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Psychologie#

Eine spezifisch österreichische Ausprägung erfuhr die Psychologie durch die von Sigmund Freud begründete Wiener Schule der Psychologie, die in der Erforschung der menschlichen Psychodynamik und der Psychopathologie sowie deren Behandlung durch Psychoanalyse und Psychotherapie ihre Hauptaspekte hatte. Alfred Adler, der Begründer der Individualpsychologie, wird dieser Schule zugerechnet, obwohl er sich später von den Auffassungen Freuds entfernte. Von diesen Ansätzen geht auch die von H. Rohracher begründete, streng experimentell-methodische Forschungsrichtung der Psychologie aus. 1902 bildete sich um Freud eine Gruppe, aus der 1910 die Wiener Psychoanalytische Vereinigung hervorging; Mitglied waren unter anderem A. Adler, W. Stekel, R. Reitler, M. Kahane, Paul Federn und Otto Rank.

Der Physiker Ernst Mach wird als Vorläufer der Gestalt-Psychologie betrachtet. Seine Arbeiten zur Sinnesphysiologie, die die naturwissenschaftliche Ausrichtung der Psychologie betonten und sich hauptsächlich mit der Wahrnehmung von Helligkeitskontrasten und der Analyse von Bewegungsempfindungen befassten, gelten als bahnbrechend.

Neben der Wiener Schule um S. Freud entstand in Graz, von Alexius Meinong (einem Schüler Franz Brentanos) ausgehend, die Grazer Schule der Gestalt-Psychologie Meinong gründete 1894 das psychologische Laboratorium an der Universität Graz und versammelte während seiner nahezu 40jährigen Tätigkeit eine Reihe bedeutender Persönlichkeiten um sich, so S. Witasek, V. Benussi, R. Ameseder, W. M. Frankl, E. Martinak, E. Mally und F. Weber. Beeinflusst wurde die Grazer Schule, vielfach auch Österreichische Schule genannt, von Christian Freiherr von Ehrenfels, der wiederum von E. Mach zur Verfassung seiner berühmten Abhandlung "Über "Gestaltqualitäten" angeregt wurde. Aus neuerer Zeit sind vor allem die Arbeiten von Viktor Emil Frankl, dem Begründer der Existenzanalyse oder Logotherapie, zu nennen. Weiters sind besonders Erwin Ringels Arbeiten zur Suizidforschung und -verhütung bemerkenswert sowie Paul Watzlawicks Untersuchungen zur Kommunikations-Psychologie

Weiterführendes#

Literatur#

  • H. Meng, Psychoanalyse und Kultur, 1965
  • P. Nitzschke, Die reale Innenwelt, 1978
  • E. Lück (Hg.), Illustrierte Geschichte der Psychologie, 1993
  • E. Friedl, Der Wille zur Normalität, 1994