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vom 19.04.2018, aktuelle Version,

Adam Jankowski

Adam Jankowski (* 1948 in Danzig) ist ein österreichischer Maler und ehemaliger Professor an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main, seine Ateliers befinden sich in St. Pauli, Hamburg und Berlin.

Leben

Adam Jankowski wuchs im polnischen Danzig auf, zog aber schon 1955 nach Warschau, bevor er im Jahr 1961, mit seinen Eltern nach Wien übersiedelte und die österreichische Staatsbürgerschaft annahm. Nach seiner Schulzeit am Bundesrealgymnasium Wien IV Waltergasse studierte er von 1966 bis 1968 Maschinenbau an der Technischen Hochschule Wien[1] Für seine Hinwendung zur Malerei, gibt er 1977 in einem Interview an Horst Wackenbarth frühere biografische Gründe an: Umzugsbedingt in einem neuen Land mit 13 Jahren verstand er die Sprache nicht und lernte die neue Umgebung anfangs nur durch Bilder.

Von 1968 bis 1970 studierte er folglich Malerei an der Wiener Kunstakademie bei Franz Elsner, gefolgt vom Studium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Almir Mavignier und KP Brehmer von 1970 bis 1976. Des Weiteren studierte er Kunstgeschichte an der Universität Hamburg, bei Klaus Herding und Horst Bredekamp von 1976 bis 1980. Bereits in den späten 1970er-Jahren erfuhr Jankowskis Werk erste größere Beachtung, er erhielt als Student 1977 das Österreichische Staatsstipendium für Bildende Kunst. 1979 war Jankowski Mitbegründer der autonomen kulturpolitischen Initiative Freie Vereinigung Bildender Künstler Hamburg und des Arbeitskreises Bildende Kunst Hamburg.

1986 gründet Jankowski gemeinsam mit KP Brehmer, Anna Oppermann, Dagmar Fedderke, Constantin Hahm, Herbert Hossmann und Gesine Petersen die Künstlerkooperative Galerie Vorsetzen (benannt nach der Adresse am Elbkai Vorsetzen 53). Als Folge der Veräußerung des Gebäudes durch die Stadt fand 1987 die letzte große Ausstellung statt. Auch diese wurde von großer medialer Aufmerksamkeit begleitet. Die Zeit beschrieb die Situation wie folgt: Jetzt ist die Galerie Vorsetzen torpediert[...] Die Stadt taugt auch ganz allein zum Wintermärchen.[2] Anschließend zog die Galerie Vorsetzen in die Seilerstraße und bestand dort noch bis 1996.

Ab 1984 lehrte Jankowski am Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Hamburg, wo er bis 1985 blieb, bevor er 1987 eine Professur für Malerei an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main erhielt, die er bis zu seiner Emeritierung 2013 innehatte. Auf Einladung eines Bürgermeisters unterhielt er für ein Jahr ein Atelier im Château de Trousse-Barrière in der Loire.

Der Öffentlichkeit permanent zugänglich sind Werke u. a. im Museum Bochum, in der Hamburger Kunsthalle, im Hessischen Landesmuseum und im Belvedere Wien, sowie in halböffentlichen Bereichen diverser Institutionen.

Schüler

Zu seinen Schülern zählen zahlreiche erfolgreiche Künstler, darunter u. a. Oliver Flössel, Parastou Forouhar, Sabine Moritz, Julia Oschatz, Sandip Shah, Henning Straßburger, Markus Weisbeck, Peter Zizka. 2013 zeigte der Wiesbadener Nassauische Kunstverein eine Ausstellung mit Werken seiner Schüler.[3]

Die Malereiklasse in Offenbach war erst in der Ehemaligen Heyne-Fabrik untergebracht, später im Isenburger Schloss und zog zuletzt in die größeren Räumlichkeiten der Dependance der HfG in die Geleitstraße.

Einzelausstellungen (Auswahl)

Gruppenausstellungen (Auswahl)

