprünglich war der „Torre die Lamberti“, wie sein Name andeutet, ein Geschlechterturm. Geschlechtertürme – selbstverständlich ohne Glocken – waren im mittelalterlichen Verona keine Seltenheit. Dass Verona in der Neuzeit zu einem Zentrum der Glockenspielkunst wurde, rundet den historischen Längsschnitt ab. Das Carillon als Musik- und Tanzform hatte hier ein bedeutendes Zentrum. Und bis in die Gegenwart wird in Verona Kampanologie betrieben.

Alt St. Peter
Rekonstruktion der Basilika Alt-St. Peter mit ihrem frühmittelalterlichen Glockenturm - Foto: Wikipedia
Basilika Sant’Ambrogio
Die Basilika Sant’Ambrogio in Mailand wurde im 9. Jahrhundert durch den „Mönchsturm“ (rechts im Bild) sowie im 12. Jahrhundert durch den „Kanonikerturm“ ergänzt - Foto: Wikipedia
San Zeno
Mit der Errichtung des Campanile der Reichsabtei San Zeno in Verona wurde im 11. Jahrhundert begonnen. Das Befestigungsanlage des Klosters umfasste auch einen mächtigen Wehrturm - Foto: Wikipedia

Keine byzantinischen Wurzeln#

Als ein besonders frühes Beispiel für die Errichtung von Glockentürmen in Italien wird in der Literatur immer wieder genannt. „Byzantinisch-Ghirlandina.pngtische Vorbilder“ hätten die Entwicklung der „campanili“ auf der Apenninenhalbinsel geprägt. Diese Entwicklungslinie wird deshalb postuliert, weil die alten Kirchen von taleon aus der Spätantike oder aus dem Frühmittelalter gemauerte Rundtürme haben. Und diese Bilder prägen die Einschätzung: Was in .png kunsthistorisch bemerkenswert erscheint, muss byzantinische Wurzeln haben. Dementsprechend wird die vorangehende Entwicklungslinie ostkirchlich geprägt gedacht. Die Rundtürme von png stammen aber durchaus erst aus einer späteren Zeit, nämlich dem 11. und 12. Jahrhundert – also derselben Epoche wie die meisten anderen italienischen „campanili“. Es mag sein, dass es in Ravenna – ähnlich wie in Verona – architektonische Vorformen gab, die bis in die Spätantike zurückreichen. Das gilt etwa für Türme der Stadtmauer und vor allem für die Treppentürme, die in San Vitale in Ravenna zur herrschaftlichen Empore hinaufführen. Aber San Vitale wurde 547 geweiht. Da konnte die Kirche noch keinen Campanile haben, wie etwa das „Lexikon des Mittelalters“ meint. Damals gab es noch keine „campane“ für Kirchtürme – schon gar nicht in einem Territorium des Byzantinischen Reiches. Die „campanili“, die die Erzbischöfe von Ravenna im 11. und 12, Jahrhundert in San Apollinare in Classe, in San Apollinare Nuovo und anderwärts errichten ließen, könnten durchaus lombardische Vorbilder gehabt haben. Auch nordalpine Einflüsse erscheinen möglich. In Ravenna residierten von den ottonische Herrschern eingesetzte Reichsbischöfe, die von diesen umfassende Grafschaftsrechte im Umland erhalten hatten - etwa seit 999 Gerbert von Aurillac, der Lehrer Kaiser Ottos III., oder Arnulf von Bayern, der Bruder Kaiser Heinrichs II. Runde Glockentürme gab es im 11. und 12. Jahrhundert in den ottonischen und salischen Königsdomen – keinesfalls hingegen in Konstantinopel. Aus „byzantinischen Wurzeln“ lassen sich die „campanili“ von Ravenna nicht erklären. Sie stammen aus lateineuropäischer Wurzel.

Rateriana
Die in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts angefertigte Stadtansicht von Verona zeigt zahlreiche Türme, darunter solche der spätantiken Stadtmauer sowie des Palasts von König Theoderich

Cremona
Der Glockenturm der Kathedrale von Cremona ist der höchste Campanile Italiens - Foto: Wikipedia
Ravenna
Die aus dem 6. Jahrhundert stammende Kirche Sant’Apollinare Nuovo in Ravenna wurde im Hochmittelalter durch ihren charakteristischen Rundturm ergänzt - Foto: Wikipedia
.Modena
Der Glockenturm des Doms von Modena gehört ebenso zu den höchsten Campanili Italiens - Foto: Wikipedia

