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Schallaburg#

Schallaburg: Arkadenhof, © Copyright Presseamt der Niederösterreichischen Landesregierung, Wien, für AEIOU.
Schallaburg: Arkadenhof
© Copyright Presseamt der Niederösterreichischen Landesregierung, Wien, für AEIOU.

Renaissanceschloss bei Melk (Gemeinde Schollach) mit 2-geschossigem Arkadenhof.

Reste von Vorgängerbauten der Schallaburg sind die Ruine des "Festen Hauses" - als dessen Erbauer ein Schwiegersohn des Babenbergerherzogs Leopold II., Sighard von Schalle (+ 1142) gilt - und Teile der romanischem Schlosskapelle. Christoph Losenstein begann mit dem Neubau des dreiflügeligen Renaissanceschlosses, starb jedoch 1558, ehe der Bau fertig gestellt war, den sein Sohn Hans Wilhelm vollendete. Er gründete in Loosdorf eine „Hohe Schule“ für evangelische Jugendliche.

Das heutige Aussehen verdankt die Schallaburg dem in Padua humanistisch ausgebildeten Hans Wilhelm von Losenstein, der seine Herrschaft zu einem der führenden Zentren der Reformation in Niederösterreich machte.

Von 1572 - 1600 wurde neben dem weitläufigen Turnierhof der Große Arkadenhof errichtet. An zwei Seiten des Hofes befinden sich zweigeschossige Laubengänge mit reichem, aus etwa 1600 Einzelteilen bestehendem Terrakottaschmuck: die antiken Helden dienten als Vorbilder der Losenstein`schen Familie, gestützt durch die Allegorie der freien Künste, der Tugenden und der Wissenschaft. Die Terrakottareliefs und –skulpturen stammen vom Halleiner Hafnermeister Jakob Bernecker.

Nach dem Tod von Wilhelm von Losenstein im Jahre 1601 ging der verschuldete Besitz bald an die steirischen Stubenberger, denen mehrere Schlossherren folgten. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts war die Schallaburg bis 1940 im Eigentum der Freiherren von Tinti.

Die russische Einquartierung nach dem Zweiten Weltkrieg hinterließ ihre Spuren, und auch in den folgenden Jahren verfiel das Schloss zusehends. Seit 1968 im Besitz des Landes Niederösterreich, werden Sanierungsarbeiten durchgeführt und die Schallaburg für große Ausstellungen verwendet.

Literatur#

  • R. Feuchtmüller und andere, Schallaburg, 1975