  • 1970 „Zehn über Zehn“, Galerie nächst St. Stephan, Wien.
  • 1972 „6 junge Österreicher“, Secession Wien.
  • 1974 „Aspekte engagierter Kunst“, Kunstverein Hamburg.
  • 1978 „Hamburger Kunstwochen“, Kunstverein Hamburg.
  • 1980 „Alles Schwindel“, Hamburg-Altona.
  • 1982 „Dorn im Auge“, Hamburg-Barmbek.
  • 1984 „Orwell und die Gegenwart“, Museum des 20. Jahrhunderts, Wien.
  • 1985 „Sechs aus Hamburg“, Goethe-Institut Kairo, Goethe-Institut Athen; „Tiempo circular“, Museo de Arte Moderna, Mexiko-Stadt; „Biennale des Friedens“, Kunstverein Hamburg.
  • 1986 „Eva und die Zukunft“, Kunsthalle Hamburg; „Vorsatz Eins“, Galerie Vorsetzen Hamburg.
  • 1987 „Exotische Welten“, Kunstverein Stuttgart.
  • 1989 „Synthetische Bildwelten“, Galerie Vorsetzen Hamburg.
  • 1994 „Malerei in Frankfurt“, Kunstverein Frankfurt am Main
  • 1995 „Wasser und Wein“, Kunsthalle Krems.
  • 1996 „Alchimie der Gegensätze“, Kulturzentrum Kapfenberg; „Aufgetischt“, Österreichische Galerie Schloss Halbturn.
  • 2002 „Afrikanische Reklame“, Iwalewa-Haus Bayreuth.
  • 2003 „Afrikanische Reklame“, Stadtmuseum München.
  • 2011 „Unscharf. Nach Gerhard Richter“, Kunsthalle Hamburg.
  • 2013 „Freie Sicht: Adam Jankowski und Künstler aus seiner Klasse für Malerei an der HfG Offenbach 1987–2013“, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden

Veröffentlichungen (Auswahl an Katalogen und Texten)

  • „Interview mit Adam Jankowski“, in: „Kunst und Medien: Materialien zur documenta 6“, Kassel 1977
  • „Auf der Flucht vor der Angst“, Museum Bochum, Bochum 1979.
  • Dieter Glasmacher/Adam Jankowski, „An Be No Do“, Medusa-Verlag, Berlin 1983.
  • „Was heißt heute noch Gestaltung“ in: hfg-forum Nr. 13, Offenbach/M. 1989.
  • Adam Jankowski/Robert Lettner: „Kalte Strahlung“, Museum Moderner Kunst Wien, Kunsthalle Hamburg, Hessisches Landesmuseum Darmstadt 1990.
  • „Techno*Logic“, Galerie Vorsetzen, Hamburg 1994.
  • „Es gibt zu wenig Künstler in Hessen“ in: „Ausflug nach Polen“, HfG Offenbach 1995.
  • „Alpha-Explorer“, 1822-forum, Frankfurt am Main 1997.
  • „Rede über die Malerei“ in: „Querverbindungen“, HfG Offenbach 1998.
  • „Landschaften und andere Weltenträume“, Galerie Hengevoss & Jensen, Hamburg 2000.
  • „Immer die schönste Malerei“, in: Katalog k9 aktuelle Kunst, Hannover 2006.
  • „Wer will schon den ganzen Tag die Welt verändern...?“, Katalog HfG Offenbach 2010.
  • Adam Jankowski, Robert Lettner, Burghart Schmidt: „Philosophie der Landschaft“, jovis Verlag Berlin 2010.
  • A. M. Freybourg, Hanz Zitko (Hg), „Adam Jankowski : Freie Sicht“, jovis Verlag Berlin 2013.

Zitat

„In meiner Lehre kam es mir immer darauf an zu zeigen, dass dogmatische Verengungen und ideologische Festlegungen in der Kunst nicht tragfähig sind – sie führen immer zu einer Trübung der Erkenntnis und Lähmung der Kreativität, und enden künstlerisch in einer Sackgasse. Die Formen der Kunst sind vielfältig wie das Leben – sie müssen unabhängig bleiben von Trends und Moden, von Diktaten von Händlern und Kuratoren, um sich eigenständig entfalten zu können; der Künstler muss seine Entwicklung unter der eigenen Kontrolle behalten und ›independent‹ bleiben“ (Jankowski zur Ausstellung seiner Schüler, 2013) [4]

Einzelnachweise

  1. http://www.adamjankowski.de/menues/vita/bio/biography.html Website von Adam Jankowski, abgerufen am 17. Juni 2013
  2. http://www.zeit.de/1987/50/hamburg-ein-wintermaerchen
  3. http://www.kunstverein-wiesbaden.de/ausstellungen/ausstellungen-detail/freie-sicht-adam-jankowski-und-ka14nstler-aus-seiner-malereiklasse-an-der-hfg-offenbach-1987aEUR2013dirk-baumanns-dorothee-diebold-bea-emsbach-goekhan-erdogan-oliver-flassel-parastou-forouhar-sebastian-heinrich-xenia-les.html Website des Kunstvereins, abgerufen am 17. Juni 2013
  4. http://www.kunstverein-wiesbaden.de/ausstellungen/ausstellungen-detail/freie-sicht-adam-jankowski-und-ka14nstler-aus-seiner-malereiklasse-an-der-hfg-offenbach-1987aEUR2013dirk-baumanns-dorothee-diebold-bea-emsbach-goekhan-erdogan-oliver-flassel-parastou-forouhar-sebastian-heinrich-xenia-les.html Zitiert auf: kunstverein-wiesbaden.de, abgerufen am 17. Juni 2013