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vom 30.01.2018, aktuelle Version,

11. Armee (Österreich-Ungarn)

Die k.u.k. 11. Armee war ein militärischer Großverband der österreichisch-ungarischen Armee im Ersten Weltkrieg. Das Armeeoberkommando wurde ab März 1916 bis zum Kriegsende an der Italienfront eingesetzt.

Einsatz

Südtiroler Front: Aufmarsch- und Angriffsgebiet der 11. Armee im Mai 1916

1916

Nach Beschluss des k.u.k. Armeeoberkommandos wurde die Südwestfront unter Erzherzog Eugen für das Frühjahr 1916 mit einer Offensive im Trentino betraut, dazu wurde im März aus dem Stab des Landesverteidigungskommando Tirol die 11. Armee unter General der Kavallerie Viktor Dankl gebildet. Während der Südtirol-Offensive im Mai 1916 zählte die 11. Armee 103 Bataillone (etwa 85.300 Mann) und 178 Batterien (811 Geschütze). Der Angriff war zwischen der Etsch (Raum Rovereto) und dem Suganertal angesetzt, der Angriffsschwerpunkt lag zwischen der Hochfläche von Vielgereuth (Folgaria) und dem Plateau von Lafraun (Lavarone).

Der 11. Armee unterstanden dabei drei Korpsgruppen, zusätzlich wurde sie am linken Flügel (in der Valsugana) durch den Angriff der 3. Armee in Richtung auf Borgo gedeckt:

Bis Ende Mai konnte durch die Offensive die neue Frontlinie Serravalle-Monte Priafora-Arsiero-Asticotal-Asiago-Valsugana erkämpft werden. Am 7. Juni fiel nordöstlich von Asiago noch der Monte Meletta in österreichische Hand. Wegen der starken Wirkung der österreichischen Artillerie mussten einige italienische Stellungen fast kampflos geräumt werden. Die italienische 1. Armee unter General Conte Pecori Giraldi konnte ihre Stellungen westlich von Schio, im Raum Piano delle Fugazze und am Monte Pasubio nur dank rasch herangeführter Verstärkung halten. Auch die Kämpfe auf der Hochfläche von Lafraun entwickelten sich günstig.

Durch eine italienische Gegenoffensive einerseits und wegen der Brussilow-Offensive anderseits, musste der Angriff am 9. Juni abgebrochen werden. Nach Abzug der 3. Armee verlegte man die Front in der Nacht vom 24. Juni zum 25. Juni auf besser zu verteidigende Stellungen um einen Streifen von etwa drei bis vier Kilometer zurück. Die neue Frontlinie verlief entlang Valmorbia – Borcolapass – Casteletto – Roana – Monte Interrotto – Cima Dieci – Civaron – Salubio – Setole. Lediglich der Monte Pasubio und der Monte Cimone wurden nicht aufgegeben und saßen auch im folgenden Stellungskrieg wie ein Stachel in der italienischen Front.

1918

Vorstoß in Italien, November 1917
Viktor von Scheuchenstuel

Während der Zweiten Schlacht am Piave beteiligte sich die 11. Armee am Grappa-Massiv und bei Asiago mit einer gleichzeitigen Offensive.

  • III. Korps unter Generaloberst Hugo Martiny: 6., 28. und 52. Division, 6. Kavallerie-Division
  • XIII. Korps unter General der Infanterie Friedrich Csanády: 5., 16., 38., 42., 74. Division
  • VI. Korps unter General der Infanterie Ernst Kletter: 18., 26., 39. und 53. Infanterie-Division
  • XXVI. Korps unter General der Infanterie Ernst Horsetzky: 27. und 32. Division, 4. Kavallerie-Division
  • I. Korps unter General der Infanterie Ferdinand Kosak: 60. und 55. Division
  • XV. Korps unter General der Infanterie Karl Scotti: 20., 48. und 50. Division
  • Reserve: 27. und 38. Division, 10. Kavallerie-Division

Am 15. Juni um 7.00 früh begann die 11. Armee mit 8 Infanteriedivisionen (etwa 95.000 Mann) auf der Hochfläche von Folgaria mit dem Sturmangriff. Es war nicht gelungen, die Artillerie der gegnerischen italienischen 6. Armee unter General Montuori niederzukämpfen. Bereits am Nachmittag lief dieser Angriff überall fest, und am Abend musste man auf die Ausgangstellung zurückweichen. Der Angriff des XXVI. Korps (Horsetzky) eroberte kurzfristig den Monte Mochin. Der Sturm gegen den Monte Asolone schlug jedoch ebenso fehl wie jener des XV. Korps gegen den Monte Spinuccia. Nach dem Festrennen der Schlacht auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden und im Gebiet östlich davon am Grappa-Abschnitt war die großangelegte „Schlacht in Venetien“ jetzt nur mehr auf die gleichzeitig geführte Durchbruchsschlacht an der Piave reduziert.

Nach dem italienischen Großangriff in der Schlacht von Vittorio Veneto begann das k.u.k. XXVI. Korps (General der Infanterie Horsetzky) am 27. Oktober 1918 zur Entlastung nochmals am Grappa-Massiv eine Gegenoffensive. Die österreichischen Truppen kämpften mit dem Ziel, vom Grappa her ins Tiefland durchzubrechen und die italienische Piavefront von hinten aufzurollen. Acht Angriffe auf den Monte Pertica wurden von der italienischen 4. Armee in sechsstündigem Kampf abgeschlagen. Infolge des Waffenstillstand von Villa Giusti wurden Anfang November große Teile der 11. Armee im Trentino abgeschnitten und gerieten in italienische Gefangenschaft.

Oberbefehlshaber

Literatur

  • Österreichisches Bundesministerium für Heereswesen vom Kriegsarchiv (Hrsg.): Österreich-Ungarns letzter Krieg 1914–1918. Sieben Text- und Beilagenbände, Verlag der Militärwissenschaftlichen Mitteilungen, Wien 1930
  • Anton Wagner: Der Erste Weltkrieg. Truppendienst-Reihe, Carl Ueberreuter Verlag, 1981