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Kreuzenstein#

Niederösterreich, Bezirk Korneuburg, Gemeinde Leobendorf

Romantisch erneuerte Burg, um 1120 urkundlich genannt, 1258 landesfürstlich, 1645 von den Schweden gesprengt, blieb bis 1879 Ruine und wurde dann von Hans Graf Wilczek bis 1908 (durch Gangolf Kayser und Humbert von Walcher-Moltheim) unter Verwendung romanischer und gotischer Bauteile aus ganz Europa als Idealburg erneuert und mit wertvollen Möbeln und Gerätschaften eingerichtet.

(In dieser Zeit der politischen und sozialen Umbrüche wurde das Mittelalter recht romantisch betrachtet. Wilczek sammelte alles, was sich mit dem Mittelalter verbinden ließ - er erwarb mittelalterliche Steine, Türen, Fensterrahmen, ganze Arkadengänge, Möbel und Waffen aus Spanien, Italien, Deutschland und Frankreich und ließ sich eine "mittelalterliche" Burg als Familienmausoleum und Privatmuseum bauen. Die "kopierte" Burg wurde zu einem publikumswirksamen Anziehungspunkt, obwohl Graf Wilczek von Beginn an Eintritt kassierte - einen Teil der Einnahmen spendete er an die Wiener Rettungsgesellschaft. Auch große Staatsmänner - darunter Theodor Roosevelt oder Kaiser Wilhelm II - besuchten die Burg, die heute manchmal als Filmkulisse dient und so gut wie keine andere Burg die Vorstellung vom Mittelalter vermittelt.)


Burg Kreuzenstein
Burg Kreuzenstein.
© Österreichwerbung, Grünert, für AEIOU
Burg Kreuzenstein von Korneuburg aus
Burg Kreuzenstein von Korneuburg aus gesehen
Foto: P. Diem

Burg Kreuzenstein im Mai 2015, © Walter Jaburek, Paul Prihoda

Burg Kreuzenstein im Nebel 2016, © wj

Literatur#

  • Dehio-Handbuch Niederösterreich nördlich der Donau, 1990
  • K. Kirsch, Burg Kreuzenstein, 1966
  • A. Nierhaus, Kreuzenstein, 2014