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Krippen#

Weihnachtskrippen, plastische Darstellungen der Geburt Christi, häufig mit Schnitzfiguren. Abbildungen in frühchristlichen Katakomben, auf liturgischen Geräten, in Form von Fresken und auf Altargemälden sind ebenso als Vorformen der Krippen anzusehen wie die frühmittelalterlichen Mysterienspiele in den Klöstern (Kindlwiegen, Weihnachtsspiele). Eine Zwischenstufe bilden die geschnitzten Krippenaltäre (Schrein von Oppenberg, Steiermark; Krippenaltar von Bozen) sowie die Anbetungsszenen in den Predellen (Pacher-Altar in St. Wolfgang, Oberösterreich; Sierning, Oberösterreich). Im 16. Jahrhundert gelangten die Krippen aus Italien nach Österreich, wo besonders Jesuiten und Franziskaner die ersten großen Kirchenkrippen (Prag 1562, Graz 1579, Innsbruck 1608, Hall in Tirol 1609) in den Dienst der neuen Volksfrömmigkeit stellten. Höhepunkte der barocken Krippenkunst sind die Stammel-Krippen in Kalwang (Steiermark, 1751) und in der Stiftskirche Admont (Steiermark, 1755), J. C. Hackhofers Krippenkapelle bei der Festenburg (St. Lorenzen am Wechsel, Steiermark) und die St. Lambrechter Stiftskirchenkrippen (Steiermark, 1782) mit 132 Figuren. In Oberösterreich sind die Krippenschnitzwerke aus der Schwanthaler-Werkstatt (zum Beispiel in Pram, Altmünster, Heimathaus Ried) oder die kleine Krippe aus Buchsbaumholz von M. Rittinger in Garsten (um 1712) hervorzuheben. Im 17. und 18. Jahrhundert begann man mit den Krippenfiguren spezielle Krippenspiele unter Musik und Gesang aufzuführen (das "Steyrer Kripperl" in Oberösterreich und das "Traismaurer Kripperl" in Niederösterreich pflegen diese Tradition noch heute), stellte aber auch mechanische Krippen her. Kaiser Joseph II. erließ 1782 ein Verbot, Krippen in Kirchen aufzustellen, das 1804 wieder aufgehoben wurde, da Krippen auch in den Bürger- und Bauernhäusern zu einem festen Bestandteil des Weihnachtsfests geworden waren. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte der Krippengedanke einen neuen Aufschwung. Stilprägend wurden vor allem die Krippendarstellungen von J. Führich; in Tirol versuchten die Krippenschnitzer in den "orientalischen Krippen" ein getreues Abbild von Nazareth und Palästina zu geben. Der Krippengedanke war besonders in Bergwerksgegenden Tirols und im Salzkammergut weit verbreitet, wo das "Kripperl-Schauen" zwischen Weihnachten und LichtMess (2. Februar) bis heute gebräuchlich ist. 1909 wurde in Tirol der "Verein der Krippenfreunde" gegründet. Neben den Weihnachtskrippen gibt es auch so genannte Fastenkrippen, die das Leiden und Sterben Christi in der Karwoche darstellen. Bedeutende Krippenschätze bergen die Volkskundemuseen in Innsbruck, Salzburg, Wien, Linz, Graz und Leoben.

Literatur#

  • L. Kretzenbacher, Weihnachtskrippen in Steiermark, 1953
  • R. Berliner, Die Weihnachtskrippen, 1955
  • O. Kastner, Die Krippen, 1963
  • E. Egg und H. Menardi, Das Tiroler Krippenbuch, 1985
  • F. Grieshofer (Hg.), Krippen, 1987.


--> Siehe auch: ABC: Weihnachtskrippe
--> Brauch der Weihnachtskrippe in Wien (Essay)

Verweise auf andere Alben:
Video-Album:<a href="http://aeiou.iicm.tugraz.at/aeiou.film.o/o450a">Mechanische Weihnachtskrippe in Christkindl, Oberösterreich.</a>