Unter dem im Hochmittelalter in Oberitalien als freistehende „campanili“ errichteten Glockentürmen verdienen einige besondere Erwähnung. Die größte Höhe erreichte unter ihnen der „Torrazzo“ genannte Glockenturm von Cremona mit 112 Metern. Er wurde in vier Phasen im 13. Jahrhundert erbaut und 1309 mit einer „ghirlanda“ aus Marmor abgeschlossen. In seinem vierten Geschoß befindet sich eine der größten astronomischen Uhren der Welt installiert. „Torre Ghirlandina“ nennt man den Glockenturm des Doms von Modena. Er erreichte eine Höhe von 86 Metern. Seine achteckige Spitze wurde nachweislich aus Konkurrenzgründen mit Bologna errichtet. Auf regionaler Ebene konnten solche Motive eine Rolle spielen. Ebenso auf lokaler. Der „Campanile di Giotto“ des Doms von Florenz wurde mit 84,75 Metern Höhe abgeschlossen. Er blieb damit unter der Höhe der Domkuppel, die ihrerseits in ihren Dimensionen Produkt des Wettstreits zwischen italienischen Kirchen gewesen sein dürfte. Einen Sonderfall bildet der Campanile von San Marco in Venedig mit seiner Höhe von 98, 6 Metern. Er war seinem Ursprung nach ein gewaltiger Wachturm der Seerepublik, der erst im 12. Jahrhundert mit einer Erhöhung um eine „cella campanaria“ zum Glockenturm ausgebaut wurde. Den frei stehenden „campanili“ Italiens und des von ihnen beeinflussten Adriaraums lassen sich aus der Perspektive einer Türmetypologie die von vornherein in die Kirchenarchitektur einbezogenen Glockentürme des nordalpinen Raums gegenüberstellen. Eine derart polarisierende Sicht ist natürlich vereinfachend. Hier wie dort gibt es Ausnahmen. Aber in einer vergleichenden Kontrastierung europäischer Großregionen des Turmbaus ist eine solche Sicht wohl erlaubt.

Florenz
Der von Giotto geplante Campanile des Doms von Florenz blieb letztlich niedriger als die Domkuppel - Foto: Wikipedia
St. Pantaleon - Foto: Wikipedia
St. Pantaleon in Köln als Beispiel eines „Westwerks“ - Foto: Wikipedia

Entsprechend den Glocken-Kapitularien Karls des Großen könnte man vermuten, dass die mit Türmen ausgestatteten Kirchenbauten seiner Zeit in den zentralen Gebieten des Großreiches grundsätzlich Glockentürme gewesen wären. Solche Vermutungen führen in die Diskussion um die sogenannten „Westwerke“ der karolingischen Kirchen.

„Westwerke“ und Doppelturmfassaden#

Das „Westwerk“ ist ein Bauteil, der als gesonderter Architekturkörper in karolingischer Zeit dem eigentlichen Kirchenraum vorgelagert errichtet wurde. Das „Westwerk“ stellt keineswegs nur eine Westfassade dar. Es handelt sich vielmehr um einen besonderen Teilbau, der wichtige Innenräume umfasste, die nicht spezifisch kirchlichen Zwecken dienten wie etwa der herrscherlichen Gerichtsbarkeit und dem Kanzleiwesen. Dieses dem eigentlichen Sakralbereich vorgelagerte „Westwerk“ umfasste gewöhnlich drei Türme: einen zentralen Mittelturm sowie zwei flankierende Treppentürme. Solche „Westwerke“ finden sich vor allem bei Reichsklöstern, in denen der reisende König Station machte. Es fällt auf, dass sich in karolingischer Zeit im Zusammenhang mit diesen Türmen im Westen keine Glocken finden. Man wird diese Westtürme daher ihrer Genese nach nicht auf Glockentürme zurückführen können. Sie entsprechen verfassungshistorisch dem Phänomen der Laienabtei, durch das weltliche Herrschaftsträger mit Klostergrundbesitz versorgt wurden. Es ist sicher kein Zufall, dass mit der cluniazensischen Reformbewegung, die die Freiheit der Kirche von weltlicher Herrschaft zum Programm machte, diese architektonische Verbindung von Basilikakirche mit herrschaftlich genutzten Bauteilen in den Reichsklöstern wieder abkam. Festzuhalten ist jedenfalls, dass vieltürmige Kloster- und Kirchenanlagen in den karolingischen Kernländern nicht nur durch die zunehmende Bedeutung von Glocken in liturgischem Gebrauch erklärbar erscheinen. Vor allem das Bauelement Treppenturm hat in solchen Anlagen keineswegs sakrale Funktionen gehabt. Zu berücksichtigen ist aber sicher, dass sich Treppentürme ihrerseits gut dafür eigneten, um zu Glockentürmen ausgebaut zu werden. So kann die Entwicklung der „Westwerke“ im Karolingerreich durchaus auch Impulse für die Entstehung neuer kirchlicher Turmformen gegeben haben. In diesem Zusammenhang sind wohl die Doppelturmfassaden zu nennen, die sich im 11. Jahrhundert in den Nachfolgereichen des karolingischen Imperiums verbreitet haben. Als richtungsweisende Bauwerke der romanischen Baukunst in Westeuropa gelten die beiden Grabeskirchen, die König Wilhelm der Eroberer für sich und seine Gattin Margarete von Flandern in Caen in der Normandie errichten ließ, nämlich St. Etienne und Sainte Trinité. Beide verfügen jeweils über zwei Türme. Die erstere ist der klassische Prototyp der Doppelturmfassade. 1077 wurde Saint Etienne eingeweiht. Die normannische Doppelturmfassade strahlte sowohl auf die englischen wie auch auf die französischen Königskirchen aus – und über normannische Expansionen bis nach Süditalien und Sizilien. Aus der Sicht des Zusammenhangs zwischen Kirchenglocken und Glockentürmen erscheint es bemerkenswert, dass Doppelturmfassaden nicht notwendig zum Ausbau von zwei Glockentürmen führen mussten. Das Straßburger Münster ist ein anschauliches Beispiel dafür, dass nur einer der beiden geplanten Türme tatsächlich realisiert wurde. Als Glockenträger konnten auch Vierungstürme fungieren. Sie betonen den Überschneidungsbereich von Lang- und Querhaus als zentralen Ort des liturgischen Geschehens.

