unbekannter Gast
vom 23.12.2017, aktuelle Version,

Akanthus (Gattung)

Akanthus

Acanthus montanus

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Akanthusgewächse (Acanthaceae)
Unterfamilie: Acanthoideae
Gattung: Akanthus
Wissenschaftlicher Name
Acanthus
L.

Akanthus (Acanthus) ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Akanthusgewächse (Acanthaceae). Die 20 bis 30 Arten sind hauptsächlich in tropischen bis subtropischen Gebieten der Alten Welt verbreitet. Ein weiterer Trivialname ist „Bärenklau“. Sie ist jedoch nicht zu verwechseln mit der Gattung Bärenklau (Heracleum).

Das Blattwerk ist die Vorlage des kunsthistorisch bedeutsamen Akanthus-Ornaments.

Beschreibung und Ökologie

Illustration des Wahren Bärenklaus ( Acanthus mollis)
Blütenstand des Wahren Bärenklaues ( Acanthus mollis)

Erscheinungsbild und Blätter

Acanthus-Arten wachsen meist als ausdauernde krautige Pflanzen und wenige als Halbsträucher. Die vegetative Vermehrung mittels Rhizomen spielt bei vielen Acanthus-Arten eine große Rolle. Einige Arten beispielsweise der Wahre Bärenklau (Acanthus mollis) können so dichte Bestände bilden. Die Sprossachsen sind selbstständig aufrecht bis niederliegend. Die gegenständig, oder selten wirtelig bis grundständig gehäuft angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreiten sind einfach bis fiederspaltig. Der Blattrand ist glatt, gelappt oder gezähnt bis dornig.[1]

Blütenstände und Blüten

Die selten seiten-, meist endständigen, verschiedengestaltigen, unterbrochenen ährigen Blütenstände[1] sind 0,40 bis 2 Meter hoch. Die eiförmigen Tragblätter überlappen sich dachziegelartig, besitzen einen stacheligen Rand und vergrößern sich bis zur Fruchtreife.[1] Die Blüte stehen meist über zwei dornenbewehrten Deckblättern, die oft kragenartig die Blüte umfassen; sie können fehlen. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und selten drei-, meist vierzählig mit doppelter Blütenhülle.[1] Die vier Kelchblätter sind miteinander verwachsen und der Kelch endet in ungleichen Kelchlappen von den die unteren sowie oberen länger und die seitlichen kürzer sind.[1] Bei den meisten Arten sind die Kronblätter weiß bis rosafarben, es gibt auch gelb- (Acanthus hirsutus), blau- und scharlachrotblühende Arten. Die Oberlippe ist manchmal reduziert. Die Unterlippe ist vergrößert und endet in drei stumpfen Kronlappen. Die vier Kronblätter sind nur kurz röhrenförmig verwachsen und die Blütenkrone endet zweilippig.[1] Es ist nur ein Kreis mit vier fertilen Staubblättern vorhanden, sie stehen paarweise zusammen und können untereinander frei oder verwachsen sein. Die verdickten, robusten Staubfäden sind am oberen Ende der Kronröhre inseriert. Die Staubbeutel bestehen aus nur einer linealisch-länglichen Theke, die meist dicht bärtig behaart ist.[1] Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, zweikammerigen Fruchtknoten verwachsen. In jeder Fruchtknotenkammer sind nur zwei Samenanlagen vorhanden. Der schlanke Griffel endet in einer zweispaltigen Narbe.[1] Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie).

Früchte und Samen

Die glänzenden, ellipsoiden, zweifächerigen Kapselfrüchte enthalten zwei bis vier Samen.[1] Die Scheidewandklappen schleudern die Samen fort, wenn die Kapselfrucht vollreif aufbricht. Die Samen sind mehr oder weniger abgeflacht.[1]

Blütenstand von Acanthus ebracteatus
Blütenstand von Acanthus hungaricus
Blütenstände von Acanthus ilicifolius
Acanthus spinosus
Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Acanthus syriacus

Systematik und Verbreitung

Die Erstveröffentlichung von Acanthus erfolgte 1753 durch Carl von Linné.[2] Der Gattungsname Acanthus leitet sich vom altgriechischem Akanthos (ὁ ἄκανθος „der Dornige“) mit einer latinisierten Endung ab. Synonyme für Acanthus L. sind Cheilopsis Moq. und Acanthodus Raf.[3][1] Die Gattung Acanthus gehört zur Tribus Acantheae in der Unterfamilie Acanthoideae innerhalb der Familie der Acanthaceae.[3]

Die 20 bis 30 Arten sind hauptsächlich in tropischen bis subtropischen Gebieten der Alten Welt verbreitet.[1] Wenige Arten kommen in den warm-gemäßigten Gebieten des Mittelmeerraumes vor. Zentren der Artenvielfalt sind der Mittelmeerraum und Asien.

