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vom 16.05.2017, aktuelle Version,

AlpS

alpS – Centre for Climate Change Adaptation
Rechtsform GmbH
Gründung 2002
Sitz Innsbruck, Österreich
Leitung Eric Veulliet (Gschftsf.),[1]

Johann Stötter (wiss. Leiter)

Mitarbeiter 80–90
Branche Forschung, Entwicklung und Beratung im Bereich Naturgefahren, Risikomanagement und Klimawandel-Anpassung[1]
Website www.alps-gmbh.com

Das alpS – Centre for Climate Change Adaptation (Zentrum für Naturgefahrenmanagement, kurz: alpS) ist ein universitäts- und energiewirtschaftsnahes Forschungs- und Beratungszentrum in Innsbruck. alpS forscht, entwickelt, berät und kommuniziert vor allem zu Risiken und Chancen des Klimawandels sowie zur Klimawandelanpassung in Gebirgsräumen.

Geschichte

Gegründet wurde das Kplus-Zentrum alpS-Centre for Natural Hazard Management im Oktober 2002, anlässlich der Lawinenkatastrophe von Galtür.[2] Die Trägergesellschaft ist die alpS-Zentrum für Naturgefahrenmanagement GmbH als Joint-Venture der Universität Innsbruck, der BOKU Wien, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und regionaler Energiewirtschaft. Der inhaltliche Schwerpunkt lag damals in der Erforschung von Naturgefahren sowie der Entwicklung entsprechender Lösungen zum optimierten Umgang (Management) mit diesen. Die siebenjährige Kplus-Förderphase begann am 1. Oktober 2002 und endete zum 30. September 2009.

Mit Auslaufen der Kplus-Phase konnte sich das alpS-Zentrum nach einer sechsmonatigen Zwischenfinanzierung (1. Oktober 2009 bis 31  März 2010) erfolgreich in der zweiten COMET-Zentren-Ausschreibung der österreichischen Bundesregierung bewerben, und ist somit seit April 2010 ein K1-Zentrum im Rahmen dieses Forschungsförderungsprogramms des Bundes.

alpS-Forschung besteht im Wesentlichen aus dem COMET-geförderten K1-Zentrum alpS – Centre for Climate Change Adaptation sowie Forschungsprojekten, die durch Förderprogramme finanziert werden (K-Projekte). Daneben besteht seit 2007 eine privatwirtschaftliche Beratungstätigkeit. Derzeit befindet sich alpS in der zweiten Förderphase des laufenden insgesamt siebenjährigen K1-Förderzyklus, die am 31. März 2017 endet.

Organisation

Gesellschafter sind – Stand 2014 – die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (60 %), die Universität für Bodenkultur Wien (15 %), die TIWAG – Tiroler Wasserkraft AG (10 %), die Illwerke-Beteiligungsgesellschaft mbH (10 %) sowie die Österreichische Akademie der Wissenschaften  ÖAW (5 %).[1]

Als kaufmännischer und wissenschaftlicher Geschäftsführer fungiert seit Gründung 2002 der Hydrogeologe Eric Veulliet,[3] als wissenschaftlicher Leiter der Geograph Johann Stötter, Ordinarius an der Universität Innsbruck.

Aufbau

Die Geschicke der alpS GmbH[4] werden zum einen durch die Gesellschafterversammlung sowie zum anderen operativ durch die alpS-Geschäftsführung verantwortet. Das von der GmbH getragene COMET-K1-Zentrum verfügt über ein Zentrumsmanagement, das aus der vierköpfigen wissenschaftlichen Leitung sowie der Geschäftsführung besteht. Dem Zentrumsmanagement steht ein beratendes Gremium, bestehend aus Vertretern der Gesellschafter, aus internationalen Experten sowie Vertretern der Länder und Fördergeber zur Seite. Dieses 16-köpfige Strategy Board gestaltet die forschungsstrategische Ausrichtung mit und unterstützt die wissenschaftliche Exzellenz, die Entwicklung internationaler Präsenz und das Networking von alpS. Der Fortschritt des Zentrums wird durch das Strategy Board regelmäßig aufgrund von Schlüsselindikatoren intern evaluiert.

Finanzierung

Förderer sind insbesondere die öffentliche Hand (Forschungsförderungsgesellschaft  FFG, Land Tirol, Land Vorarlberg). Die öffentliche Förderquote beträgt maximal 55 Prozent der anrechenbaren und nachgewiesenen Projektkosten.