Westwerk
Die Westfassade von St. Stephan - Foto: P. Diem
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Die Heidentürme - Foto P. Diem

Die Türme von St. Stephan#

Die Wiener Stephanskirche steht mit ihren drei voll ausgebauten Türmen in mehreren der hier angedeuteten Entwicklungslinien. Die beiden „Heidentürme“ im Westen sind Elemente einer Doppelturmfassade. Die zwischen ihnen liegende Herrscherempore weist St. Stephan als Fürstenkirche aus. Die beiden „Heidentürme“ wurden 1230 begonnen und in den 1260er Jahren abgeschlossen. Im Ausbaukonzept der habsburgischen Landesfürsten waren zwei Chorflankentürme vorgesehen. Am 7. April 1359 legte Herzog Rudolf IV. den Grundstein für den Südturm. Die Parallele zum Prager Veitsdom, den sein kaiserlicher Schwiegervater in Prag bauen ließ, ist unverkennbar - und damit die auf die französischen Königskathedralen der Hochgotik zurückweisende Entwicklungslinie. Der Südturm blieb in der Wiener Stephanskirche der einzige voll ausgebaute Hochturm. Der Ausbau des Nordturms wurde in einer Zeit zurückgestellt, als in Rom die Aufgabe des Campanile von Alt-St. Peter schon abzusehen war und der Petersdom als die neue Hauptkirche der westlichen Christenheit als Kuppelbau geplant wurde. 1578 wurde in Wien der Turmstumpf des Nordturms mit einem einfachen Glockengeschoß und einer Renaissance-Haube darüber abgeschlossen.

LITERATUR

  • Barbara Schedl, St. Stephan in Wien. Der Bau der gotischen Kirche (1200-1500), Wien 2018
  • Friedrich Heer, Europäische Geistesgeschichte, Wien 1953
  • Michael Mitterauer, Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs, München 2003
  • „Glocke“, „Campanile“, „Turm“ in: Lexikon des Mittelalters 2, 4 und 8, Stuttgart 1999
  • Gianpaolo Trevisan, Campane e campanile (secoli VIII-XII), in: Dal fondere campane. Dall’archeologia alla produzione, Firenze 2007
  • Arnold Angenendt, Das Frühmittelalter. Die abendländische Christenheit von 400 bis 900
  • Arnold Angenendt. Geschichte der Religiosität im Mittelalter, Darmstadt 1997
  • Norbert Ohler, Sterben und Tod im Mittelalter, München 1990
  • Iconografia rateriana – Wikipedia Iconografia_rateriana
  • Gintautas ŽALĖNAS Vytautas (Magnus University, Lithuania): CUM SIGNO CAMPANAE. THE ORIGIN OF THE BELLS IN EUROPE AND THEIR EARLY SPREAD