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vom 13.12.2016, aktuelle Version,

Alexander Kuchinka

Alexander Kuchinka (2007)

Alexander Kuchinka (* 29. Oktober 1967 in Klagenfurt) ist ein österreichischer Schauspieler, Regisseur, Autor, Musiker und Kabarettist.

Sein künstlerischer Werdegang ist der eines Autodidakten. Vor Beginn seiner Theaterlaufbahn absolvierte er 1986 bis 89 eine Ausbildung an der Pädagogischen Akademie in Klagenfurt. Er lebt und arbeitet seit 1992 vorwiegend in Wien.

Tätigkeitsbereiche

Schauspieler

Sein erstes professionelles Engagement brachte ihn 1987 ans Stadttheater Klagenfurt (Der Dorfschullehrer von Wilhelm Pevny) und von dort zu den Komödienspielen Porcia (beide unter der Intendanz von Herbert Wochinz). Mit der Komödie Der Bürger als Edelmann von Molière (mit Walter Giller in der Hauptrolle) tourte er 1989 bis 1992 in insgesamt fast 200 Vorstellungen mit der Konzertdirektion Landgraf durch den deutschen Sprachraum. Nach seiner Übersiedlung nach Wien 1992 folgten Stückverträge zu den Stockerauer Festspielen (Viel Lärm um nichts von William Shakespeare, 1994), ans Wiener Metropol (Im Weißen Rössl von Ralph Benatzky, 1996) und ans Volkstheater Wien (Der Seidenschrei von Lida Winiewicz, 1999). Seit Beginn seiner Regietätigkeit übernimmt er wiederholt kleinere und größere Rollen in seinen eigenen Inszenierungen, vom Leopold im Weißen Rössl (1996) über den Cyrano (2001) bis zum Tim in der Theater-im-Theater-Komödie Der nackte Wahnsinn (2015).

Kabarettist

1990 trat er im Klagenfurter Theater im Landhauskeller mit dem Programm Schwarz, aber herzlich erstmals als musikalischer Solokabarettist in Erscheinung. Sein literarisch-klavierhumoristischer Stil wurde zu dieser Zeit oft mit Georg Kreisler in Verbindung gebracht und ab 1990 in der ORF-Serie Comedy Express auch einem größeren Publikum vorgestellt. Bereits 1987 war er für die satirische ORF-Puppenserie Telewisch'n als Stimmenimitator nach Wien geholt worden. Es folgten weitere Programme, in denen er sich stilistisch wie inhaltlich immer mehr emanzipierte. 1995 errang er beim Hamburger Ralph Benatzky Chansonwettbewerb den ersten Preis, 2005 kam die erste CD Der Herr Kuchenkarl bei Preiser Records auf den Markt. Im Rahmen diverser Kleinkunstprogramme tritt er immer wieder mit Künstlern wie Robert Kolar oder Christian Zmek auf.

Regisseur

Mit einer eigenen Kellertheaterversion der Operette Im Weißen Rössl von Ralph Benatzky 1996 im Klagenfurter Theater im Landhauskeller, in der er auch gleichzeitig die Hauptrolle übernahm, legte er den Grundstein seiner eigenen Sommerbühne scherzo, die bis 2006 als Spielwiese und Sprungbrett für zahlreiche junge vorwiegend österreichische Künstler diente und Produktionen des musikalischen Theaters vorstellte. Alexander Kuchinka konnte dieses Sprungbrett selbst nutzen, indem er 2003 am Stadttheater Klagenfurt nach eigenem Buch die Schlagerrevue Sing, Baby, sing inszenierte, die wegen des großen Erfolgs mehrmals verlängert und 2003 auch an den Wiener Kammerspielen gezeigt wurde. Es folgten, ebenfalls am Stadttheater Klagenfurt, die Inszenierungen der Musicals Emil und die Detektive von Marc Schubring und Wolfgang Adenberg (2005 als österreichische Erstaufführung) sowie Cinderella von Thomas Pigor (2008). An der Bühne Baden (Stadttheater) war er 2010 mit der Uraufführung der Märchenoper Die schöne Wassilissa von Pavel Singer und Thomas Jorda und 2012 mit einer Neuadaption der Kinderoper Schwarzer Peter von Norbert Schultze und Walter Lieck betraut. 2015 folgte ebendort eine Neuinszenierung des Operettenklassikers Das Land des Lächelns von Franz Lehár, Ludwig Herzer und Fritz Löhner-Beda.

Eine dauerhafte Zusammenarbeit verbindet ihn seit 2004 mit der Chanteuse Heilwig Pfanzelter, für die er bereits mehrere Programme als Regisseur, zum Teil auch als Autor betreut hat, zuletzt 2009 Paris, Paris und 2011 Noch immer leuchten die Sterne, sowie mit dem österreichischen Frauen-Comedy-Trio Kernölamazonen, für die er zwischen 2009 und 2013 fünf Programme inszeniert hat.

