unbekannter Gast
vom 21.03.2017, aktuelle Version,

Anton Adolph Schmoll genannt Eisenwerth

Die Kronprinz-Rudolph-Brücke in Wien, das Hauptwerk von Anton Adolph Schmoll gen. Eisenwerth

Anton Adolph Schmoll genannt Eisenwerth (* 1834 in St. Wendel; † 1918) war ein deutscher Brückenkonstrukteur und Wasserbauingenieur.

Leben und Wirken

Der Sohn eines Geodäten war nach seiner Berufsausbildung in Saarbrücken zunächst etwa 15 Jahre für eine Firma aus Paris als Brücken- und Hafenkonstrukteur in Frankreich und Nordafrika tätig. Später machte er sich in Wien selbständig, wofür er zwei österreichische Kompagnons (einen Eisenindustriellen aus Böhmen und einen österreichischen Ingenieur) mit in die Firma nehmen musste, und spezialisierte sich auf den Bau von Eisenbahnbrücken. Von ihm stammen etwa 60 Brücken, unter anderem in Prag, Salzburg und Gebieten der östlichen K.u.K.-Monarchie (Jugoslawien, Ungarn). Sein Hauptwerk war die Wiener Reichsbrücke (damals noch Kronprinz-Rudolph-Brücke genannt) über die Donau, damals das größte Brückenbau-Vorhaben der Doppelmonarchie, 1876 eröffnet. Dafür wurde er von Kaiser Franz Joseph persönlich als „Ritter des Franz-Joseph-Ordens“, der österreichischen Ehrung für persönliche Verdienste von Zivilpersonen, ausgezeichnet. Schon 1875 baute er sich in seiner saarländischen Heimatstadt auf einem vom Vater geerbten Grundstück ein Palais im Baustil der Wiener Ringstraße (das heute noch steht) und übersiedelte später mit seiner in Wien geheirateten Frau (sie stammte aus dem Hotel Maria Hilf), samt deren Eltern, ihrer Schwester und seinen sechs in Wien geborenen Kindern dorthin. Später zog er dann nach Darmstadt, wo sein Sohn Josef Adolf studierte und promovierte.

Schmoll beschäftigt sich ab den 1860er Jahren mit Fotografie, fertigte sich eine große Kamera an, mit welcher er seine Brücken aufnahm (diese Kamera ist als Leihgabe im Münchner Stadtmuseum) und entwickelte 1886 für seine Kamera einen Fallverschluss.[1]

Familie

Anton Adolph Schmoll genannt Eisenwerth war der Vater von sechs Kindern, darunter vier Söhnen:

Literatur

  • Clementine Schack von Wittenau, in Zusammenarbeit mit J. A. Schmoll gen. Eisenwerth: Karl Schmoll von Eisenwerth, Malerei, Graphik, Glaskunst. Stuttgart 1995, ISBN 3-925369-47-3. . - Siehe hier S. 12-14, 122 und 237.

Einzelnachweise

  1. Biographisches Lexikon der österreichischen Photographen 1860 bis 1900, Zusammengestellt von Hans Frank, Typoskript, o.O. 1980, S. 109.