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vom 21.08.2016, aktuelle Version,

10. Armee (Österreich-Ungarn)

Die k.u.k. 10. Armee war ein militärischer Großverband der österreichisch-ungarischen Armee im Ersten Weltkrieg. Die Armee stand anfangs an der Kärntner Grenze und später an der westlichen Hochgebirgsfront in Südtirol. Das Armeeoberkommando wurde ab Februar 1916 bis zum Kriegsende an der Italienfront eingesetzt.

Einsatz

General der Kavallerie Franz Rohr von Denta

1915

Nach der Kriegserklärung Italiens im Mai 1915, etablierte sich zum Schutz der Kärntner Südgrenze entlang der Karnischen Alpen im Verteidigungsabschnitt Rayon V die Armeegruppe des Generals der Kavallerie Rohr von Denta. Die Front verlief etwa an der Linie Kreuzbergsattel - Monte Paralba - Plöckenpaß - Roßkofel - Pontafel - Rombon bis Flitsch. Als Gegner stand die "Karnische Gruppe" (Zona Carnia) der Italiener mit etwa 8 Brigaden gegenüber. Die direkten Zugänge nach Kärnten war durch das Fort Hensel (Kanaltal), Fort Malborgeth, Fort Hermann und Batterie Predilsattel (Predilpass) und das Seewerk Raibl (Seebachtal) geschützt.

Die fast vollständig aus Landsturm gebildete Gruppe Rohr hielt die Verbindung zwischen dem Landesverteidigungskommando Tirol und der 5. Armee am Isonzo-Abschnitt und zählte nur etwa 40.000 Mann, 900 Reiter und 204 Geschütze:

  • 92. Landsturm-Division (FML Karl von Langer mit 183. und 184. Brigade)
  • 57. Halb-Brigade Generalmajor Lanzinger
  • 59. Gebirgs-Brigade: Generalmajor Fernengel

VII. Korps (später an die 5. Armee abgegeben)

  • 17. Division (FML Gelb von Siegestern)
  • 20. Honved-Division (Generalmajor von Nagy)

Die Front war wegen des gebirgigen Terrains für größere Operationen ungeeignet. Als Nebenkriegsschauplatz verblieb der Abschnitt gegenüber der italienischen "Zona Carnia" (Generalleutnant Clemente Lequio) bis zur 12. Isonzoschlacht im Stellungskrieg.

1916

Im Februar 1916 wurde die Armeegruppe Rohr aufgewertet und als 10. Armee umbenannt. Am 18. Juni 1916 erhielt die Armee in FML Scotti (dem bisherigen Generalstabschef) einen neuen Oberbefehlshaber, in dieser Zeit war dem Armeekommando folgende Einheiten unterstellt:

  • 94. Landsturm-Division (Generalmajor Lawrowski)
  • 92. Landsturm-Division (Generalmajor Krasel)
  • 59. Gebirgs-Brigade (Oberst Dietrich)
  • 27. Gebirgs-Brigade (Generalmajor Greiner)

1917

In der Durchbruch-Schlacht von Karfreit, wurde die gesamte italienische Front in den Karnischen Rollen aufgerollt und musste bis Ende Oktober 1917 fluchtartig abbauen, um der drohenden Abschneidung zu entgehen. Das freigewordene AOK 10 übernahm nach der Etablierung der neuen Front an der Piave, die Befehlsführung am westlichen Frontabschnitt (zumeist Hochgebirgsfront) in Südtirol.

Ende 1917 bildete die 10. Armee den rechten Flügel der Heeresgruppe Tirol unter dem Oberbefehl von Feldmarschall Conrad von Hötzendorf (ab 16. Juli durch Erzherzog Joseph ersetzt). Dem Armeeführer Feldmarschall Ritter von Krobatin war die westliche Hochgebirgsfront zwischen Ortler - Adamello - Judikarien sowie die Verteidigung des Abschnittes Riva - Trentino - Monte Pasubio-Monte Cimone (Vizentiner Alpen) anvertraut.

1918

Am 13. Juni 1918 unternahm die 10. Armee am Tonalepass (Militärabschnitt Rayon II) einen Ablenkungsangriff zur Unterstützung der geplanten Offensive an der Piave, im Unternehmen Lawine scheiterten die Angriffe der Gruppe Metzger (1. und 22. Division, 163. Brigade) vollständig. Der 10. Armee waren im Juni 1918 folgende vier Korpsgruppen unterstellt:

In der Nacht vom 1. auf den 2. November 1918 gelangte infolge des italienischen Durchbruches beim benachbarten k.u.k. III. Korps ein, das auch alle Truppen des XIV. Korps in die im Mai 1916 innegehabte Verteidigungslinie auf der Hochfläche von Vielgereuth zurückzugehen hätten. Dort wurde dann der Großteil der österreichischen Truppen abgeschnitten und fiel in italienische Gefangenschaft.

Oberbefehlshaber

Literatur

  • Österreichisches Bundesministerium für Heereswesen vom Kriegsarchiv. "Österreich-Ungarns letzter Krieg 1914-1918", Sieben Text- und Beilagenbände, Verlag der Militärwissenschaftlichen Mitteilungen, Wien 1930
  • Anton Wagner: Der Erste Weltkrieg. Truppendienst-Reihe, Carl Ueberreuter Verlag, 1981