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vom 03.04.2018, aktuelle Version,

COMET – Competence Centers for Excellent Technologies

COMET – Competence Centers for Excellent Technologies ist ein zentrales Förderungsprogramm der österreichischen Technologiepolitik. Es dient dem Aufbau von Kompetenzzentren an ausgewählten branchenspezifischen Standorten.

Grundlagen

Das COMET-Programm[F 1] beabsichtigt, durch eine enge, standortspezifische Vernetzung von wissenschaftlicher Grundlagenforschung und angewandter und unternehmerisch orientierter Forschung und Entwicklung Standorte für Kompetenz in einem bestimmten Fachbereich zu fördern. Diese sollen in ausgesuchten Regionen der österreichischen Wirtschaftslandschaft als Leitinstitutionen für wissenschaftliche wie wirtschaftlich-technologische Konkurrenzfähigkeit fungieren. Die Kompetenzzentren sollen dazu dienen, hochschulisches Wissen und Fertigkeiten mit konkretem Forschungsbedarf seitens der Wirtschaft zusammenzubringen, und so hochschulnahe und außeruniversitäre Forschungsinstitute zu Partnern ansässiger Unternehmen zu machen, und in solchen Schnittstellen die Zusammenarbeit in Kooperationsprojekten zu erleichtern. Dadurch sollen Wissenschaftler, weil ihre Forschungsvorhaben gefragt sind und die Zweckdienlichkeit gesichert ist, auch in Bereichen auf internationalem Niveau arbeiten können, für die die Hochschulen selbst keine Infrastruktur bieten können. Diese Kooperationskultur in Österreich fand internationale Anerkennung[F 2] und folgt auch den Zielen der Lissabon-Strategie.[1]

Die strategische Zielsetzung dabei ist die Stärkung innovativer Wirtschaft und eine steigende internationale Ausrichtung innerhalb der Globalisierung der Forschung wie auch der technologischen Produktion.[2] Damit kommt das Programm den spezifischen Gegebenheiten Österreichs entgegen, das von den Grundvoraussetzungen her weder die Wirtschaftskraft für aufwändige Spitzenforschung noch großvolumige industrielle Produktion hat, sondern auf internationale Marktführerschaft in Nischenanwendungen, qualitativ hoch stehenden Segmenten und gesellschaftlich relevanten Bereichen setzt (Frontrunnerstrategie),[E 1][3] der insbesondere auch im Sektor der Klein- und Mittelbetriebe (KMU) stattfindet.[E 2] Das Programm steht prinzipiell auch für ausländische Firmen und Hochschulen offen, um die Einbindung Österreichs in die europäische und internationale Spitzenforschung zu fördern.[F 3]

Geschichte

1998, noch am BMWV unter Caspar Einem (Regierung Klima), begann das Kompetenzzentrumprogramm Kplus und K_ind/K_net.[4]

2006, am BMBWK unter Gehrer und BMWIT unter Gorbach (Schüssel), wurde das erfolgreiche Konzept umstrukturiert, und von der 2004 errichteten Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) als COMET weitergeführt.[5] Zu dieser Zeit gab es 18 Kompetenzzentren, mit 270 beteiligten Wirtschaftspartnern und 150 Wissenschaftspartnern.[6]

2012 gab es über 40 Zentren, davon 5 in der Spitzenklasse (K2) und 16 der zweiten Stufe (K1), und – nach dem 4. Call – 36 geförderte Projekte,[7] die 5. Ausschreibung findet März bis September 2013 statt.[8] Insgesamt sind zu dieser Zeit um die 1500 Forscher aus Wissenschaft und Wirtschaft an diesen Zentren tätig.[9]

Organisation

COMET wird als Programm vom Österreichischen Technologieministerium zusammen mit Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium auf Bundesebene betrieben, und von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) abgewickelt. Die Evaluierung erfolgt seitens FFG, Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und Christian Doppler Forschungsgesellschaft (die selbst mit den Christian Doppler Labors wichtige Kompetenzinstitute ausweist). Die Bundesländer unterstützen das Programm mit zusätzlichen, eigenen Landesmitteln.

