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vom 29.05.2017, aktuelle Version,

August Karl von Goeben

August Karl von Goeben
August Karl von Goeben
Goebens Geburtshaus in Stade

August Karl Friedrich Christian von Goeben (* 10. Dezember 1816 in Stade; † 13. November 1880 in Koblenz) war ein preußischer General der Infanterie.

Leben

Familie

Er entstammte einer zum Uradel des Herzogtums Bremen gehörenden Familie und war der Sohn von Wilhelm von Goeben (* 14. Mai 1791 in Poggemühlen, Kreis Stade; † 30. Juni 1872 in Lauenstein an der Elze) und dessen Ehefrau Johanna Friederike Wilhelmine, geborene Kuckuck-Walden (* 5. Februar 1792 in Hildesheim; † 23. März 1832). Sein Vater hatte in der King’s German Legion gekämpft, war Major a. D. und Direktor der Witwenkasse für die Hof- und Zivildienerschaft in Hannover.

Goeben verheiratete sich am 10. Oktober 1845 in Ovelgönne mit Marianne Amalie Johanna von Frese (* 1. Mai 1817 in Poggemühlen; * 12. November 1871 in Koblenz). Die Ehe blieb kinderlos.

Militärkarriere

Er besuchte die Schule in Kleve und trat am 3. November 1833 als Musketier in das 24. Infanterieregiment der Preußischen Armee in Neuruppin ein. Hier wurde er am 15. Februar 1835 zum Sekondeleutnant befördert, nahm aber bereits im März des Folgejahres seinen Abschied. Am 1. Juni 1836 wurde Goeben als Leutnant in der Karlistischen Armee in Spanien angestellt und nahm bis 1840 an fünf Feldzügen im Ersten Karlistenkrieg teil. Dabei wurde er mehrfach verwundet, stieg bis zum Oberstleutnant auf und erhielt für seine Leistungen das Ritterkreuz des Orden de San Fernando sowie des Orden de Isabel la Católica. Ende August 1841 schied Goeben aus karlistischen Diensten.

Am 26. Februar 1842 als Sekondeleutnant wiederum in preußischen Diensten angestellt, wurde er dem 8. Infanterieregiment zugeteilt und gleichzeitig zum Großen Generalstab nach Berlin kommandiert. Zum 1. April 1843 folgte seine Versetzung hierher.

1849 nahm Goeben am Badischen Feldzug im Generalstab des Prinzen von Preußen teil, wo er an vielen Gefechten und der Einschließung von Rastatt beteiligt war. Nach einjähriger Dienstleistung beim 16. Infanterieregiment wurde Goeben 1850 als Major in den Generalstab zurückversetzt. Weitere Schritte seiner militärischen Karriere führten ihn 1855 als Oberstleutnant und Chef des Generalstabs zum Stab des IV. Armee-Korps in Magdeburg und 1858 in gleicher Position zum Stab des VIII. Armee-Korps. Im November desselben Jahres wurde Goeben zum Oberst befördert. 1860 nahm Goeben als Vertreter des preußischen Generalstabs als Militärbeobachter am spanischen Feldzug gegen Marokko teil. Im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 kommandierte er die 26. Infanterie-Brigade aus Münster bei Düppel und Alsen.

1865 wurde Goeben zum Generalleutnant und Kommandeur der 13. Division befördert. Während des Deutschen Krieges 1866 nahm Goeben an den Kämpfen zwischen Preußen und den mit Österreich verbündeten deutschen Staaten teil und operierte zunächst in seiner Heimat Hannover und schlug dann im Mainfeldzug fast selbständig eine Reihe von Gefechten, insbesondere bei Dermbach, Kissingen, Laufach, Aschaffenburg, Tauberbischofsheim, Gerchsheim und Würzburg.

Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 führte er seit dem 18. Juli das VIII. Armee-Korps als Kommandierender General bei Spichern. Bereits am 26. Juli wurde er zum General der Infanterie ernannt. Er nahm an den Schlachten von Colombey und Gravelotte und danach an der Einschließung von Metz teil. Nach der Kapitulation von Metz ging er unter dem Oberbefehl Edwin von Manteuffels in den Norden Frankreichs und schlug die Schlachten bei Amiens, an der Hallue sowie bei Bapaume. Nachdem General Manteuffel zur Führung der Südarmee berufen worden war, übernahm Goeben am 9. Januar 1871 den Oberbefehl über die 1. Armee. Er schlug am 19. Januar 1871 die französische Nordarmee unter Faidherbe bei Saint Quentin.