Das alpS-Geschäftsfeld Beratung wird als angemeldetes Gewerbe betrieben.

Kooperationen

Enge Zusammenarbeit besteht neben den Gesellschaftern mit Behörden wie dem Zivil- und Katastrophenschutz des Landes Tirol und den Tiroler Gemeinden,[5] wie auch Forschungsverbünden im Rahmen der Alpenkonvention.

Tätigkeit und Arbeitsfelder

Das alpS-Zentrum gliedert sich in die Bereiche alpS-Forschung und alpS-Beratung.

alpS bietet Expertise um Klimawandel und Klimawandelanpassung in den Themenbereichen Land, Wasser und Energie, insbesondere zu:

  • Energie und Infrastruktur
  • Tourismus
  • Landnutzung und Ressourcen
  • Naturgefahren- und Risikomanagement
  • Land- und Forstwirtschaft
  • City/Housing
  • Kommunikation und Bewusstseinsbildung
  • Nachhaltige Gemeinde- und Regionalentwicklung

Forschung

Modellierung

Als Trägerin des K1-Zentrums forscht alpS zu Folgen, Chancen und Risiken des globalen Klimawandels für regionale und lokale Mensch-Umwelt-Systeme.[6] alpS-Klimawandel-Anpassungsforschung in Gebirgsräumen erfolgt inter- und transdisziplinär in den großen Bereichen Land, Wasser und Energie. Im Zentrum der Forschung stehen Risikomanagement und nachhaltige Entwicklung von Gebirgsregionen. Das Forschungskonzept folgt dabei dem alpS-CCA-Cycle (Climate Change Adaptation-Cycle).

alpS entwickelt Technologien und Strategien zur nachhaltigen Anpassung an den Klimawandel, wie Innovationen für Prognose- und Monitoring-Systeme zur Vorbeugung von Naturkatastrophen, Werkzeuge für ein Risikomanagement, Konzepte zur angepassten Landnutzung, Wasser- und Forstwirtschaft und Ähnliches. alpS-Projekte widmen sich sowohl der angewandten Forschung als auch der Implementierung von Anpassungsmaßnahmen.

Beratung

Die alpS-Beratung[7] berät Institutionen und Unternehmen auf Basis ihrer wissenschaftlichen Expertise. Die Kernkompetenzen in der alpS-Beratung sind anwendungsorientierte Lösungen im Bereich Risikomanagement sowie Energieentwicklungsplanung für Kommunen und Regionen. Mit der Softwarelösung ORTIS[8] hat alpS ein Instrument entwickelt, das Anwendern und Nutzern in Gebietskörperschaften und Unternehmen Informationsmengen und komplexe Methoden im Risikomanagement nutzbar machensoll. So wurde der Zivil- und Katastrophenschutz des Landes Tirol und insbesondere die Osttiroler Stadt Lienz 2011 für ihre – auf der alpS-Lösung aufbauenden – durchgeführten kommunalen Risikoanalysen von den Vereinten Nationen (UNISDR – The United Nations Office for Disaster Risk Reduction) im Rahmen der globalen Kampagne Making Cities Resilient: My City is Getting Ready als weltweites Vorbild ausgezeichnet.[9]

Außerdem wird eine Beratung zu ganzheitlicher Gemeindeentwicklung und Kommunikation sowie Training angeboten.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Firma alpS GmbH in Innsbruck. Firmenbuchdaten Creditreform/firmenabc.at
  2. alpS GmbH –Zentrum für Naturgefahren Management. Infobox in: Stadt Innsbruck, Oesterreichischer Alpenverein: Alpenkonvention: Innsbruck News Nr. 1, 2005, 2. Jg., S. 2 (pdf, dietiwag.at).
  3. Kopf der Woche: Eric Veulliet. Uni Innsbruck, 31. Januar 2005.
  4. alpS: Organisation. Abgerufen am 19. November 2014.
  5. Zehn Jahre alpS – Zentrum für Klimawandelanpassung. Othmar Kolp auf MeinBezirk.at, 5. Oktober 2012.
  6. alpS: Klimawandelanpassung
  7. alps-beratung.at
  8. alpS: ORTIS. Abgerufen am 19. November 2014.
  9. Alpine cities feel heat from climate change. United Nations Office for Disaster Risk Reduction – Regional Office for Europe (UNISDR EUR), unisdr.org > News, 29. November 2011.