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vom 04.10.2019, aktuelle Version,

Herren von Losenstein

Wappen derer von Losenstein, Schild in Blau mit goldenem „Losensteiner Panther“

Die Herren von Losenstein (auch Losensteiner, Freiherren von Losenstein) waren ein Adelsgeschlecht mit Stammburg Losenstein in Losenstein (Oberösterreich), die sich auch in Niederösterreich, Bayern und Nordböhmen verzweigten und zu den Apostelgeschlechtern Österreichs zählen.

Geschichte

Ursprung

Gegründet wurde es von dem Ministeriale Dietmar von Steyr. Dieser wurde nach dem Tod des letzten Babenbergers in Mannesstamm Friedrich II. Machthaber der landesfürstlichen Herrschaft Steyr. 1252 schloss er mit dem neuen Landesfürsten Ottokar II. von Böhmen einen Vergleich ab, indem er die Herrschaft Steyr abgab und als Abgeltung das Burglehen Losenstein bekam.[1] Ab diesem Zeitpunkt nannten sich Dietmar und seine Nachkommen „von Losenstein“.

Besitztümer

Die Losensteiner zählten ca. 30 Burgen, Schlösser und Palais im Laufe der Zeit und mit teils raschen Besitzwechseln. Aus all diesen Burgen sind im Besonderen die drei Hauptburgen Gschwendt, Schallaburg und Losensteinleithen sowie die Stammburg Losenstein zu nennen. Neben den Burgen in Österreich zählten auch vier in Bayern und eine in Nordböhmen zum Besitz. Die Losenteiner wurden auch oft "Habsburger im Kleinen" genannt, weil sie viele Ihrer Güter, Ländereien und Burgen durch Heirat oder Erbschaft erlangten. Nachdem die Losensteiner 1450 die Schallaburg erbten, wurde unter Christoph II. von Losenstein ab 1540 ein dreiflügeliger Renaissancetrakt errichtet. Im nahen Loosdorf gründete Hans Wilhelm von Losenstein eine „Hohe Schule“ für die protestantische Jugend, dadurch wurde die Schallaburg im 16. Jahrhundert zum Zentrum der Protestanten in Niederösterreich.[2]

Nobilitierungen und Dynastische Ehen

Die Losensteiner wurden in den Freiherrenstand erhoben. Das Adelsgeschlecht derer von Losenstein ist mit den Familien von Traun, Liechtenstein, Starhemberg und Stubenberg und Zelcking durch frühere Eheschließungen verwandt.

Namensträger

Hochgrab des Hans Wilhelm von Losenstein in der Kapelle der Schallaburg (1587), Niederösterreich
Herr Adam von Losenstein, Freydal, Tafel 178, zwischen 1512 und 1515, Reproduktion 1882
  • Dietmar von Steyr (später von Losenstein) (lebte um 1252): erst Machthaber der landesfürstlichen Herrschaft Steyr; ab 1252 Burglehensherr von Losenstein
  • Christoph II. von Losenstein (lebte um 1540)
  • Hans Wilhelm von Losenstein (lebte im 16. Jh.)
  • Bernhard I. von Losenstein (* ?; † ?): ∞ Anna von Zelcking
  • Johannis de Losenstain (Johannes von Losenstein) (* ?; † ?)
  • Berthold I. von Losenstein (* ?; † 1355)
  • Reichildis von Losenstein (* ?; † ?): Tochter von Gundaker II.
  • Florian I. von Losenstein zu Garsten (* ?; † ?): Urgroßenkel von Gundaker II.
  • Adam von Losenstein (* ?; † ?)
  • Georg Achaz von Losenstein (* ?; † ?)
  • Franz Anton von Losenstein, letztes männliches Mitglied (* 1642; † 1692)

Wappen

Blasonierung: Das Wappen nach Wappenmehrung zeigt ein gevierteltes Schild; Feld 1 und 4 zeigen einen goldenen Panther auf blauem Grund (der Losensteiner Panther), Feld 2 und 3 einen geteilten Löwen (als Zeichen derer von Zelcking); links oben die Helmzier derer von Losenstein, rechts oben jenes derer von Zelcking.[3]

Wappengeschichte: Das Wappen stellt als Allianzwappen den Bund der Losensteiner und Zelckinger Familien nach der Hochzeit des Bernhard I. von Losenstein mit Anna von Zelcking. Durch Anna kann die Schallaburg zu den Losensteinern. Dieses Wappen wurde seitdem von vielen Nachkommen des Bernhard von Losenstein geführt.[3] Die Entwicklung des Wappens beginnt nachweislich mit einer Urkunde der Benediktinerabtei St. Blasius zu Admont vom 12. September 1293 mit Gundakar III. Diese zeigt einen wachsenden Panther im geteilten Schild auf der oberen Hälfte, am 1. März 1313 wird diese Wappenfigur im Wappen des "Johannis de Losenstain" ganz dargestellt (Archiv von Stift Lambach, Urkunde Nr. 153). Das Wappen von Berthold I. von Losenstein (*?; † 1355) (Grabmal, Losensteiner Kapelle, Garsten) zeigt zunächst einen Panther, darüber als Kleinod ein Hörnerpaar samt Ohren. Das Wappen des Dietmar III. von Losenstein (Wiener Minoriten–Nekrolog) zeigt das Schild in Blau mit silbernen Panther. Das Wappen der Reichildis von Losenstein, einer Tochter Gundakers II. (Wiener Minoriten–Nekrolog) zeigt das Schild wie zuvor, aber mit einen goldenen, punktierten, und aus Rachen und Nüstern Flammen sprühenden Panther. Das Wappen des Florians I. von Losenstein zu Garsten (Grabmal) zeigt das Schild wie zuvor, aber als Kleinod ein Hörnerpaar mit Ohren und dazwischen den wachsenden Panther. Sein Urgroßvater Gundaker II. soll schon ab ca. 1330 diesen gehörnten und Flammen sprühenden Panther im Wappen geführt haben.

Literatur

  • Freydal: des Kaisers Maximilian I. Turniere und Mummereien; mit einer geschichtl. Einleitung. Tafeln. Wien, 1882. Exemplar der UB Tübingen. (Faksimileedition des Turnierbuchs Freydal, Kunsthistorisches Museum Wien, Signatur: K.K. 5073). Tafel 178 Herr Adam von Losenstein.

Einzelnachweise

  1. Siegfried Haider: Geschichte Oberösterreichs; R. Oldenbourg Verlag, München 1987, ISBN 3486540815
  2. Geschichte des Renaissanceschlosses Schallaburg (Memento des Originals vom 15. August 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schallaburg.at; abgerufen am 2. Okt. 2012
  3. 1 2 Wappen der Losensteiner - Burg-Losenstein. Abgerufen am 20. August 2019.