Nach der Auflösung der 1. Armee am 6. Juni 1871 erhielt Goeben das Eiserne Kreuz und wurde zum Chef des 2. Rheinischen Infanterieregiments Nr. 28 ernannt. Zudem erhielt er für seine Verdienste in diesem Krieg eine Dotation in Höhe von 200.000 Talern.

Danach führte er das Generalkommando des VIII. Armee-Korps in Koblenz. In dieser Stellung starb er und wurde am 17. November 1880 in Koblenz beigesetzt.

Ehrungen

Generalsgräber auf dem Hauptfriedhof Koblenz, ganz links der Gedenkstein für August Karl von Goeben
Das Goeben-Denkmal in Koblenz um 1900

Nach Goeben wurde ein Großer Kreuzer der Kaiserlichen Marine SMS Goeben und u. a. eine – mittlerweile aufgelöste – Bundeswehr-Kaserne in seiner Geburtsstadt Stade benannt. Ebenfalls nach ihm nennt sich die zweite Reservistenkameradschaft Stades Reservistenkameradschaft Stade „von Goeben“.

Das ab 1893 bis zu seiner Auflösung 1919 vollständig in Koblenz und Ehrenbreitstein stationierte 2. Rheinische Infanterie-Regiment Nr. 28 erhielt am 27. Januar 1889 den Namen Infanterie-Regiment „von Goeben“ (2. Rheinisches) Nr. 28.

In Bonn ist die Goebenstraße in der Südstadt nach dem General benannt. Am Ende der Straße trifft diese auf die Ermekeilkaserne, die am 31. März 1883 vom II. Bataillon des 2. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 28 als erster Einheit belegt worden war.

Seit 1884 stand auf dem Koblenzer Paradeplatz, der von 1890 bis 1948 Goebenplatz hieß und heute Joseph-Görres-Platz heißt, das Goeben-Denkmal. Nach dem Zweiten Weltkrieg entfernt, war es ab 1960 in der Gneisenau-Kaserne in Koblenz-Horchheim aufgestellt. Von dort wurde es nach Schließung der Kaserne 2006 ebenfalls entfernt und in der Falckenstein-Kaserne aufgestellt. Die auf dem Asterstein in Koblenz liegende Goebenkaserne wurde 1938 nach dem General benannt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie in Wohnungen umgewandelt und wird seither als Goebensiedlung bezeichnet. Die ehemaligen Kasernengebäude werden derzeit (Stand: 2013) zu modernen Wohnungen umgebaut, das Projekt wird vom Bauträger „Goebenpark“ genannt. In Trier existierte bereits seit 1912 eine Goeben-Kaserne, die jedoch nach dem Ersten Weltkrieg von den französischen Besatzungstruppen einen neuen Namen erhielt und nach deren Abzug aufgegeben wurde.

Auf dem Koblenzer Hauptfriedhof erinnert an der Stelle des untergegangenen Grabmals ein Gedenkstein an Goebens Grab.

Desgleichen war ein 1867 errichtetes Fort der Festung Metz (frz. Fort de Queuleu) seit dem 1. September 1873 bis 1918 nach General von Goeben benannt.

In seiner Geburtsstadt Stade wurde die Goebenstraße auf dem Kopenkamp nach ihm benannt. Sein Geburtshaus in der Straße Am Wasser West Nr. 19/21 wird „Goebenhaus“ genannt. Auch die ehemalige Kaserne der Stadt hieß Von-Goeben-Kaserne. Ferner gibt es in vielen anderen deutschen Städten eine Goebenstraße, u. a. im Wiesbadener Feldherrenviertel und seit 1885 in der nach Goebens Tod angelegten Kölner Neustadt. In Trier existiert gleichfalls eine nach ihm benannte Straße, die jedoch „Göbenstraße“ geschrieben wird; in Hamburg ist eine Straße im Bezirk Eimsbüttel nach ihm benannt. Ebenso gibt es eine Goebenstrasse in Lünen.

Werke

  • Vier Jahre in Spanien. Die Carlisten, ihre Erhebung, ihr Kampf und ihr Untergang. Hahn. Hannover 1841. Google Bayerische Staatsbibliothek
  • Reise- und Lagerbriefe aus Spanien und dem Spanischen Heere in Marokko. Hahn. Hannover 1863.
  • Das Treffen bei Kissingen am 10. Juli 1866. G. Otto. Darmstadt 1868. Google
  • Das Gefecht bei Dermbach am 4. Juli 1866, Eduard Zernin, Darmstadt & Leipzig 1870.

Literatur

  Commons: August Karl von Goeben  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien