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vom 23.09.2015, aktuelle Version,

Adam Erdmann Trčka von Lípa

Adam Erdmann Trčka von Lípa (auch Adam Erdmann Trzka von Leipa; tschechisch Adam Erdman Trčka z Lípy; * um 1599; † 25. Februar 1634 in Eger) war ein kaiserlicher Feldmarschall im Dreißigjährigen Krieg und Anhänger Wallensteins, mit dem zusammen er 1634 in Eger ermordet wurde.

Leben

Adam Erdmann Trčka entstammte dem böhmischen Adelsgeschlecht der Trčka von Lípa[1]. Seine Eltern waren Jan Rudolf Trčka von Lípa und Maria Magdalena, Tochter des Ladislavs d. Ä. von Lobkowitz. Seine Geschwister waren:

Am 30. August 1627 vermählte sich Trčka mit Maximiliane (1608–1662), Tochter des kaiserlichen Rats Karl von Harrach und der Maria Elisabeth von Schrattenbach. Der Prager Erzbischof Ernst Adalbert von Harrach war ein Bruder der Braut. Erst einen Tag vor der Hochzeit trat der Protestant Trčka zum katholischen Glauben über. Vermutlich zur Belohnung für die Konversion verlieh ihm der Kaiser am 28. Februar 1628 den Grafentitel und das Palatinat, sowie etwas später die Würde eines Kammerherrn und kaiserlichen Rats. Durch die Heirat wurde Trčka ein Schwager Wallensteins, der mit Maximilianes Schwester Isabella verheiratet war. Ein weiterer Schwager war Wilhelm Kinsky, der Trčkas Schwester Elisabeth zur Frau hatte.

Der Ehe mit Maximiliane entstammten die Kinder:

  • Albrecht Adam Trčka von Lípa (* 1631; † im Kindesalter), dessen erster Vorname nach dem Taufpaten Albrecht von Wallenstein gewählt wurde
  • Burian Maximilian Trčka von Lípa († im Kindesalter), dessen erster Vorname nach seinem Großvater väterlicherseits gewählt wurde
  • Maria Isabella Trčka von Lípa (1631–1702), heiratete Siegmund Friedrich von Götzen (1622–1662), Sohn des kaiserlichen Generals Johann von Götzen.

Trčka wählte die militärische Laufbahn. Bereits 1626 diente er als Volontär in der Armee Wallensteins, mit dem er einen vertrauten Umgang hatte und der ihn an wichtigen Kriegsverhandlungen beteiligte. Am 23. Februar 1630 beförderte er ihn in Jitschin zum Obristen. Nachdem Trčka ohne Wissen der königlichen Statthalter auf seinen Gütern Rekruten anwarb, beschwerte sich der Kaiser darüber bei Wallenstein. Vermutlich wurden die Anschuldigungen entkräftet, da Trčka nachfolgend vom Kaiser mehrere Patente erhielt, die ihn zur Anwerbung weiterer Regimenter berechtigten. Bereits 1630 soll er eine Annäherung an den schwedischen Kriegsgegner Gustav Adolf gesucht und bei nachfolgenden Unterhandlungen, die sich im Oktober 1631 zerschlugen, eine Vermittlerrolle gespielt haben. Es ist nicht bekannt, ob dies aus eigenem Antrieb oder auf Wunsch Wallensteins geschah. Nach der Schlacht bei Lützen wurde er von Wallenstein öffentlich gelobt und ausgezeichnet. Bei den nachfolgenden geheimen Verhandlungen mit dem sächsischen Feldmarschall Hans Georg von Arnim soll Trčka als Unterhändler und Vertrauensmann Wallensteins gewirkt haben. Vermutlich wegen seiner Bemühungen um eine Waffenruhe wurde er im Sommer 1633 vom Kaiser zum Feldmarschall ernannt. In dieser Position führte er die Vorhut bei Wallensteins Siegeszug durch Schlesien, die Mark Brandenburg und die Oberlausitz. Anschließend marschierte er über Kittlitz, Schluckenau und Kreibitz gegen Leitmeritz, wo sich sein Regiment mit dem Heer von General Matthias Gallas verband.

Zusammen mit General Ilow war Trčka maßgeblich am „Pilsener Schluss“ (auch „Pilsener Revers“) vom 13. Januar 1634 beteiligt, mit dem Wallensteins Offizierskorps diesem einen Treueeid leistete. Dies wurde vom Kaiser als Hochverrat gewertet und führte zu Wallensteins Absetzung. Die wallensteinischen Generäle Aldringen, Gallas und Piccolomini wurden beauftragt, Wallenstein tot oder lebendig auszuliefern. Am 25. Februar 1634 wurden in der sogenannten Mordnacht von Eger Trčka, Kinsky und Ilow zusammen mit Wallenstein ermordet. Auch Trčkas Adjutant Rittmeister Neumann fand den Tod.

Durch ein Dekret Ferdinands II. wurde Trčka ausdrücklich vom kaiserlichen Pardon ausgenommen, da er an dem Abfall Wallensteins vom Kaiser teilgenommen hatte. Schon vier Tage später wurden seine Besitzungen vom Kaiser konfisziert und das am 23. Mai 1633 von ihm errichtete Testament für ungültig erklärt. Trčkas ostböhmische Herrschaften Neustadt und Nachod schenkte der Kaiser seinen treuen Anhängern Leslie und Piccolomini, die an dem Mordkomplott beteiligt waren. Beide Herrschaften hatte Trčka bereits 1628 von seiner Mutter erworben. Sie waren seit 1629 auf seinen Namen in der böhmischen Landtafel verzeichnet. Auch die vielen Besitzungen, die Trčka nach dem Tod seiner Mutter 1633 als Alleinerbe erhielt, gingen nach seinem Tod seinen Nachkommen verloren.

Literarischer Nachruhm

In Friedrich Schillers Dramentrilogie Wallenstein wird Adam Erdmann Trčkas Leben im zweiten Teil Die Piccolomini sowie im dritten Teil Wallensteins Tod als „Terzky“ literarisch verarbeitet.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Ahnentafel Trčka z Lípy