Die einzelnen Kompetenzzentren sind meist gemeinsame Unternehmen der Landeswirtschaftförderungsorganisation mit ansässigen Hochschulen und Wirtschaftstreibenden, was aber keine prinzipielle Voraussetzung ist. Ein Drittel aller Partner der Zentren stammt aus dem Ausland, was die gute internationale Vernetzung des Programms zeigt.[10]

Finanzierung

Die Kompetenzzentren werden bis etwa zur Hälfte des Budgets gefördert, den anderen Betrag müssen die Unternehmenspartner und zu zumindest 5 % die wissenschaftlichen Partner aufbringen.[11]

Die Fördergelder kommen aus dem für Forschungsförderung vorgesehenen Teil des Bundesbudgets. Etwa die Hälfte der unternehmerischen Finanzierungsleistung stammt aber von nichtösterreichischen Partnern.[10]

Aufbau des Programms

Das Programm umfasst drei Aktionslinien, K2-Zentren, K1-Zentren, und K-Projekte, die sich primär durch die Ansprüche an die geförderten Einrichtungen hinsichtlich Internationalität, Projektvolumen und Laufzeit unterscheiden.

Forschungsschwerpunkte

Die Fachgebiete, die sich im beginnenden 21. Jahrhundert für Österreich als am zukunftsträchtigsten darstellen (also das notwendige Potential in Forschung und Wirtschaft haben), besondere allgemeine gesellschaftliche Relevanz haben (und dadurch umfangreichere Forschungsgelder rechtfertigen), und im Rahmen des COMET-Programms vorrangig gefördert werden, sind:

An welchem Standort diese Schwerpunkte propagiert werden, hängt primär von der vorhandenen Wirtschaftinfrastruktur, von renommierten wissenschaftlichen Partnern im Umfeld, und den Strukturförderungsprogrammen der Länder ab. So ist beispielsweise das Kompetenzzentrum Holz (Neue Biowerkstoffe/Nachwachsende Rohstoffe) an den Standorten Linz (Verbundstoffe, Werkstoffwissenschaften der Kepleruni im Sciencepark), Lenzing (Zellulosechemie, Lenzing AG), St. Veit (dem Holz- und Solarzentrum Kärntens), und am Technopol Tulln (Massivholz und Werkstoffe, Department für Agrarbiotechnologie von BOKU, TU und Vetmeduni Wien) angesiedelt, womit einige der führenden Wirtschaftsräume des Fachgebiets vernetzt sind.

K2-Zentren

„Konsortien, die sich als K2-Zentrum bewerben, müssen ein besonders ambitioniertes Forschungsprogramm mit bereits internationalen Spitzenleistungen vorweisen. Die Förderung im Rahmen des COMET-Programms soll weltweit den Sprung an die pole-position des jeweiligen Forschungsgebiets ermöglichen.“[12]

K2-Zentren haben einen Förderzeitraum von 10 Jahren.[11][12]

K1-Zentren

„K1-Zentren fokussieren auf wissenschaftlich-technologische Entwicklungen im Hinblick auf zukunftsrelevante Märkte.“[13]

K1-Zentren haben einen Förderzeitraum von 7 Jahren.[11][13]

K-Projekte

„K-Projekte stellen die Newcomer Linie des COMET Programms dar und bieten Raum für neue Ideen im Bereich der kooperativen Forschung, mit künftigem Entwicklungspotenzial. In den Konsortien müssen mindestens drei Unternehmen vertreten sein. Ihr strategisches Ziel ist die nachhaltige Profilbildung in mittelfristiger Perspektive. Die Projekte können auch als Vorbereitung für eine Bewerbung für ein K1-Zentrum angelegt sein.“[7]

K-Projekte haben eine klar abgegrenzte Themenstellung und einen Förderzeitraum von 3–5 Jahren.[11][7]

