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vom 12.03.2018, aktuelle Version,

Alfred Engleder

Alfred Engleder (* 1920 in Sierning; † 30. April 1993 in Wien) war ein österreichischer Hilfsarbeiter und Serienmörder, der als sogenannte Bestie von Sierning und Mörder mit dem Maurerfäustl bekannt wurde.

Taten

Alfred Engleder konnten zwei Morde und vier Mordversuche nachgewiesen werden. Die anfangs erfolglose Suchaktion nach Engleder diente Jahre später dem Kabarettisten Helmut Qualtinger als Vorlage für das Kriminalstück Unternehmen Kornmandl. Die nach dem ersten Mord falsche Verdächtigung und Inhaftierung des Arztes Günther Hoflehner war Thema des 1958 gedrehten Spielfilms Gestehen Sie, Dr. Corda!.

Bei seinen Taten ging Engleder immer nach demselben Muster vor. Auf einem Fahrrad fahrend näherte er sich Frauen und schlug ihnen mit einem schweren Hammer (Maurerfäustel) auf den Kopf, um die am Kopf schwerst verletzten Frauen anschließend zu vergewaltigen. Zwischen 1951 und 1957 überfiel und vergewaltigte er im Großraum Steyr sechs Frauen, wobei am 10. November 1955 Margarete Fluch und am 10. Juni 1957 Herta Feichtiger ums Leben kamen. Beim Überfall auf sein sechstes Opfer am 15. Juni 1957 wurde er von einem Motorradfahrer überrascht und floh. Er ließ sein Fahrrad und seine Uhr am Tatort zurück, was ihn schließlich überführte.

Nach einer Großfahndung wurde Engleder am 19. Juni 1957[1] an der tschechischen Grenze vom Förster Johann Hansal gestellt und der Zollwache übergeben. Als Motiv gab Engleder „Hass auf Frauen“ an. Er fühlte sich von ihnen hintergangen und betrogen. Von seiner ersten Frau ließ er sich scheiden. Die zweite Ehe ging er nur ein, weil schon ein Kind erwartet wurde. Im Jahr 1958 wurde er in Steyr wegen Mordes in zwei sowie versuchten Mordes in vier Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt, jedoch nach 26 Jahren auf Bewährung entlassen und fand barmherzige Aufnahme im Schottenstift in Wien. Am 8. April 1993 wurde er in Wien von seiner neuen Freundin, einer Prostituierten, mit einem Messer attackiert und verletzt. Nach 22 Tagen erlag er im Krankenhaus an diesen Verletzungen.[2]

Literatur

  • Andreas Zeppelzauer, Regina Zeppelzauer: Mord. Die spektakulärsten Mordfälle Österreichs. Psychogramme, Bilder und Berichte. Verlag für Sammler, 2005, ISBN 3-85365-215-8, S. 31 ff[3]

Einzelnachweise

  1. Meldung auf chroniknet.de
  2. Meldung auf ots
  3. Mord, Andreas Zeppelzauer – Buchbesprechung auf nachrichten.at