Autor

In den kleinen Formen (Gedichte, Satiren, Chansons) hatte Alexander Kuchinka bereits als Kabarettist Erfahrung, über das Bearbeiten von Textbüchern für seine Inszenierungen fand er bald auch zu eigenen abendfüllenden Theatertexten. Bereits Fra Diavolo (1989, nach François Auber) war textlich eine definitive Neufassung, und mit Achtung. Selten. Die Comedian Harmonists (Uraufführung 1999 im Konzerthaus Klagenfurt) stellte er 1999 gemeinsam mit Heiko Wohlgemuth sein erstes Schauspiel vor. Die Produktion gastierte auch im Wiener Metropol, und das Stück wurde seither von mehreren deutschen Bühnen neuinszeniert, unter anderem an der Landesbühne Esslingen.

Es folgten in zunehmendem Maß Auftragsarbeiten, wie das bereits erwähnte Sing, Baby, sing oder, gemeinsam mit Christoph Wagner-Trenkwitz die neue deutsche Übersetzung des Musicals Guys and Dolls von Frank Loesser (Erstaufführung 2008 am Theater Bielefeld und 2009 an der Wiener Volksoper). 2011 stellte er in eigener Inszenierung im Wiener Metropol eine Neuübersetzung des Musicals I Love You, You’re Perfect, Now Change vor. 2015 Uraufführung der Neubearbeitung der Operette Cagliostro in Wien von Johann Strauss (Sohn) als Auftragswerk der Staatsoperette Dresden.

Musiker

Für sein Hauptanliegen, der kreativen Kombination von Musik und Bühne, brachte Alexander Kuchinka auch immer wieder seine eigene Musikalität ins Spiel. 1998 wurde er für eine Comedian Harmonists-Theaterproduktion am Schlosstheater Celle nicht nur als klavierspielender Schauspieler, sondern auch als musikalischer Leiter eingesetzt. Als Komponist seiner eigenen Kabarettchansons, aber auch von Vertonungen klassischer Texte (Der Knabe im Moor von Annette von Droste-Hülshoff, 1983, oder Max und Moritz von Wilhelm Busch, 1990) hatte er bereits in der kleinen Form Erfahrung, 2000 stellte er für die biografische Farce Die Marx Brothers: Ruhe am Set! eine komplette Bühnen- und Einlagenmusik vor, und mit Cyrano (nach Edmond Rostand) schließlich sein erstes eigenes Musical.

Gemeinsam mit Daniel Große Boymann entstanden zwischen 2005 und 2007 gleich vier Musicals, 2008 legte Alexander Kuchinka als Auftragskomposition des SBOK (Symphonisches Blasorchester Klagenfurt) eine fast zweistündige Begleitmusik zum Stummfilm Hoffmanns Erzählungen von Max Neufeld aus dem Jahr 1923 vor. 2014 steuerte er die Bühnenmusiken zu seinen Inszenierungen von Zerbinettas Befreiung und Katzenzungen bei und wirkte als ausführender Musiker an den Aufführungsserien in Haag beziehungsweise Berndorf mit. 2015 gewann sein jüngstes Musical Zzaun! (gemeinsam mit Tilmann von Blomberg) den "Creators"-Musicalwettbewerb im Schmidt Theater in Hamburg. Er tritt auch darüber hinaus immer wieder als musikalischer Leiter und Klavierbegleiter in Erscheinung, sowohl für Chansonabende (u. a. Markus Pol, Sona MacDonald oder Christoph Wagner-Trenkwitz) als auch für szenische Bühnenprogramme.

Bisherige Arbeiten

Rollen (Auswahl)

Inszenierungen (Auswahl)

Konzepte/Bücher/Übersetzungen (Auswahl)

Kompositionen (Auswahl)

  • 2014 Katzenzungen (Gesangseinlagen)
  • 2014 Zerbinettas Befreiung (Bühnenmusik)
  • 2013 Zzaun! (Musical)
  • 2010 Was wird sein? (musikalische Schulgeschichte für Klavier, Sprecher und Kinderchor)
  • 2009 Die Schildbürger (Teilvertonung für Klavier, Sprecher und Kinderchor)
  • 2008 Hoffmanns Erzählungen (Stummfilmmusik)
  • 2007 Piano und forte (Musical)
  • 2007 Der Besuch des Schahs (Musical)
  • 2006 Rössl - rejodelt (Musical)
  • 2006 Der verkaufte Großvater (Gesangseinlagen)
  • 2005 Odysseus fährt irr (Musical)
  • 2001 Cyrano (Musical)
  • 2000 Die Marx Brothers: Ruhe am Set! (Bühnenmusik und Gesangseinlagen)
  • 1989 Es war die Lerche (Gesangseinlagen)
  • 1987 Der kleine Prinz (Klaviermusik) 1987
  • 1985 Max und Moritz (Vertonung für Gesang und Klavier) 1985
  • 1983 Der Knabe im Moor (Balladenvertonung)

Musikalische Leitung/Klavierbegleitung (Auswahl)

Soloprogramme

  • 2005 Der Herr Kuchenkarl
  • 1997 trivial
  • 1995 Kein Kabarett
  • 1992 Grausbirnen
  • 1990 Schwarz, aber herzlich