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vom 29.10.2017, aktuelle Version,

Alperia

Alperia AG
Rechtsform AG
Gründung Dezember 2015
Sitz Bozen, Italien  Italien
Leitung Wolfram Sparber
Giuseppina Martelli
Mitarbeiter 1000[1]
Umsatz 1,5 Mrd. EUR[1]
Branche Energieversorger
Website www.alperia.eu
Stand: 31. Dezember 2015 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2015

Alperia ist ein Energieversorgungsunternehmen, das in Südtirol Energie aus erneuerbaren Quellen produziert.

Unternehmen

Das Unternehmen wurde im Dezember des Jahres 2015 durch den Zusammenschluss der Unternehmen Etschwerke (AEW Energie) und SEL AG gegründet.[1] Eigentümer sind das Eigenunternehmen SELFIN der autonomen Provinz Südtirol, sowie die Gemeinden Bozen und Meran.[2] Die Fusion war Gegenstand kontroverser Debatten in der Öffentlichkeit.[3]

Alperia betreibt 41 Wasserkraftwerke, die mit dem Wasser aus den umliegenden Bergen jährlich circa 4.500 GWh Strom erzeugen, sowie sechs zumeist holzbefeuerte Biomasseheizkraftwerke und versorgt 225.000 Kunden mit Strom und Gas. In den Orten Bozen, Meran, Klausen, Latzfons, Sexten und Schlanders werden Haushalte mit Fernwärme beliefert. Das Unternehmen ist darüber hinaus an zwei Photovoltaikanlagen und einem Windpark in Italien beteiligt sowie am Ausbau der Infrastruktur für Elektrofahrzeuge mit derzeit 23 Ladestationen in Südtirol.

Zum 1. Juni 2016 übernahm Alperia endgültig die Beteiligungen an neun Südtiroler Großkraftwerken vom italienischen Edison-Konzern. Somit ist Alperia jetzt zu 100 % Besitzer der sieben Wasserkraftwerken und zu 77 % Beteiligung an zwei weiteren Kraftwerken von Edison. Im Zuge dessen forderte der Südtiroler Landtag die Landesregierung auf, Alperia zu beauftragen, die Beteiligungen an kleinerer Wasserkraftwerke an die jeweiligen Gemeinden zurückzugeben.[4]

Kraftwerke

Wasserkraftwerk Töll und Meran

Kraftwerk Töll
Kraftwerk Marling

Das Wasserkraftwerk auf der Töll wurde im Jahr 1898 in Betrieb genommen. Mit diesem Großwasserkraftwerk begann dort die Nutzung von Wasserkraft zur Energieerzeugung. Der ursprüngliche Nutzen war die Lieferung von Strom für die ersten Straßenbeleuchtungen der Städte Bozen und Meran. Etwas 20 Jahre später wurde das Wasserkraftwerk von Marling errichtet.

Die Wasserkraft der Etsch kann zwischen der Töll und Marling durch ihr relativ hohes Gefälle von 200 Metern ohne zusätzliches Pumpen genutzt werden.

Wasserkraftwerk Töll

Das Wasserkraftwerk Töll bildet die erste Stufe des Kraftwerkkomplexes im Abschnitt Töll-Meran. Das Wasser, welches für die Energieerzeugung genutzt wird, kommt aus einem 1.650 Quadratkilometern großen Einzugsgebiet. Dieses Einzugsgebiet umfasst den gesamten Vinschgau und auch einige größere Gletschergebiete Südtirols. Auf der Töll wird das Wasser von 16 Meter langen Wehren gefasst und fließt dann in die Turbinensätze.

Wasserkraftwerk Marling

Das Wasser, welches schon im Wasserkraftwerk Töll verwendet wurde, fließt nun über eine Freispiegelleitung in das darunterliegende Wasserkraftwerk von Marling. Dieses Wasserkraftwerk wurde ca. 1918 erbaut und in den Jahren zwischen 2002 und 2004 renoviert. Es produziert seither 250 Millionen kWh Strom pro Jahr.

Wasserkraftwerk Kardaun

Kraftwerk Kardaun

Das Wasserkraftwerk Kardaun verwendet zur Stromerzeugung die Wasserkraft des Eisacks. Es hat ein Einzugsgebiet von rund 4.193 Quadratkilometern und produziert 600 Millionen kWh Strom pro Jahr. Es gilt somit als größtes Wasserkraftwerk Südtirols.

Wasserkraftwerk Glurns und Kastelbell

Das Wasserkraftwerk Glurns bildet die erste Stufe des Reschensee-Kavernenkraftwerks. Das Wasser wird aus dem 1947–1949 gebauten Reschensee übergeleitet. Das bereits verwendete Wasser wird in teils verdolt, teils über oberflächig fließende Kanälen einem Ausgleichsbecken zugeleitet. Von dort gelangt das Wasser über den Punibach wieder zurück in die Etsch. Durch das Ausgleichsbecken, kann das die Wasserzufuhr des Kraftwerks Kastelbell reguliert werden.

Wasserkraftwerk Brixen

Das Wasserkraftwerk Brixen bezieht sein Wasser aus dem Franzensfester Stausee und dem Mühlbacher Stausee, welche vom Eisack, der Rienz und anderen kleineren Bächen gespeist werden.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Pressebericht Südtirolnews vom 4. Dez. 2015
  2. Fusion von SEL und Etschwerken zu Alperia vollzogen. Autonome Provinz Bozen, 21. Dezember 2015, abgerufen am 4. Juni 2016.
  3. Alperia: Gehen Bevölkerung und Mitarbeiter leer aus? Unser Tirol, 29. Mai 2016, abgerufen am 4. Juni 2016.
  4. Beschlussantrag: Rückzug der ALPERIA AG von Beteiligungen an kleinen Wasserkraftwerken. Freies Bündnis für Tirol, 3. März 2016, abgerufen am 4. Juni 2016.