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vom 28.10.2017, aktuelle Version,

Österreichische Offiziersgesellschaft

Die Österreichische Offiziersgesellschaft (ÖOG) wurde am 26. Jänner 1960 als Verein gegründet. Sie ist der Dachverband von 9 Landes-Offiziersgesellschaften. Deren Mitglieder sind sowohl Berufs- als auch Miliz- und Reserveoffiziere.

Österreichische Offiziersgesellschaft

Die ÖOG definiert sich als "sicherheitspolitisches Gewissen der Republik Österreich" und sieht ihre Aufgabe unter anderem darin, "einerseits als Mittler zwischen Militär- und Sicherheitsexperten und Laien und andererseits als das mahnende Gewissen bei Entwicklungen, die sich nicht mit dem Verständnis der Mitglieder der OG decken", zu fungieren. Die ÖOG gibt auch eine eigene Zeitschrift, "Der Offizier", heraus.

Seit Österreichs Beitritt zur "Partnership for Peace" (PfP) im Jahr 1995 ist die ÖOG Mitglied der Confédération Interalliée des Officiers de Réserve (CIOR). Im Jahr 2015 war die ÖOG maßgeblich an der Gründung der "Plattform Wehrpflicht - Wehrhaftes Österreich, Verband der wehrpolitischen Vereine Österreichs" beteiligt.

Präsidenten

  • 1. Präsident vom 26. Jänner 1960 - 12. April 1961: General der Artillerie Emil Liebitzky (im Amt verstorben)
  • General Erwin Fussenegger führt interimistisch als Vizepräsident vom 12. April 1961 - 9. Dezember 1961
  • 2. Präsident vom 9. Dezember 1961 - 6. Mai 1966: Kabinettsdirektor iR Oberleutnant (aD) Alexander Toldt
  • 3. Präsident vom 6. Mai 1966 - 29. November 1969: Bezirkshauptmann Franz Schmidt
  • 4. Präsident vom 29. November 1969 - 6. Dezember 1975: Oberst dRes Franz Palla
  • 5. Präsident vom 6. Dezember 1975 - 23. Juni 1979: Oberstleutnant dRes Karl Hamerl
  • 6. Präsident vom 23. Juni 1979 - 4. November 1999: Oberleutnant GenDir. Michael Malzacher
  • 7. Präsident vom 4. November 1999 - 17. November 2007: Brigadier Adolf Eber
  • 8. Präsident vom 17. November 2007 - 9. November 2013: Hauptmann Eduard Paulus
  • 9. Präsident vom 9. November 2013 - laufend: Brigadier Erich Cibulka[1]

Kontroversen zu Wehrpflicht und Verteidigungsbudget

Im Jänner 2011 kam es zu einem Konflikt zwischen der ÖOG und Verteidigungsminister Norbert Darabos wegen der von ihm geplanten Abschaffung der Wehrpflicht und der rechtswidrigen Abberufung des Generalstabschefs, General Edmund Entacher. Eine Rücktrittsaufforderung beantwortete er mit einer Aussage bei einer Pressekonferenz, in der er die Bedeutung des "Vereins" mit der des SC Kroatisch Minihof gleich setzte.[2] Im Mai 2011 wurde zuerst Christian Segur-Cabanac als Verbindungsperson vom Verteidigungsministerium abgezogen und in der Folge wurde auch die Subvention (zuletzt 5.500 Euro jährlich) vom Ministerium gestrichen, während die Unteroffiziersgesellschaft diese weiter erhielt. Ein Zusammenhang mit dem Konflikt wurde aber seitens des Ministeriums bestritten.[3]

Nach der Volksbefragung zur Wehrpflicht am 20. Jänner 2013 wurde Gerald Klug als neuer Verteidigungsminister angelobt, mit dem sich der Umgangston wieder normalisierte. Allerdings setzte sich die ÖOG weiterhin dafür ein, dass die Verfassungsvorgaben für das Österreichische Bundesheer, die Ziele der Österreichische Sicherheitsstrategie vom Juli 2013 [4] und der klare Mehrheitsentscheid der Bevölkerung bei der Volksbefragung zur Wehrpflicht in Österreich 2013[5] umgesetzt werden. Deshalb kritisierte sie, dass durch den Sparkurs der vergangenen Jahre die Einsatzbereitschaft des Bundesheeres nicht mehr ausreichend gegeben sei,[6] das gesetzlich verankerte Milizsystem ausgehungert werde und gesetzliche Möglichkeiten zur Nachwuchsgewinnung (§ 21 Abs. 3 Wehrgesetz) nicht genützt würden. Daher wurde das im Oktober 2014 vorgestellte "Strukturpaket ÖBH 2018" heftig kritisiert.[7] Dieser Kritik schloss sich der Nationalrat am 26. November 2015 mit einem einstimmigen Entschließungsantrag an, in dem Verteidigungsminister Klug aufgefordert wurde, sein Sparpaket zu überdenken.

Konsequenterweise forderte die ÖOG vom am 26. Jänner 2016 angelobten Minister Hans Peter Doskozil eine Trendumkehr und sagte ihre Unterstützung für eine bessere Budget-Ausstattung zu [8]. Die wiederholten Forderungen [9] und 45.000 Unterschriften bei einer Bürgerinitiative gegen die Bundesheer-Zerstörung [10] zeigten insoferne Erfolg, als für die Jahre 2016–2020 eine Erhöhung des BH-Budgets um 1,3 Mrd Euro beschlossen wurde.[11]

Einzelnachweise

  1. orf.at - Wechsel an Spitze der Offiziersgesellschaft. Artikel vom 9. November 2013, abgerufen am 9. November 2013.
  2. ORF online am 25. Jänner 2011
  3. Ministerium streicht Offiziersgesellschaft Förderung auf ORF vom 8. Mai 2011 abgerufen am 8. Mai 2011
  4. Österreichische Sicherheitsstrategie Juli 2013
  5. Endergebnis der Volksbefragung 2013
  6. Ö1 Morgenjournal vom 22. Juli 2014: Bundesheer blutet aus
  7. APA/OTS vom 3. Oktober 2014: Bundesregierung ruiniert das Bundesheer
  8. APA/OTS vom 29. Jänner 2016: Offiziersgesellschaft unterstützt neuen Verteidigungsminister
  9. Ö1-Morgenjournal am 25. März 2016: Offiziersgesellschaft pocht auf mehr Geld
  10. orf.at am 19. April 2016
  11. Bundesheer: Sicherheitsmilliarde plus