Liste der COMET-Kompetenzzentren

Die Spalte Zentrum sortiert ohne „Zentrum“ u.  ä.
Die Spalte nach K2/K1 gibt für K2 die Förderperiode, für K1 den Call
Kz. Zentrum Vorläufer Seit Land Standorte
Pro2Future Products and Production Systems of the Future K1 4  Juli 2017 OÖ, Stmk Linz, Graz, Steyr
ACCM Austrian Center of Competence of Mechatronics ( LCM ) K2 1  Jan. 2013 Linz
K2-Mobility K2-Mobility SVT Sustainable Vehicle Technologies   1999 ACC/ 2002 Virtual Vehicle K2 2  Jan. 2008 Stmk Graz
MPPE Integrated Research in Materials, Processing and Product Engineering (Materials Center Leoben MCL)   1999 K+ K2 2  Jan. 2008 Stmk Leoben; Graz (Stmk), Wien
ACIB Austrian Center of Industrial Biotechnology[14] K2 1  Jan. 2010 Stmk / W Graz, Wien
XTribology Excellence Center of Tribology (AC2T research )   2002 K+ K2 1  Apr. 2010 Wiener Neustadt
BE 2020_2.0 Bioenergy 2020+   1999 K-net RENET / 2003 K+ ABC K1 1 3  Apr. 2008 Stmk Graz; Güssing (Bgld), Wieselburg (NÖ)
CEST Kompetenzzentrum für elektrochemische Oberflächentechnologie (Centre of Excellence in Electrochemical Surface Technology and Materials)   2000 K+ ECHEM K1 1 3  Jan. 2008 Wiener Neustadt
CTR Competence Centre for Advanced Sensor Technologies (Carinthian Tech Research)   1998 K+ K1 1   2007 Ktn Villach
evolaris evolaris next level   2000 K-ind K1 1  Apr. 2008 Stmk Graz
FTW Forschungszentrum Telekommunikation Wien   1998 K+ K1 1  Jan. 2008 W Wien
K1-MET Competence Center for excellent Technologies in Advanced Metallurgical and Environmental Process Development   2001 KnetMET K1 1 3  Juli 2008 Linz; Leoben (Stmk)
KNOW Know-Center Graz – Kompetenzzentrum für wissensbasierte Anwendungen und Systeme   2001 K+ K1 1 3  Jan. 2008 Stmk Graz
ONCOTYROL Center for Personalized Cancer Medicine   2002 K-Proj K1 1  Juli 2008 Tir Innsbruck; Hall (Tir), Salzburg (Sbg)
RCPE Research Center for Pharmaceutical Engineering [15] K1 1 3  Juli 2008 Stmk Graz
SCCH Software Competence Center Hagenberg   1999 K+ K1 1 3  Jan. 2008 Hagenberg
Wood COMET Kompetenzzentrum für Holzverbundwerkstoffe und Holzchemie   2001 K+ K1 1 3   2008? Linz; Lenzing (OÖ), St.Veit/Glan (Ktn), Tulln (NÖ)
ACMIT Austrian Center for Medical Innovation and Technology[16]   2005 K-ind für Mikro­system­technik K1 2  Apr. 2010 Wiener Neustadt
alpS Centre for Climate Change Adaptation Technologies   2002 K+ K1 2  Apr. 2010 Tir Innsbruck
PCCL-K1 Polymer Competence Center Leoben   2002 K+ K1 2  Jan. 2010 Stmk Leoben; Graz (Stmk), Wien
SBA 2 Secure Business Austria 2 K1 2  Apr. 2010 W Wien
VRVis Visualization, Rendering and Visual Analysis Research Center   2000 K+ K1 2  Jan. 2010 W Wien
ASSIC Austrian Smart Systems Integration Research Center (CTR) K1 3  Jan. 2015 Ktn Villach
CBMed Center for Biomarker Research in Medicine   2010 K-Proj K1 3  Jan. 2015 Stmk Graz; Wien
LEC EvoLET Evolutionary Large Engines Technology for the Next Generation of Gas and Dual Fuel Engines 1990er K-ind K1 3  Jan. 2015 Stmk Graz