Es gibt 20 bis 30 Acanthus-Arten:[3][4][1]

  • Acanthus arboreus Forssk.: Vorkommen in Ägypten.
  • Acanthus austromontanus Vollesen
  • Acanthus carduaceus Griff.
  • Acanthus caudatus Lindau
  • Acanthus dioscoridis L.
  • Acanthus ebracteatus Vahl: Er gedeiht an den Küsten der chinesischen Provinzen Guangdong sowie Hainan und von Kambodscha, Indien, Myanmar, Thailand, Vietnam, Indonesien, Papua-Neuguinea, Australien und Pazifischen Inseln.[1]
  • Acanthus eminens C.B.Clarke: Sie kommt in Äthiopien, im Sudan, in Kenia und in Uganda vor.[3]
  • Acanthus flexicaulis Bremek.
  • Acanthus gaed Lindau
  • Acanthus greuterianus Snogerup, B.Snogerup & Strid
  • Acanthus guineensis Heine & P.Taylor
  • Acanthus hirsutus Boiss.
  • Acanthus hungaricus (Borbás) Baen. (Syn.: Acanthus balcanicus Heywood & I.Richardson, Acanthus longifolius Host)
  • Acanthus ilicifolius L.: Er gedeiht an den Küsten von Sri Lanka, Indien, Myanmar, Kambodscha, Thailand, China, Vietnam, Malaysia, Indonesien, der Philippinen, Papua-Neuguinea, Australien und Pazifischen Inseln.[1]
  • Acanthus kulalensis Vollesen
  • Acanthus latisepalus C.B.Clarke
  • Acanthus leucostachyus Wall. ex Nees: Sie ist in Indien, Laos, Myanmar, Thailand, Vietnam und in der chinesischen Provinz Yunnan verbreitet.[1]
  • Acanthus longibracteatus Kurz
  • Acanthus mayaccanus Büttner
  • Wahrer Bärenklau (Acanthus mollis L.):
    • Acanthus mollis L. subsp. mollis
    • Acanthus mollis subsp. platyphyllus Murb. (Syn.: Acanthus pubescens Engl., Acanthus polystachyus Delile)
  • Acanthus montanus T.Anderson: Er gedeiht in den Bergregionen Westafrikas und in Angola.[3]
  • Acanthus polystachyus Delile
  • Acanthus sennii Chiov.
  • Acanthus seretii De Wild.
  • Acanthus spinosus L.: Sie kommt in Italien, Kroatien, Albanien, Griechenland, Bulgarien, Algerien und in der Türkei vor.[3]
  • Acanthus syriacus Boiss.: Sie kommt in der Türkei, in Syrien, im Libanon und in Israel vor.[3]
  • Acanthus ueleensis De Wild.
  • Acanthus villaeanus De Wild.
  • Acanthus volubilis Wall.
  • Acanthus xiamenensis R.T.Zhang: Sie wurde aus dem südöstlichen China beschrieben.

Verwendung

Einige Arten, insbesondere Acanthus hungaricus, Acanthus spinosus und Acanthus mollis, werden als Zierpflanzen verwendet.

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Jia-qi Hu & Thomas F. Daniel: Acanthus L., S. 379 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 19: Cucurbitaceae through Valerianaceae, with Annonaceae and Berberidaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2011, ISBN 978-1-935641-04-9.
  2. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 639 („939“), Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D2%26issue%3D%26spage%3D639%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D
  3. 1 2 3 4 5 6 7 Acanthus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  4. K. Marhold, 2011: Acanthaceae.: Datenblatt Acanthus. bei Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Literatur

  Commons: Akanthus (Acanthus)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien