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vom 08.02.2018, aktuelle Version,

Artak Grigorjan

Artak Grigorjan (armenisch Արտակ Գրիգորյան, * 2. Januar 1945 in Jerewan) ist ein armenischer Theaterregisseur und Schauspiellehrer.

Leben

Artak Grigorjan wurde am 2. Januar 1945 in Jerewan/Armenien, damals UdSSR, geboren. Nach einem Elektromaschinenbau-Studium in Jerewan folgten ein Theaterregie-Studium nach Konstantin S. Stanislawkij Methode/Lehre in Sankt Petersburg, sowie später zahlreiche Regie- und Schauspieltätigkeiten sowohl im Theater wie auch im Fernsehen der damaligen UdSSR. Artak Grigorjan war zunächst Dozent an der Staatlichen Kunst-Universität in Jerewan. Für die beste Regiearbeit des Jahres, den antifaschistischen Fernsehfilm „Briefe, die nie geschrieben wurden“ nach Max Burghardt, wurde ihm 1977 der 1. Preis der Kunstverbände verliehen. Seine letzte Arbeit, das antistalinistische Fernsehspiel „Der kleine Drehorgelspieler“ von Lev Ustinov, wurde von der Zensur mit einem Ausstrahlungsverbot belegt.

Im Dezember 1979 erfolgte die Aberkennung der Staatsbürgerschaft der UdSSR und Emigration mit der Familie nach West-Berlin. 1988 nahm Artak Grigorjan die deutsche Staatsbürgerschaft an.

In Deutschland war er weiterhin am Theater tätig, als freier Regisseur, als Regisseur und Dozent für Schauspielkunst an der Theaterschule/Schaubühne Köln. Weiters engagierte sich Grigorjan als Gründungsmitglied und Dozent für Schauspielkunst an der „Neuen Tanz- und Theaterschule Düsseldorf“ in Zusammenarbeit mit dem Schauspielhaus Düsseldorf, und als Gastprofessor am Max Reinhardt Seminar in Wien.

Schließlich wurde er 1990 zum Ordentlichen Universitätsprofessor für Ensemblearbeit und Rollengestaltung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien – Max Reinhardt Seminar – berufen.[1] Neben der pädagogischen Tätigkeit (Gruppen- und Einzelunterricht) umfasste Grigorjans Arbeit auch Administratives in den Kollegialorganen des Max Reinhardt Seminars, wie Berufungskommissionen, Abteilungskollegium und in der Studienkommission.

Mit der Berufung wurde ihm die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen.

Als Mitglied des Vorstands des Internationalen Theaterinstituts der UNESCO – Centrum Österreich, im Auftrag dessen und unter der Mitwirkung des Max Reinhardt Seminars, organisierte Grigorjan auf der Basis des Essays „Katharsis: ein Manifest für das Theater?“ die Symposien „Quo vadis, Theater?“ Auszüge aus „Katharsis: ein Manifest für das Theater?“ sind als Leitartikel im „Magazin des Wiener Burgtheaters“ Vorspiel Nr. 30/2005 erschienen.[2]

Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt der Universität Innsbruck zur Erforschung des „Impliziten Wissens in der Schauspielkunde“ im Max Reinhard Seminar anhand des Unterrichts von Artak Grigorjan hat der Österreichische Wissenschaftsfonds 2006–2009 unterstützt.[3]

Er ist immer wieder international als Theaterregisseur tätig,[4] leitet internationale Meisterklassen für Theater und macht Supervision und Coaching für Dialogführung, Situationsanalyse, Vortrags- und Textgestaltung.

Artak Grigorjan ist verheiratet, hat einen Sohn und lebt in Wien.

Forschung

  • Die Recherche der Voraussetzungen für die Entstehung und Entwicklung eines Theater-Ensembles.
  • Das Erforschen der Erfordernisse für die Entfaltung, Entwicklung und Bildung der schauspielerischen Persönlichkeit.

Schriften

  • mit Allan Janik und Karin Gasser: Augenblicke. Berufswissen des Schauspielers. Alexander Verlag, Berlin/Köln 2011, ISBN 978-3-89581-256-9.
  • mit Allan Janik: Katharsis: ein Manifest für das Theater? In: Mitteilungen aus dem Brenner-Archiv Nr. 22/2003, Forschungsinstitut Brenner-Archiv, Universität Innsbruck, ISSN 1027-5649
  • Aus dem Untergrund – ein Theaterstück nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewski., Kaiser Verlag Wien, im TTX seit 16. September 2015.

Einzelnachweise

  1. Artak Grigorjan – Alexander Verlag Berlin In: alexander-verlag.com, abgerufen am 18. Januar 2018.
  2. Das Magazin des Wiener Burgtheaters 30/2005 In: yumpu.com, abgerufen am 18. Januar 2018.
  3. Projektmitarbeiter – Universität Innsbruck In: uibk.ac.at, abgerufen am 18. Januar 2018.
  4. Das Trauma und die Liebe | Kultur | St.Galler Tagblatt In: tagblatt.ch, 8. September 2011, abgerufen am 18. Januar 2018.