Literatur

Nachweise

  1. Österreichischer Forschungsdialog. Ergebnisdokumentation. Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, 2012. – zahlreiche Beträge (Österreichischer Forschungsdialog – Ergebnisdokumentation (PDF; 4,3 MB), bmwf.gv.at).
  2. Österreichischer Forschungsdialog., 2012, Einleitung S. 7 Sp. 2.
  3. Otto Starzer: Kompetenzzentren als erfolgreiche Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. In BMWF: Österreichischer Forschungsdialog , 2012, S. 160 Sp. 2.
  1. Clarisse Ehrfeld: Forschungsfinanzierung und Forschungsförderung in Österreich in der Zweiten Republik. Eine kritische Bestandsaufnahme. wissen.vernetzen.publizieren #457, 2002, insb. Kapitel V. Forschungsfinanzierung bis 1967, S. 99 ff und VI. Entwicklung der Forschungsfinanzierung ab 1967, S. 117 ff. (Clarisse Ehrfeld: Forschungsfinanzierung und Forschungsförderung der zweiten Republik – Eine kritische Bestandsaufnahme, textfeld.ac.at).
  2. So betrugen die Forschungsgelder des Forschungsförderungsfonds (FFF) schon 1996 100 Mio. € für internationale Zusammenarbeit, 120 Mio. € für die Industrie, und 150 Mio. € für den KMU-Sektor. Angabe nach Ehrfeld 2002, Abschnitt 2.2.4. Eine Technologieinitiative zum 30-jährigen bestehen des FFF, S. 203 ff.
  1. vergl. Schibany, Streicher, Gassler: Österreich im Kontext des Lissabon- und Barcelonaprozesses. In: InTeReg Research Report Nr. 52-2006, Wien 2006.
  2. vergl. Forschungsförderung und -finanzierung – Endergebnis der Systemevaluierung, bmvit.gv.at > Publikationen > Innovation / Technologie > Forschungspolitik > Zwischenergebnisse (Links auf den vollständigen Bericht).
    Republik Österreich: Potentiale ausschöpfen, Dynamik steigern, Zukunft schaffen. Der Weg zum innovativen Leader. Strategie der Bundesregierung für Forschung, Technologie und Innovation (FTI-Strategie 2020). Wien, März 2011 (Der Weg zum Innovations Leader (Memento des Originals vom 20. Juli 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bka.gv.at, bka.gv.at).
  3. diese Strategie beruht auf Erfahrungen, die man in den 1979/80ern beim Zusammenbruche der europäischen Stahl- und Textilindustrie gemacht hat, von denen sich in Österreich etwa die Linzer und obersteirischen Spezialstahl-Sektoren – in der Leitinnovation des Linz-Donawitz-Verfahrens – oder die Lenzinger Spezialfasern überlebensfähig gezeigt haben, oder der Technologieführerschaft Österreichs in Sektoren wie Tunnelbau (NATM, Montanuni Leoben), Speicherkraftwerken (Kaprun, Illwerke) oder Richtbohren nach Öl (OMV) ab den 1950ern, in denen jeweils die Entwicklung zur Marktreife in Österreich stattfand, wie auch dem starken Anteil der Zulieferindustrie von Spezialteilen anstatt Endproduktion, etwa der Autoindustrie. 1970 erfolgte auch die Gründung eines eigenen Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung als Wendepunkt. Vergl. dazu auch:
    Marianne Kager, Hermann Kepplinger: Forschung und Entwicklung in Österreich: Analysen und Perspektiven. Band 6 von Schriftenreihe des Ludwig Boltzmann-Institutes für Wachstumsforschung, Verlag Orac, 1980.
    Gunther Tichy: Österreich und die Integration der europäischen Forschung: Herausforderung und Chancen. Verlag Institut für Angewandte Sozial- und Wirtschaftsforschung im Signum-Verlag, 1987, ISBN 978-3-85436-050-6.
    Leo Hannes: Die Integration von Exzellenz und Risiko in die österreichische Forschungs-, Technologie- und Innovationslandschaft. 2008. (Die Integration von Exzellenz und Risiko in die österreichische Forschungs-, Technologie- und Innovationslandschaft (PDF; 1,1 MB), rat-fte.at).
  4. „Was ist K-plus?“ K-plus-Kompetenzzentren: Charakteristika. Technologie-Impuls-GmbH (TIG), archiviert vom Original am 6. April 2003; abgerufen am 22. März 2002.
  5. Das neue Kompetenzzentrenprogramm der FFG. iPoint - das Informationsportal der Universität Innsbruck, 16. Juni 2006.
  6. Kplus. BMVIT, abgerufen am 31. März 2013.
  7. 1 2 3 COMET K-Projekte. FFG, abgerufen am 31. März 2013.
  8. COMET - 5. Ausschreibung K-Projekte. FFG, abgerufen am 31. März 2013.
  9. COMET - Das Programm. BMVIT, abgerufen am 31. März 2013.
  10. 1 2 Zugpferd Forschungsförderung in Österreich - Kompetenzzentrum VIRTUAL VEHICLE als internationales Vorzeige-Beispiel. pr-inside online, 7. März 2013 (Artikel als Webclip@1@2Vorlage:Toter Link/vif.tugraz.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)   Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., pdf, vif.tugraz.at)
  11. 1 2 3 4 COMET - Programmlinien, BMVIT
  12. 1 2 COMET K2-Zentren, FFG
  13. 1 2 COMET K1-Zentren, FFG
  14. Austrian Center of Industrial Biotechnology (acib.at)
  15. Research Center for Pharmaceutical Engineering (rcpe.at)
  16. Austrian Center for Medical Innovation and Technology (acmit.at)