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Schmeltzl, Wolfgang #

auch W. Schmältzl


* nach 1500, Kemnat (Deutschland)

† um 1561, St. Lorenzen am Steinfelde (Gemeinde Ternitz, Niederösterreich)

Dichter, Pädagoge und Musiker


War von spätestens 1540 bis 1553 Lehrer am Wiener Schottenstift, ließ dort Komödien nach biblischen Themen aufführen (7 erhalten), begründete damit das deutschsprachige Schuldrama in Österreich und setzte die von Konrad Celtis und Benedictus Chelidonius begonnene Tradition mit religiös-pädagogischem Akzent in der Volkssprache fort. Das Epos "Der Christlich und Gewaltig Zug in das Hungerland" (1556) berichtet vom Türkenfeldzug Erzherzog Ferdinands, an dem Schmeltzl selbst teilgenommen hatte. Sein "Lobspruch der Hochlöblichen weitberümbten Khünigklichen Stat Wienn in Osterreich" (1547) ist ein bedeutendes Werk der Wiener Kulturgeschichte. Schmeltzl sammelte Wiener Volkslieder und publizierte sie in der Sammlung "Guter seltzamer un künstreicher teutscher Gesang" (1544, einziges 4-stimmiges Liederbuch der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts).

Werke (Auswahl)#

  • Aussendung der Zwelffpoten, 1542
  • Comoedia Judith, 1542
  • Comoedia der Hochzeit Cana Galilee, 1543
  • Ein schöne kurtze und Christliche Comedi von dem plintgeborn Sonn, 1543
  • Comedia des verlornen Sons, 1545

Ausgabe:

  • W. Schmeltzl. Der Wiener Hans Sachs, herausgegeben von E. Triebnigg, 1915

Literatur#

  • W. Salmen, Die literarische und musikhistorische Bedeutung von W. Schmeltzl, in: Die österreichische Literatur, Band 1, herausgegeben von H. Zeman, 1986
  • M. Knedlik, W. Schmeltzl, in: Österreich in Geschichte und Literatur 37, 1993