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vom 12.12.2016, aktuelle Version,

Alte Pfarrkirche Marchtrenk

Südansicht der ehemaligen Pfarrkirche und jetzige Friedhofskirche

Die römisch-katholische Alte Pfarrkirche Marchtrenk (auch: Friedhofskirche Marchtrenk) steht in der Gemeinde Marchtrenk im Bezirk Wels-Land in Oberösterreich. Sie ist dem heiligen Stephanus geweiht und gehört zur Pfarre Marchtrenk im Dekanat Wels-Land in der Diözese Linz. Das Bauwerk und die ehemalige Friedhofsanlage stehen unter Denkmalschutz.[1]

Geschichte

Marchtrenk wird 1299 im Stiftsurbar von Kremsmünster erstmals urkundlich erwähnt. Die gotische, einschiffige Kirche wurde Ende des 15. Jahrhunderts errichtet. 1784 wird Marchtrenk im Zuge der Josephinischen Reformen eine eigenständige Pfarre, nachdem sie zuvor zur Pfarre Hörsching gehörte. Die Pfarre umfasst neben dem Pfarrort selbst die Ortschaften Au, Kappern, Leithen, In der Haide, Oberneufahrn, Oberperwend. Unterhardt kam durch Tausch gegen Häuser in Schafwiesen von der Vorstadt-Pfarre Wels später dazu. Nach einem Blitzschlag 1846 mit anschließendem Brand wird der Kirchturm wieder instandgesetzt und erhält seine heutige Form. Im Jahr 1881 erfolgte eine Erweiterung und ein Umbau der Kirche, unter anderem wird dabei der Chor beziehungsweise das Langhaus um vier Klafter erweitert und eine neue Sakristei angebaut.[2] Nachdem die Kirche in den 1950er Jahren zu klein wurde, wurde Anfang der 1970er Jahre ein neues Pfarrzentrum mit Pfarrkirche auf der gegenüberliegenden Seite der Bundesstraße errichtet. Die alte Pfarrkirche blieb jedoch bestehen und wird seither als Friedhofskirche genutzt.

Baubeschreibung

Südwestansicht der Friedhofskirche

Die Kirche hat einen Westturm mit Spitzhelm. Das Südportal ist gotisch. Das fünfjochige Kirchenschiff ist einschiffig und hat ein Kreuzrippengewölbe. Das Langschiff geht übergangslos in den Chor mit 5/8-Schluss über.

Ausstattung

1865 ließ Pfarrer Johann Edtbauer einen neuen Hochaltar und eine neue Kanzel anfertigen.[2] Der Taufstein stammt aus dem 17. Jahrhundert. Das Gemälde „Heilige Familie“ stammt ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert und ist niederländisch beeinflusst.

Literatur

  • DEHIO-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Oberösterreich. Marchtrenk. Pfarrkirche hl. Stephanus. Bundesdenkmalamt (Hrsg.), Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1977, 6. Auflage, S. 191.

Einzelnachweise

  1. Oberösterreich – unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz.. Archiviert vom Original im Mai 2016. Bundesdenkmalamt, Stand: 21. Juni 2016 (PDF).
  2. 1 2 Diözese Linz: Pfarrchronik 1299–2012 von Dipl.-Ing. Erwin Prillinger; abgerufen am 4. Nov. 2016