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vom 17.05.2017, aktuelle Version,

Alexandra Föderl-Schmid

Alexandra Föderl-Schmid (2014)

Alexandra Föderl-Schmid (* 30. Jänner 1971 in Haslach, Oberösterreich als Alexandra Schmid) ist eine österreichische Journalistin. Seit 2007 ist sie Chefredakteurin der Tageszeitung Der Standard und seit 2012 Co-Herausgeberin.

Werdegang

Alexandra Schmid wuchs in Klaffer auf und absolvierte zwischen 1981 und 1989 das Gymnasium in Rohrbach.
Sie schrieb bereits während ihrer Schulzeit Beiträge für die Mühlviertler Nachrichten (heute Oberösterreichische Rundschau) und die Oberösterreichischen Nachrichten. Ihren ersten Artikel für den Standard schrieb sie im Juni 1990 als Innenpolitik-Journalistin in Linz.

Sie studierte Publizistik, Politikwissenschaft sowie Geschichte an der Universität Salzburg. Sie schrieb eine Diplomarbeit mit dem Titel „Journalismus ist in der Realität ein Männerberuf“, die sich mit dem Arbeitsmarkt im Medienbereich in Oberösterreich beschäftigte. 1996 schloss sie das Studium mit einem Doktorat ab. Ihre Dissertation befasste sich mit dem Thema Vom Monopol zum Markt: zehn Jahre duales Rundfunksystem in Deutschland.[1]

Von 1993 bis 2004 lebte Alexandra Schmid als Korrespondentin des Standards in Berlin.[2] Sie war 2003 stellvertretende Vorsitzende und 2004 als erste Frau Vorsitzende des Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland. Darüber hinaus arbeitete sie im Rahmen des Carter Centers als Wahlbeobachterin in Südamerika.

2004 heiratete sie Markus Föderl, den damaligen Chefredakteur des deutschen Nachrichtensenders n-tv.[2] Sie spricht fließend spanisch und versteht portugiesisch.

Sie absolvierte 2005 im Rahmen des von der Austria-Presse-Agentur verliehenen Alfred-Geiringer Stipendiums einen dreimonatigen Studienaufenthalt am Green College der Universität Oxford. Von April 2005 bis März 2006 war Föderl-Schmid Brüssel-Korrespondentin des Standard. Sie wechselte 2006 als Leiterin des Wirtschaftsressorts nach Wien und wurde im Juli 2007 als erste Frau Chefredakteurin einer österreichischen Tageszeitung.

Seit Oktober 2012 ist sie Co-Herausgeberin des Standard. Nach der Zusammenlegung von Zeitung und Onlineportal im Juli 2013 leitet sie die gemeinsame Redaktion.[3]

Im Sommersemester 2013 war sie Inhaberin der Theodor-Herzl-Dozentur für Poetik des Journalismus der Universität Wien.[4]

Im Mai 2017 wurde bekannt, dass sie ihre Tätigkeit für den Standard mit Ende August beenden wird.[5]

Verschiedenes

Seit 2017 ist sie Mitglied im Advisory Board des Reuters Institute for the Study of Journalism in Oxford, das unter anderem jedes Jahr den Digital News Report herausgibt.[6]

Föderl-Schmid war von 2008 bis 2014 Board-Mitglied der in Wien ansässigen Pressefreiheitsinstitution International Press Institute und war von 2010 bis 2012 Mitglied in der UNESCO-Jury, welche alljährlich den Preis für Pressefreiheit vergibt. Sie moderiert seit 2008 im Burgtheater die Diskussionsreihe Europa im Diskurs und ist häufig Teilnehmerin der ORF-Sendung Pressestunde. Zusammen mit Michael Kerbler und Renata Schmidtkunz ist sie regelmäßig Interviewerin in der Ö1-Sendung Im Gespräch. Sie ist regelmäßig als Autorin und Rezensentin politischer und historischer Bücher für die Europäische Rundschau tätig.[7]
Von „Institutionalisierungen“ wie dem großen Wochenend-Leitartikel, den Chefredakteure von Tageszeitungen häufig als Pflicht wahrnehmen, hält Alexandra Föderl-Schmid nichts:

„Ich schreibe, wenn ich was zu sagen habe. Und wenn ein Kollege eine bessere Idee oder das aktuellere Thema hat, schreibt er oder sie den Samstag-Leitartikel.“

Alexandra Föderl-Schmid : Interview mit Freddie Kräftner (2007) [2]

Zu ihren Vorbildern zählt sie Gerfried Sperl und die Chilenin Patricia Verdugo, deren Recherchen zu den Anklagen gegen Augusto Pinochet geführt haben. Im Zeitungsbereich nennt sie die Analysen und Kommentare der Süddeutsche Zeitung sowie die optischen Gestaltung und Teamberichterstattung der Financial Times und Financial Times Deutschland als Vorbilder.

Auszeichnungen

Publikationen

  • Journalisten müssen supersauber sein. Anspruch und Wirklichkeit in der Medienwelt, Picus Verlag, Wien 2013, ISBN 978-3-7117-2004-7
  • (mit Michael Kerbler): Vaclav Havel. Der samtene Revolutionär, Wieser Verlag, Klagenfurt 2010, ISBN 978-3-85129-865-9
  • 12. März 1989: Tim Berners-Lee skizziert das World Wide Web. In: Hannes Androsch/Bernhard Ecker/Manfred Matzka: 1814-1914-2014. 14 Ereignisse, die die Welt verändert haben. Brandstätter Verlag, 2014, ISBN 978-3-85033-807-3

Vorbild für die AfD: die FPÖ. In: AfD – Bekämpfen oder ignorieren?: Intelligente Argumente von 14 Demokraten. Kellner-Verlag 2016 ISBN 978-3-95651-121-9

  Commons: Alexandra Föderl-Schmid  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Vom Monopol zum Markt: zehn Jahre duales Rundfunksystem in Deutschland. 1. Januar 1996. Föderl-Höbenreich, Alexandra: Vom Monopol zum Markt: zehn Jahre duales Rundfunksystem in Deutschland / eingereicht von Alexandra Föderl-Höbenreich , 1996 . - 292 Bl. - Salzburg, Univ., Diss., 1996, Österreichische Nationalbibliothek
  2. 1 2 3 Auf zu neuen Ufern. Alexandra Föderl-Schmid im Interview mit Freddie Kräftner, Der Österreichische Journalist, Nr. 06+07 2007, S. 34–38
  3. "Der Standard": Föderl-Schmid wird Co-Herausgeberin. In: Die Presse. (diepresse.com).
  4. Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft » Herzl-Dozentur. In: ac.at. publizistik.univie.ac.at, abgerufen am 14. März 2017 (deutsch). Eintrag zur Theodor-Herzl-Dozentur an der Uni Wien
  5. derStandard.at: Herausgeberin Alexandra Föderl-Schmid verlässt STANDARD Ende August. Artikel vom 16. Mai 2017, abgerufen am 16. Mai 2017.
  6. Standard.at
  7. Liste der Autoren der Europäischen Rundschau. In: europaeische-rundschau.at. www.europaeische-rundschau.at, abgerufen am 14. März 2017. Autorenliste der Europäischen Rundschau
  8. STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H.: STANDARD-Chefredakteurin Föderl-Schmid erhält Vorhofer-Preis 2012. In: derStandard.at. (derstandard.at [abgerufen am 1. Januar 2017]).